Analyse
14:12 Uhr, 05.12.2018

Rainman Trading: Wo bleiben die Käufer?

Langsam aber sicher verzweifeln die Bullen, die ersehnte Weihnachtsrally will einfach nicht starten. Der starke Wochenauftakt am Montag wird massiv verkauft. Wo ergeben sich Tradingchancen?

Erwähnte Instrumente

  • DAX Kursindex
    ISIN: DE0008467440Kopiert
    Kursstand: 5.180,56 Pkt (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • DAX
    ISIN: DE0008469008Kopiert
    Kursstand: 11.247,22 Pkt (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • DAX Kursindex - WKN: 846744 - ISIN: DE0008467440 - Kurs: 5.180,56 Pkt (XETRA)
  • DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008 - Kurs: 11.247,22 Pkt (XETRA)
  • Continental AG - WKN: 543900 - ISIN: DE0005439004 - Kurs: 130,800 € (XETRA)
  • ProSiebenSat.1 Media SE - WKN: PSM777 - ISIN: DE000PSM7770 - Kurs: 17,295 € (XETRA)
  • bet-at-home.com AG - WKN: A0DNAY - ISIN: DE000A0DNAY5 - Kurs: 53,000 € (XETRA)
  • Software AG - WKN: A2GS40 - ISIN: DE000A2GS401 - Kurs: 34,980 € (XETRA)
  • paragon GmbH & Co. KGaA - WKN: 555869 - ISIN: DE0005558696 - Kurs: 20,900 € (XETRA)

Der Dezember ist in der Regel einer der freundlichsten Börsenmonate, das sagt zumindest die Statistik. Doch der schwache Verlauf der vergangenen Monate hat deutliche Spuren in den Charts deutscher Aktien hinterlassen. Die meisten Chartbilder bleiben mittelfristig stark angeschlagen, bei einigen Kandidaten wechselt auch das langfristige Chartbild auf bärisch.

In den Rainman Trading Kolumnen der vergangenen Monate hatte ich immer wieder Tradingchancen in beide Richtungen vorgestellt und auf selektives Trading hingewiesen: Shortsignale bei schwachen Aktien (Underperformern) und gleichzeitig Longsignale bei starken Aktien (Outperformern) handeln. Mit dieser Methodik war auch in den vergangenen Monaten einiges zu holen am Markt. Viele Longansätze wurden zwar wieder negiert und damit ausgestoppt, einige wenige der vorgestellten Longkandidaten wie Deutsche Telekom, Merck KGaA, Verizon oder Grammer konnten sich aber sehr positiv entwickeln. Dafür gab es umso mehr Treffer bei den Shortkandidaten, viele haben ihre Abwärtsziele erreicht und sogar überschritten.

Der DAX ist schwer angeschlagen

Werfen wir einen Blick auf den DAX, einmal in der Variante des DAX Kursindex im Wochenchart und dann im "normalen" DAX als Tageschart.

Der DAX Kursindex hat mehrere mittel- bis langfristige Verkaufssignale getriggert, die laufende Stabilisierungsbewegung unterhalb der gebrochenen Chartelemente könnte eine Fortsetzungsformation im intakten Abwärtstrend sein. Weitere Abgaben bis 4.960 Punkte und darunter bis zum rechnerischen Ziel der aktiven SKS Formation sowie der Aufwärtstrendlinie bei 4.480 - 4.570 Punkten wären weiterhin möglich. Darunter liegt bei 4.350 - 4.420 Punkten der breite Unterstützungsbereich des 2011er Hochs als Maximalziel.

DAX Kursindex
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    XETRA

Im Tageschart des DAX Performance Index sehen wir in dieser Woche ein deutliches Abprallen am EMA50 nach unten hin, womit der Bärenmarkt zunächst bestätigt ist. Zwar könnte der Dezember durchaus noch für weitere Erholungswellen gut sein, doch ergibt sich erst mit einer Rückkehr über den EMA50 und das Wochenhoch bei 11.567 Punkten weiteres Erholungspotenzial bei 11.850 - 11.870 oder zur Abwärtstrendlinie bei aktuell 12.000 Punkten. Unterhalb von 11.170 hingegen würde sich analog zum DAX Kursindex weiteres Abwärtspotenzial bis zunächst 10.780 - 10.850 und darunter deutlicher bis 10.090 - 10.190 Punkte eröffnen.

DAX Chartanalyse
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    L&S

Weitere Shortkandidaten im Überblick

Im Sinne des Bärenmarktes betrachten wir nun einige schwache Aktien, die potenzielle Tradingseups auf der Shortseite aufweisen.

Continental

Ein sehr schwacher DAX-Wert bleibt die Continental-Aktie, die sich im Zuge des Abwärtstrends wieder an die Jahrestiefs begibt. Rutscht sie per Tagesschluss unter 127,80 EUR zurück, drohen weitere Verluste bis 109,00 - 111,80 EUR. Absicherungen für Shortpositionen wären nach einem Rückfall auf neue Tiefs z.B. oberhalb von 134,20 EUR möglich.

