Munich-Re-CEO: Natürliche Fluktuation könnte bei Ergo nicht reichen
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
- Münchener Rückvers.-Ges. AG Namens-Akt.(Unsp.ADRs)1/10/o.NAktueller Kursstand: (L&S)VerkaufenKaufen
DOW JONES--Die Munich Re plant in der Rückversicherung über die natürliche Fluktuation hinaus keinen Stellenabbau. "In der Rückversicherung nutzen wir die natürliche Fluktuation", sagte der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandschef Christoph Jurecka bei einer Veranstaltung in München. Etwas anders sehe es bei der Erstversicherungstochter Ergo aus. "Bei Ergo ist es auch so, dass primär auf natürliche Fluktuation gesetzt werden soll", so der Manager weiter. Das könne bei Ergo aber möglicherweise nicht reichen, um die Effizienz wie geplant zu steigern.
Die Munich Re hatte im Rahmen der Vorstellung ihrer neuen Strategie bis 2030 im Dezember deutliche Einsparungen von konzernweit 600 Millionen Euro angekündigt. Der Konzern will damit inflationsbedingten Kostensteigerungen entgegenwirken.
Für die Rückversicherung bedeute dies, dass bei freiwerdenden Stellen etwa in München intensiver geprüft werde, ob sie nachbesetzt werden und "ob nicht die ein oder andere Stelle entweder in Polen oder in Indien oder eben an noch anderen Standorten besetzt werden kann", sagte Jurecka.
Bei Ergo dagegen sehe er ein höheres Potenzial als in der Rückversicherung, bestimmte Tätigkeiten beispielsweise mit Technologie - etwa Künstliche Intelligenz - zu unterstützen. Man wolle dies aber mit Weiterbildungsangeboten und über Freiwilligkeit auffangen. Es müsse niemand bei Ergo Angst haben, seinen Job zu verlieren, sagte der Manager.
Eine höhere Effizienz, die zu einer besseren operativen Performance beiträgt, ist ein Baustein der neuen Strategie, die vor allem auf Diversifikation setzt und den Konzern damit weniger abhängig machen soll von den Schwankungen in der Schaden-Rückversicherung. Die breite Aufstellung sei das Alleinstellungsmerkmal der Munich Re und der Kern der Strategie, sagte Jurecka. "Das gilt es auszubauen und weiter davon zu profitieren."
Die weniger volatilen Segmente - die Erstversicherungen Ergo und die Spezialversicherung sowie die Leben-Rückversicherung - sollen künftig 60 Prozent zum Ergebnis des Konzerns beitragen. Die Schaden-Unfall-Rückversicherung soll im Zielbild auf 40 Prozent kommen, bleibt laut Jurecka aber "weiterhin das starke Rückgrat unserer Gruppe".
Um auf dieses Verhältnis zu kommen, sollen die weniger volatilen Geschäfte überproportional wachsen. Zukäufe sind dabei nicht ausgeschlossen. Die Wachstumsziele basieren aber rein auf organischem Wachstum. "Wenn wir uns entscheiden würden, zuzukaufen, dann würde das die Ziele immer erhöhen", sagte der Vorstandschef.
Allerdings seien die Kriterien anspruchsvoll. Zukäufe müssten zum einen strategisch passen. Die Munich Re sei aber bereits global aufgestellt und habe viele Kompetenzen in der eigenen Organisation. "Das heißt, wenn man was kauft, muss man aufpassen, dass man nicht für irgendwas bezahlt, was man ohnehin schon hat", sagte er. Zum anderen müssten Zukäufe Werte schaffen für Aktionäre und andere Stakeholder, was auch schwierig sei.
Die Munich Re hat sich im Rahmen der Strategie "Ambition 2030" eine Eigenkapitalrendite von über 18 Prozent und eine Steigerung des Ergebnisses je Aktie pro Jahr um mehr als 8 Prozent vorgenommen. Die auslaufende Strategie hatte ein Gewinnwachstum je Aktie von über 5 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von 14 bis 16 Prozent vorgesehen.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/mgo/kla
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|
