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14:06 Uhr, 20.10.2026

Nvidia: Chinas Techriesen bestellen für Milliarden – doch es gibt einen Haken

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 01Tencent: Nvidia-Bestellung im Milliardenpaket: Gemeinsam mit Alibaba und ByteDance hat der Konzern laut Reuters mehr als drei Millionen RTX PRO 5500 bestellt. Der gemeinsame Listenwert übersteigt 35 Milliarden USD.
  2. 02Lieferung unsicher: Die Nachfrage übersteigt dem Bericht zufolge Nvidias geplante Produktion. Eine vollständige Belieferung ist nicht garantiert.
  3. 03Finanzierung konkretisiert: Tencent hat separat die Konditionen neuer Anleihen festgelegt. Eine direkte Zuordnung der Erlöse zu diesem Chipauftrag ist nicht belegt.

Tencents Nvidia-Bestellung zeigt, wie stark chinesische Technologiekonzerne um Rechenkapazität konkurrieren. Zusammen mit Alibaba und ByteDance gehört das Unternehmen laut Reuters zu den Käufern eines gewaltigen Chipvolumens. Doch die entscheidende Hürde liegt beim Lieferanten: Nvidia kann die vollständige Erfüllung der Bestellungen offenbar nicht zusagen. Für Tencent könnte damit trotz vorhandener Finanzierung der Zugang zur Hardware das Ausbautempo bestimmen.

Warum Tencent auf diese Nvidia-Karten setzt

Die RTX PRO 5500 ist laut Reuters eine für professionelle Workstations entwickelte Grafikkarte. Chinesische Unternehmen wollen sie vor allem für KI-Inferenz einsetzen, also die Anwendung bereits trainierter Modelle. Der Bericht beschreibt sie als eine unter den bestehenden US-Exportbeschränkungen verfügbare Alternative zu leistungsfähigeren Chips.

Damit geht es bei der Beschaffung auch darum, welche Hardware überhaupt zugänglich ist. Für Tencent zählt anschließend, wie wirtschaftlich sich damit KI-Dienste betreiben lassen. Relevant sind neben dem Kaufpreis beispielsweise Strombedarf, Auslastung und die Rechenleistung, die eine Anwendung tatsächlich benötigt.

Ein großer Hardwarebestand ist deshalb erst der Ausgangspunkt. Zusätzliche Kapazitäten müssen produktiv genutzt werden, damit aus den Investitionen ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht.

Der Lieferengpass könnte den KI-Ausbau bremsen

Laut Reuters übersteigt die Nachfrage chinesischer Technologieunternehmen Nvidias geplante Produktion. Für Tencent entstehen dadurch Unsicherheiten bei der Planung: Wann treffen die Karten ein, wie viele werden geliefert und welche Projekte lassen sich damit umsetzen?

Verzögerungen könnten den Ausbau neuer Angebote verschieben. Denkbar wären auch eine stärkere Priorisierung vorhandener Kapazitäten oder der Einsatz anderer Hardware. Welche Konsequenzen Tencent konkret zieht, geht aus der Meldung bislang nicht hervor.

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Bestellwert ist weder Umsatz noch Investitionsrechnung

Die mehr als 35 Milliarden USD sind der gemeinsame Listenwert der Bestellungen von drei Unternehmen. Tencents Anteil ist nicht genannt. Tatsächliche Ausgaben hängen unter anderem von Preisen und gelieferten Mengen ab. Für Nvidia ist eine Bestellung ebenfalls noch kein verbuchter Umsatz.

Tencent hat seine Finanzierung inzwischen konkretisiert

Parallel zur Hardwarebeschaffung hat Tencent am 14. Oktober die Konditionen neuer Anleihen über 1,8 Milliarden USD und 26 Milliarden Yuan bekanntgegeben. Die Ausgabe wird laut Unternehmensmitteilung für den 21. Oktober erwartet.

Die geschätzten Nettoerlöse betragen 1,79 Milliarden USD und 25,89 Milliarden Yuan. Tencent nennt allgemeine Unternehmenszwecke als Verwendung. Die Finanzierung darf deshalb nicht vollständig dem jetzt gemeldeten Nvidia-Auftrag zugerechnet werden.

Über die damaligen Finanzierungspläne und den gestiegenen Kapitalbedarf haben wir bereits in unserer Analyse zu Tencents KI-Investitionen berichtet. Inzwischen sind die Anleihekonditionen konkret – die Lieferfähigkeit der Chiphersteller bleibt eine separate Frage.

Für Aktionäre kommt es darauf an, wie Auszahlungen, Inbetriebnahme und zusätzliche Einnahmen zeitlich zusammenpassen. Fließt Geld früh ab, während die Kapazitäten erst später Erträge liefern, kann das den freien Cashflow zwischenzeitlich belasten. Die Zahlungsbedingungen der gemeldeten Chipbestellungen sind allerdings nicht bekannt.

Was die Nachricht für Nvidia bedeutet

Für Nvidia unterstreicht der Auftrag das große Interesse an seiner Hardware. Ob daraus entsprechende Erlöse entstehen, hängt jedoch von den tatsächlich lieferbaren Mengen ab.

Aus Anlegersicht sind deshalb beide Seiten zu betrachten: Tencent braucht einsatzfähige Rechenkapazität; Nvidia muss die Nachfrage mit seiner Produktionsplanung bedienen können. Die Milliardensumme allein beantwortet für keines der Unternehmen die Frage nach dem späteren Gewinnbeitrag.

Meine Meinung dazu:

Für mich zeigt die Bestellung, dass im KI-Wettbewerb neben Geld auch die Verfügbarkeit der Hardware entscheidet. Tencent kann sich finanzieren, aber damit noch keinen Liefertermin erzwingen. Ich würde deshalb stärker auf nutzbare Kapazitäten und deren Auslastung achten als auf den angekündigten Bestellwert. Für Nvidia ist die Nachfrage ein positives Signal, für Tencent zunächst eine Investition mit offenem Ertrag. Überzeugen würde mich, wenn die zusätzlichen KI-Angebote wachsen, ohne den freien Cashflow dauerhaft unter Druck zu setzen. – Matthias von Mitschke

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