PRECIGEN - Biotech Top Pick pulverisiert die Erwartungen
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- Precigen Inc. - WKN: A2PZG1 - ISIN: US74017N1054 - Kurs: 6,530 $ (Nasdaq)
Zugegebenermaßen, die Volatilität dieser Biotech-Aktie hat Nerven gekostet. Interessanterweise hatte das Management stets abgeliefert. Nur mit Prognosen hat es sich oft zurückgehalten. Mit den Q2-Zahlen ist nun ein Signal da, das es in sich hat. Precigen hat den Produktumsatz im Quartalsvergleich mehr als verdoppelt.
PAPZIMEOS skaliert deutlich schneller als erwartet
So lag der Umsatz des ersten zugelassenen Produkt PAPZIMEOS bei 53,1 Mio. USD, nach 21,6 Mio. USD im ersten Quartal. Das entspricht einem sequenziellen Anstieg von 145 %. Der Gesamtumsatz erreichte 54,98 Mio. USD und lag damit klar über dem Analystenkonsens von 27,83 Mio. USD. Auch beim Ergebnis fiel die Überraschung massiv aus: Precigen verdiente 0,05 USD je Aktie, erwartet worden war ein Verlust von 0,01 USD je Aktie.
Dass das Unternehmen bereits vor dem ersten Jahrestag der FDA-Zulassung in die Profitabilität vorstößt, ist bemerkenswert. Unter dem Strich stand im Quartal ein Nettogewinn von 20,1 Mio. USD, nach einem Verlust von 26,6 Mio. USD im Vorjahreszeitraum. Für das erste Halbjahr summiert sich der Nettogewinn auf 12,1 Mio. USD.
Breite Marktdurchdringung in den USA
Gleich mehrere Faktoren wirkten sich positiv aus. Precigen spricht von inzwischen deutlich über 500 registrierten Patienten im eigenen Hub. Laut Management kommen zusätzlich behandelte Patienten außerhalb dieses Systems hinzu, weil immer mehr Einrichtungen die Erstattung und den Zugang eigenständig abwickeln. Das deutet auf eine zunehmende Routine im Versorgungsalltag hin.
Hinzu ist eine nahezu vollständige Kostenträgerabdeckung in den USA gegeben. Nach Angaben des Unternehmens decken private Versicherer, Medicare und Medicaid inzwischen rund 315 Mio. versicherte US-Bürger ab. Wichtig für die Kommerzialisierung war zudem der permanente J-Code, der seit dem 1. April 2026 gilt. Er vereinfacht die Abrechnung, beschleunigt die Prozesse in Kliniken und reduziert Hürden bei der Aufnahme in die internen Abläufe. Im Earnings Call sagte Vertriebschef Phil Tennant, man habe gesehen, dass einzelne Einrichtungen genau auf diesen Schritt gewartet hätten.
Auch bei der Marktposition baut Precigen den Burggraben aus. Die FDA hat PAPZIMEOS für erwachsene RRP-Patienten eine siebenjährige Marktexklusivität bis August 2032 gewährt. Das Präparat bleibt damit die erste und bislang einzige zugelassene Therapie für Erwachsene mit RRP, einer seltenen Erkrankung der Atemwege, bei der durch HPV verursachte gutartige Wucherungen im Kehlkopf und in den oberen Luftwegen immer wieder auftreten und häufig wiederholte operative Eingriffe nötig machen.
Hohe Marge, Cashflow-Break-even rückt näher
Auffällig ist auch die Profitabilität des Produkts. Die Kosten der verkauften Produkte und Dienstleistungen beliefen sich im Quartal auf 2,8 Mio. USD. Daraus ergibt sich aktuell eine Bruttomarge von rund 95 %. Diese Marge ist laut Management noch durch vor der Zulassung produzierte Bestände begünstigt, deren Herstellungskosten früher über die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen liefen. Nach Abverkauf dieses Bestands, den Precigen im dritten Quartal erwartet, sollen sich die Bruttomargen im hohen 80er- bis niedrigen 90er-Prozentbereich einpendeln.
Auf der Bilanzseite verfügte das Unternehmen zum 30. Juni über 38,7 Mio. USD an liquiden Mitteln und Investments. Gleichzeitig standen 71,9 Mio. USD an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in den Büchern. Diese Forderungen sollen laut CFO innerhalb von vier Monaten nach Quartalsende weitgehend zufließen. Precigen bekräftigte im Call deshalb das Ziel, bis Ende 2026 den Cashflow-Break-even zu erreichen.
Pipeline liefert weitere Kurstreiber
Neben PAPZIMEOS hat Precigen auch die nächsten Entwicklungsschritte der Plattform betont. Für PAPZIMEOS läuft eine Redosing-Studie bei Erwachsenen, zudem soll noch in diesem Jahr eine pädiatrische Studie starten. In Europa wird der Zulassungsantrag von der EMA geprüft, zusätzlich liegt eine Orphan-Drug-Einstufung der Europäischen Kommission vor.
Spannend bleibt vor allem PRGN-2009, das auf derselben AdenoVerse-Plattform basiert. Das Programm wird in Phase-II-Studien bei HPV-assoziierten Krebserkrankungen untersucht, unter anderem bei Kopf-Hals-Tumoren und bei Zervixkarzinom in Kombination mit Pembrolizumab. CEO Helen Sabzevari stellte für das Jahresende ein Update zur Plattform und zu PRGN-2009 in Aussicht. Im Call verwies sie darauf, dass man neben Sicherheitsdaten auch klinische Wirksamkeitsdaten präsentieren wolle.
Fazit: Was für eine Freude! Die Überlegungen, bei Precigen bewusst auf ein Unternehmen zu gehen, dass nach der Zulassung im Ramp-up und bislang ohne Konkurrenz dasteht, geht wunderbar auf. Wie schon im Q1 übertrifft das Management die Analystenerwartungen, dieses Mal aber um Längen. Der Halbjahresumsatz liegt bereits bei über 78 Mio. USD. Es wird nun wohl Aufstufungen hageln. Für Neueinstiege in dem Biotech-Titel würde ich aber Konsolidierungen abwarten.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 9,68 | 124,43 | 229,02 |
| Ergebnis je Aktie in USD | - | 0,06 | 0,33 |
| Gewinnwachstum | - | 450,00% | |
| KGV | - | 109 | 20 |
| KUV | 240,5 | 18,7 | 10,2 |
| PEG | - | 0,04 | |
| *e = erwartet, Berechnungen basieren bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten |

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