Continental AG Aktie
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ProsiebenSat.1

Die Aktie des Medienunternehmens ProsiebenSat.1 ist ein massiver Underperformer in 2018 und könnte bei einem signifikanten Abrutschen unter 17,10 EUR weiter bis 15,50 - 15,60 EUR fallen. Unterhalb dieses Unterstützungsbereichs wäre auf mittel- bis langfristige Sicht viel Platz nach unten bis ca. 10,00 - 10,33 EUR. Shortabsicherungen wären nach dem Triggern des Signals oberhalb von 17,60 oder 17,80 denkbar.

ProsiebenSat1 Aktie
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bet-at-home

Einen klarer Trigger auf der Unterseite ist im Chart des Wettanbieters bet-at-home zu erkennen. Nach der starken Erholung im Abwärtstrend sitzt die Aktie auf dem Support bei 50,90 - 51,20 EUR. Dessen Bruch würde ein Signal für die Bären liefern und Abgaben bis zum Jahrestief bei 43,20 EUR oder darunter 39,00 - 39,60 EUR ermöglichen. Höher als 54,00 - 55,00 sollte die Aktie nach Aktivierung des Triggers dann nicht mehr per Tagesschlusskurs steigen, um das bärische Szenario nicht zu neutralisieren.

betathomecom AG
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Software AG

Die Software-AG-Aktie attackiert heute die Jahrestiefs am Support bei 34,54 - 35,04 EUR, nachdem die letzte Erholung am EMA50 gescheitert war. Wir sehen also bärischen Druckaufbau. An den Tiefs bestehen noch Chancen auf ein bullisches Reversal, weshalb für Shortchancen ein Durchbruch nach unten per Tagesschluss abgewartet werden müsste. Erfolgt dieser Rückfall unter 34,50 EUR, sind Kursverluste bis zum offenen Gap bei 32,35 - 32,96 und darunter bis 29,00 - 29,27 EUR denkbar. Absicherungen für Shorts wären nach einem Signal oberhalb von 36,20 - 36,30 möglich.

Software AG Chartanalyse
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paragon

Auch beim Hersteller von Automobilelektronik lief das Jahr 2018 alles andere als rund. Innerhalb des starken Abwärtstrends ist jetzt auch der zentrale Unterstützungsbereich bei 20,58 - 21,50 EUR unter Beschuss, der zuletzt im Oktober verteidigt wurde. Ein nachhaltiger Rückfall unter 20,50 EUR würde weitere Verkaufssignale liefern. Die ersten Abwärtsziele liegen dann bei 15,00 - 15,85 und später bei 11,00 - 11,30 EUR. Stops für Shorts wären oberhalb von 23,50 oder 24,50 EUR möglich.

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Fazit:

Das Bias der deutschen Indizes bleibt zunächst auf bärisch. Zwar wäre die "Weihnachtsrally" in gedämpfter Form einer moderaten Erholung weiterhin möglich, doch zeigen sich im Chart des deutschen Leitindex hohe Hürden in unmittelbarer Nähe.Von Kaufsignalen ist der Index noch weit entfernt.

Das in 2018 bewährte Tradingkonzept des selektiven, eher kurzfristigen Tradings in beide Richtungen sollte beibehalten werden. Schwache Aktien shorten und starke Werte kaufen bleibt die Devise. In dieser Kolumne wurden im Sinne des Trends nur schwache Aktien vorgestellt. Die wenigen freundlichen Charts lassen sich an einer Hand abzählen, beispielsweise können Siemens Healthineers, OHB oder auch die Deutsche Telekom und Dialog Semiconductor als solche genannt werden.

Viel Erfolg,

André Rain

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Über den Experten

André Rain
André Rain
Technischer Analyst und Trader

André Rain ist seit dem Jahr 2000 im Aktienhandel aktiv. Hier startete er bereits mit seiner autodidaktischen Ausbildung in Chartanalyse. Die Faszination für die Charttechnik führte ihn im Mai 2005 zu GodmodeTrader, dem Vorgänger-Portal von stock3.com, wo er als Technischer Analyst mit Schwerpunkten auf Aktien- und Indexanalysen tätig ist. Seit 2004 handelt er privat intensiv Aktien und Hebelzertifikate im kurzfristigen Zeitfenster von wenigen Minuten bis mehreren Stunden. Dabei hat er sich auf den Handelsstil des Ausbruchstradings spezialisiert, mit dem er an kurzen, dynamischen Marktbewegungen partizipiert. Seiner Meinung nach ist der Chart das beste Instrument zur Auswertung und Prognose von Bewegungen an den Finanzmärkten.

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