Analyse

NORMA – Vertrauen in Vorstand und Aufsichtsrat ist weg

Der stete Tropfen höhlt den Stein, heißt es im bekannten Sprichwort. Norma ist es jetzt gelungen, das Vertrauen der Aktionäre vollständig auszuhöhlen.

Erwähnte Instrumente

  • NORMA Group SE - WKN: A1H8BV - ISIN: DE000A1H8BV3 - Kurs: 18,250 € (XETRA)

Grund ist natürlich die jüngste und erneute Gewinnwarnung des Unternehmens. Aus einem kerngesunden margenstarken Konzern, hat das Management und der Aufsichtsrat, in den letzten Jahren einen schwachen und unzuverlässigen Zulieferer gemacht, der weit unter seinen Möglichkeiten operiert. Was tun mit der Norma-Aktie?

Wechsel muss her

Es gibt keinen Zweifel, das bestehende Management von Norma hat seit dem Jahr 2019 einige Gewinnwarnungen zu verantworten. Ob es Corona war oder wie im letzten Jahr noch steigende Preise für Rohstoff- und Frachtkosten. Jedes Jahr ist irgendwas. In keinem Jahr kann der Konzern seine Prognosen erfüllen. Das ist schade, denn mit der Diversifikation in nicht zyklische Bereiche, raus aus dem Autosektor, hat Norma vor vielen Jahren noch Weitsicht bewiesen. Der Bereich Bewässerung ist hoch spannend und künftig aufgrund zunehmender Dürren von essenzieller Bedeutung für eine erfolgreiche Landwirtschaft.

Aber auch im Autobereich hat man mit sicherheitsrelevanten Teilen und Verbindungselementen eine gute Position. Aufgrund der geringen Preise für die Teile und der vergleichsweisen wichtigen Funktionen, gelang es hier auch jahrelang solide und hohe Margen zu erwirtschaften. Das Wohl und Wehe eines Fahrzeugs für 50.000 EUR von einem Bauteil abhängig zu machen, das vielleicht 1 EUR kostet, veranlasst die Hersteller auch weiterhin dazu den Qualitätsanbieter zu nehmen, auch wenn dieser ein paar Cents teurer ist.

Zwischen 2011 und 2018 erzielte das Unternehmen eine stetige EBIT-Marge von ca. 16 %. 2019 übernahm Dr. Michael Schneider den Vorstandsvorsitz. Im ersten Jahr sank die Marge auf 12,4 %, im nächsten Jahr auf nur noch 4,8 %. 2021 gelang dann der Swing auf 10,4 %. Nun sollen es dieses Jahr nur 8 % werden.

Fazit: Der Niedergang des Kurses ist eng mit dem Management des Unternehmens verwoben. Hier müssen neue Köpfe her. Ein im Grunde gut aufgestellter und solider Konzern wird hier sonst noch weiter heruntergewirtschaftet. Anleger sollten das Papier meiden bis Klarheit herrscht. Ich persönlich halte Aktien von Norma bereits seit einigen Jahren in meinem Langfristdepot und liege weit hinten. Ich werde diese zunächst weiter halten, habe aber kurzfristig, also auf Sicht der nächsten Monate keine Ambitionen die Position auszubauen oder sehe Kurse jenseits der 20 bis 22 EUR Marke. Wer nicht investiert ist bleibt aktuell außen vor.

Jahr 2021 2022* 2023e*
Umsatz in Mio. EUR 1091,00 1195,00 1275
Ergebnis je Aktie in EUR 2,27 1,40 2,40
Gewinnwachstum -38,33 % 71,43 %
KGV 8 13 8
KUV 0,5 0,5 0,5
PEG neg. 0,1
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

Der Autor hält Aktien von Norma.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: NORMA Group SE (long)

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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3.

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