Rekorde der Giganten
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Erwähnte Instrumente
Wenige Unternehmen treiben den Aufschwung an
Gestern hat das KI-Unternehmen Anthropic einen vertraulichen Antrag für einen US-Börsengang eingereicht. Der Schritt wird an der Wall Street als wichtiger Meilenstein für den anhaltenden KI-Boom angesehen. Bereits seit einigen Wochen treiben die Fortschritte bei KI die US-Börsen an. Die jüngsten Rekordhöhen des S&P 500 fußen dabei maßgeblich auf einer Gruppe von Mega-Cap-Tech- bzw. KI-Unternehmen. Mit dem gestrigen Anstieg um rund 0,3 % und mit einem Schlusskurs in Höhe von 7.600 Punkten verzeichnet der S&P 500 nunmehr fünf aufeinanderfolgende Allzeithochs. Unsere Auswertung zeigt jedoch: Während des fünftägigen Höhenflugs war die Anzahl der S&P-500-Unternehmen mit einer negativen Tagesperformance jeden Tag stets höher als die Anzahl der Unternehmensaktien, die eine positive Entwicklung verzeichneten. Die daraus resultierende Marktbreite (Zahl der Aufsteiger minus der Absteiger) war damit gestern erneut - und somit den fünften Tag in Folge - negativ. Historisch betrachtet ist diese Entwicklung alles andere als natürlich, da neue Allzeithochs überwiegend von einer positiven Marktbreite begleitet werden. Die oberflächliche Stärke steht damit im Kontrast zur tieferliegenden, schwachen Wertentwicklung des Indizes. Die enge Rally sollte daher mit einer guten Portion Obacht genossen werden, da der Aufwärtstrend anfälliger für Rücksetzer bzw. Umkehrungen wird.
Schwacher Quartalsstart für Einzelhändler
Der Konflikt im Nahen Osten sowie dessen Auswirkungen verunsichern hierzulande die Konsumenten. Insbesondere die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Energiepreise und der dadurch entstandene Inflationsdruck nagt an der Kaufkraft der Kundschaft. Dies zeigt einmal mehr der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland. Dieser wuchs im April nominal (nicht preisbereinigt) um 0,3 % im Vergleich zum Vormonat, wie Destatis gestern mitteilte. Inflationsbereinigt (real) gab es dagegen ein Minus von 0,3 % und somit den vierten Rückgang in Folge. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die realen Umsätze um 0,3 %. Bereits seit Jahren steht die gesamte Einzelhandelsbranche unter Druck. Zwischen 2010 und 2025 ist der Zahl der kleinen Geschäfte mit einem Jahresumsatz von unter 250 Tsd. EUR einer Creditreform-Studie zufolge um 28 % von rund 236 Tsd. auf etwa 171 Tsd. gesunken. Im gleichen Zeitraum habe sich hingegen die Zahl der großen Einzelhandelsunternehmen mit Umsätzen von über 25 Mio. EUR verdoppelt.
Wachstum der Unternehmenskredite auf Drei-Jahres-Hoch
Gute Nachrichten aus dem Euroraum! Obwohl im Rahmen der jüngsten EZB Bank Lending Survey die 161 befragten Kreditinstitute im ersten Quartal eine Verschärfung der Kreditstandards sowie eine Straffung der Kreditrichtlinien vermeldeten und sich diese Tendenz auch im zweiten Quartal fortsetzen könnte, zeigen die Wachstumszahlen der Firmenkredite derzeit eine robuste Entwicklung. Zu Beginn des zweiten Quartals wuchs die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen im Euroraum so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Das Plus belief sich auf 3,4 % im Vergleich zum April 2025, wie die EZB gestern mitteilte.
Inflation im Blick
Nachdem im April die Gesamtinflation im Euroraum bei 3 % und die Kernrate bei 2,2 % lag, könnten beide Teuerungsraten im Mai laut ersten Schätzungen gestiegen sein. Die Gesamtinflation könnte auf 3,3 % steigen und die Kernrate auf 2,4 % anziehen. Sofern sich der prognostizierte Anstieg heute um 11 Uhr bewahrheitet, könnte dies auf Zweitrundeneffekte hindeuten. Der über Löhne und Dienstleistungen breiter getragene Preisdruck würde in der kommenden EZB-Sitzung am 11. Juni im Mittelpunkt der Diskussionen stehen dürfen.
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