Rund 8 Prozent: So funktioniert der Weekly World ETF
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- 01Wöchentliche Ausschüttung: Der Fonds kann Ausschüttungen im Wochenrhythmus aus laufenden Erträgen oder aus seinem Kapital finanzieren.
- 02Kosten bis 0,5 Prozent: Die ausschüttende ETF-Anteilsklasse hat eine jährliche Gesamtkostenquote von bis zu 0,5 Prozent.
- 03Optionen begrenzen Chancen: Covered Calls bringen Prämieneinnahmen, können aber die Teilnahme an starken Kursanstiegen einschränken.
Der neue Weekly World ETF ist seit 15.09.2026 handelbar und richtet sich an Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen suchen. Zum 16. September weist Divvydiary für den Weekly World Equity Income UCITS ETF eine indikative Ausschüttungsrendite von rund 8 Prozent aus. Der Fonds plant Ausschüttungen im Wochenrhythmus und kombiniert dafür ein globales Aktienportfolio mit Optionsstrategien.
Die Zahl ist allerdings keine garantierte Rendite. Ausschüttungen können aus laufenden Erträgen oder aus dem Kapital des Fonds stammen. Für die Beurteilung zählen deshalb auch die Entwicklung des Anteilspreises, die Kosten und die Folgen der eingesetzten Optionen.
Was hinter den wöchentlichen Ausschüttungen steckt
Der Fonds wurde am 7. Juli 2026 als Teilfonds des irischen UCITS-Dachfonds HANetf II ICAV gegründet. Seine Basiswährung ist der US-Dollar. Die ausschüttende ETF-Anteilsklasse ist an der Euronext Dublin zum Handel zugelassen.
Die Direktoren können im normalen Geschäftsbetrieb wöchentlich Dividenden erklären. In einem vollständigen Jahr wären damit bis zu 52 Ausschüttungstermine möglich. Die Zahlungen sind dennoch nicht fest zugesagt. Höhe und tatsächliche Auszahlung hängen von den verfügbaren Erträgen und der Entscheidung der Direktoren ab.
Der erste Angebotspreis lag bei ungefähr 10 US-Dollar je Anteil. Der ursprüngliche Angebotszeitraum begann am 8. Juli 2026 und endet entweder mit dem Eingang der ersten Zeichnung oder spätestens am 6. Januar 2027 um 17 Uhr irischer Zeit. Welcher Zeitpunkt zuerst eintritt, ist maßgeblich.
So soll das Portfolio die Erträge erwirtschaften
Mindestens 80 Prozent des Fondsvermögens werden in Aktien oder aktienähnliche Wertpapiere aus entwickelten Märkten investiert. Bis zu 20 Prozent dürfen in zusätzlichen liquiden Mitteln und Geldmarktinstrumenten liegen. Weitere Anlagen in UCITS-konforme Investmentfonds einschließlich ETFs sind bis zu einer Grenze von 10 Prozent möglich.
Zusätzliche Einnahmen sollen durch den Verkauf börsengehandelter Call-Optionen entstehen. Bei einem klassischen Covered Call hält der Fonds die zugrunde liegende Aktie und verkauft darauf eine Kaufoption. Dafür erhält er eine Prämie. Bleibt die Aktie unter dem vereinbarten Ausübungspreis, kann diese Prämie vollständig oder teilweise beim Fonds verbleiben.
Steigt die Aktie deutlich über den Ausübungspreis, profitiert der Fonds nur eingeschränkt von diesem Anstieg. Bei einem Covered Call Spread verkauft der Fonds eine Call-Option und kauft zugleich eine weitere Option mit einem höheren Ausübungspreis. Die Strategie kann auch auf geeignete Aktienindizes entwickelter Märkte angewendet werden.
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Ausschüttungsrendite ist nicht Gesamtrendite
Die von Divvydiary angezeigten rund 8 Prozent beschreiben eine indikative Ausschüttungsrendite. Zahlungen dürfen auch aus dem Kapital stammen. Anleger sollten daher zusätzlich die Entwicklung des Anteilspreises und die laufenden Kosten berücksichtigen.
0,5 Prozent TER und mögliche Zusatzkosten
Die Gesamtkostenquote der ausschüttenden ETF-Anteilsklasse beträgt bis zu 0,5 Prozent pro Jahr. Bei einem konstanten Anlagebetrag von 10.000 US-Dollar entspräche das rechnerisch höchstens 50 US-Dollar jährlich. Die tatsächliche Belastung verändert sich mit dem Wert der Anlage.
Für ETF-Anteilsklassen fällt keine Ausgabegebühr an. Der Manager darf bei Rücknahmen sowie bei Bar- und Sacheinlagen jedoch Gebühren von bis zu 3 Prozent des Nettoinventarwerts je Anteil innerhalb einer Creation Unit verlangen. Diese möglichen Transaktionsgebühren sind von der jährlichen Gesamtkostenquote zu unterscheiden.
Der Fonds veröffentlicht zu Beginn jedes Geschäftstags die gehaltenen Wertpapiere, sonstigen Vermögenswerte und jeweiligen Stückzahlen auf der HANetf-Website. Diese tägliche Transparenz erleichtert die Prüfung, wie das Portfolio und die Optionsstrategie tatsächlich umgesetzt werden.
Die Vorteile haben einen klaren Preis
Der mögliche Vorteil liegt im regelmäßigen Zahlungsstrom. Aktienerträge und Optionsprämien werden miteinander verbunden, während das Portfolio breit über entwickelte Märkte investieren kann. Das Konzept dürfte daher vor allem für Anleger interessant sein, die häufige Ausschüttungen höher gewichten als eine möglichst ungebremste Teilnahme an steigenden Aktienkursen.
Der Nachteil zeigt sich in starken Aufwärtsphasen. Verkaufte Call-Optionen können Kursgewinne begrenzen, während Verluste der gehaltenen Aktien weiterhin den Fondswert belasten. Die wöchentlichen Zahlungen schützen somit nicht vor fallenden Märkten. Werden Ausschüttungen aus dem Kapital finanziert, kann zudem ein Teil des angelegten Vermögens an die Anleger zurückfließen.
Der Fonds darf neben gelisteten Optionen und Futures auch Währungsswaps und Termingeschäfte einsetzen. Die gesamte Positionsexponierung einschließlich Derivaten ist auf 200 Prozent des Nettoinventarwerts begrenzt; die erwartete Hebelwirkung soll 100 Prozent des Nettoinventarwerts nicht überschreiten. Für Anleger aus dem Euroraum kommt hinzu, dass die Basiswährung US-Dollar ist.
Auch die Größe spielt eine Rolle: Das festgelegte Mindestvolumen beträgt 30 Millionen US-Dollar oder den entsprechenden Wert in einer anderen Währung. Fällt das Fondsvermögen darunter, dürfen die Direktoren sämtliche Anteile zwangsweise zurücknehmen. ETF Express bezifferte das von HANetf in aktiven ETFs verwaltete Vermögen im Juli 2026 auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar und berichtete zugleich über eine starke Nachfrage nach Optionsstrategien für laufende Erträge.
Meine Meinung dazu:
Ich würde hier erstmal abwarten, wie die Performance in der Praxis aussieht. Eine Ausschüttung pro Woche muss nicht per se besser sein als quartalsweise – Michael Flender – Team Goldesel
