Ölpreis-Einbruch: Das nächste Opfer
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Zunächst einmal ist es überraschend, dass es überhaupt so etwas wie eine eigene Industrie für Sand gibt. Sand kennt man vom Strand und er liegt einfach herum. Der Abbau von Sand ist in den letzten Jahren jedoch zu einer Milliardenindustrie geworden. Dahinter steckt der Fracking Boom in den USA.
Es stellte sich heraus, dass für das Fracking Unmengen an Sand benötigt werden. Um das Gestein aufzubrechen und Öl fördern zu können, wird ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand benötigt. Je Bohrung werden zwischen 3.000 und 8.000 Tonnen Sand verwendet.
Dieser enorme Nachfrageanstieg führte zu einer beispiellosen Ausweitung der Sandproduktion. Sand wird dabei nicht vom Strand abtransportiert, sondern in Minen gefördert. Eine besonders hohe Minendichte gibt es im US Bundesstaat Wisconsin. Dort sind die Vorkommen an weißem Sand (hoher Siliziumgehalt) besonders groß. Dieser Sand eignet sich wegen seiner Eigenschaften besonders gut fürs Fracking.
Produzenten versuchen niedrige Preise durch höhere Absatzmengen wettzumachen. Das führt letztlich zu einem noch größeren Preisdruck. Derweil fallen die Umsätze im Rekordtempo. Grafik 2 zeigt die Umsätze der 4 größten in den USA an der Börse gehandelten Sandproduzenten ( Fairmount Santrol Holdings Inc Registered Shares DL -,01 (6,697 € 3,94 %) . Bis Anfang 2016 sind die Umsätze im Vergleich zum Rekordquartal 2014 um 65 % gefallen.
Die fallenden Umsätze führen inzwischen zu hohen Verlusten. Im dritten Quartal 2014 schrieben die vier Unternehmen noch über 150 Mio. Dollar Gewinn (Grafik 3). Inzwischen ist aus dem Gewinn ein Verlust von über 100 Mio. geworden.
Die ersten Meldungen über das zweite Quartal 2016 stimmen nicht übermäßig optimistisch. Das Umfeld bleibt schwierig, die Umsätze sinken weiter und Gewinne bleiben nach wie vor aus. Bei einigen Unternehmen hat das bereits zu einer so dramatischen Entwicklung geführt, dass sie negatives Eigenkapital ausweisen.
Fairmount Santrol wies Ende des ersten Quartals negatives Eigenkapital von 74 Mio. Dollar aus. Eigentlich ist das Unternehmen somit insolvent, doch Investoren scheinen an die Zukunft der Firma zu glauben. Ende Juli gelang eine Kapitalerhöhung, die 161 Mio. Dollar in die Kassen spülte. Lange wird dieses Geld nicht reichen, wenn die Verluststrecke nicht bald überwundern werden kann.
Die Chancen für einen Turnaround sind immerhin nicht null. Fairmount Santrol Holdings Inc Registered Shares DL -,01 (6,697 € 3,94 %), Emerge Energy Services LP Reg.Units repr.Lim.Part.Int.oN (8,800 $ -6,48 %) , US Silica Holdings Inc. Registered Shares DL -,01 (39,090 $ 3,00 %) , Hi-Crush Partners L.P. Reg.Units repr.Lim.Part.Int.oN(12,870 $ 0,78 %)) bewegt sich operativ wieder auf die Gewinnschwelle zu, wenn man Abschreibungen außen vorlässt. Bei Emerge Energy Services ist die Sache noch nicht so klar. Hier wurde die Vorlage von Geschäftszahlen verschoben.
Ob die Unternehmen langfristig überlebensfähig sind, muss sich erst noch herausstellen. Die Aktien sind in diesem Jahr bisher sehr gut gelaufen, sodass Anleger den Firmen wohl eine gewisse Chance einräumen. Nichtsdestotrotz bleibt das Segment hochspekulativ.
Clemens Schmale
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Hallo Clemens,
wie immer sehr interessant und einmalig,
könnten Sie Blockchains Technologie unter die Lupe nehmen ?
Danke
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