MSCI World ohne USA: Japan, Europa und Kanada statt US-Mega-Caps
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- BNP Paribas Easy MSCI World ex USA Min TE UCITS ETF EUR Capitalisation - WKN: A42CN1 - ISIN: LU3351069201 - Kurs: 10,702 € (Tradegate BSX)
Wer einen MSCI World kauft, investiert inzwischen zu fast drei Vierteln in US-Aktien. Per Ende August entfielen 72,1 % des Index auf amerikanische Unternehmen. Nvidia allein brachte 5,6 % auf die Waage, Apple 5,1 % und Microsoft 3,9 %. Die zehn größten Positionen bestanden aus US-Titeln. Und die Informationstechnologie war mit 29,8 % der mit Abstand größte Sektor.
Diese Konzentration hat Anlegern über viele Jahre massiv geholfen. Denn US-Technologiekonzerne erzielten starkes Gewinnwachstum und profitierten zuletzt von den Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Dafür sind US-Aktien inzwischen wesentlich höher bewertet als große Teile des übrigen Industrieländeruniversums. Der MSCI USA kam Ende August auf ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 20. Beim MSCI World ex USA waren es 15,5. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis lag bei 5,7 gegenüber 2,4 außerhalb der USA.
Wer nun mit dem Gedanken spielt, sein US-Exposure etwa auszubalancieren, findet mit dem BNP Paribas Easy MSCI World ex USA Min TE UCITS ETF EUR Capitalisation (ISIN: LU3351069201, WKN: A42CN1) ein passendes Vehikel. Der ETF verzichtet vollständig auf US-Aktien. Erfreulich: Die laufenden Produktkosten liegen bei lediglich 0,08 % pro Jahr.

Ohne die USA verändert sich das Portfolio grundlegend
Der zugrunde liegende MSCI World ex USA Select Filtered Min TE Index umfasst große und mittelgroße Unternehmen aus den entwickelten Aktienmärkten außerhalb der USA. Ende August enthielt er 673 Titel.
Japan ist mit 20,7 % als Land am stärksten gewichtet, Großbritannien folgt mit 12,4 %, Kanada mit 12,0 %. Die Schweiz kommt auf 8,4 %, Frankreich auf 8,2 %. Damit unterscheidet sich die regionale Struktur erheblich vom klassischen MSCI World, in dem Japan nach den USA gerade einmal knapp 6 % erreicht.
Auch die Branchengewichte verschieben sich deutlich. Finanzwerte stehen mit 29,9 % an erster Stelle, Industrieunternehmen folgen mit 17,5 % und Informationstechnologie kommt lediglich auf 10,3 %. Beim MSCI World sind dagegen knapp 30 % des Index im Technologiesektor gebündelt. Dieser BNP ETF ist also wie ein Gegenentwurf zur üblichen Techlastigkeit, ohne die Branche ganz aus den Augen zu verlieren. Banken, Versicherer, Industrieunternehmen, Pharmawerte und Rohstoffkonzerne erhalten erheblich mehr Gewicht.
ASML ist mit 2,6 % bereits die größte Position
Auch auf Unternehmensebene sinkt die Konzentration erheblich. Größte Position ist, es wirkt fast wie ein Widerspruch zu den vorigen Aussagen der geringen Exposition im Techbereich, der niederländische Halbleiterausrüster ASML mit 2,61 %. Aber gleich danach folgen Finanz-und Pharma-Aktien.
| Unternehmen | Indexgewicht |
|---|---|
| ASML | 2,61 % |
| HSBC | 1,40 % |
| Roche | 1,21 % |
| Royal Bank of Canada | 1,18 % |
| Novartis | 1,13 % |
| Nestlé | 0,99 % |
| Siemens | 0,98 % |
| Shell | 0,96 % |
| Mitsubishi UFJ Financial Group | 0,95 % |
| AstraZeneca | 0,95 % |
Stand: 31.08.2026, Quelle: MSCI
Zusammen kommen diese zehn Unternehmen auf rund 12,4 %. Beim MSCI World erreichen bereits Nvidia, Apple und Microsoft zusammen rund 14,5 %. Die Abhängigkeit von wenigen Großunternehmen ist dadurch verringert. Gleichzeitig fehlen gaber auch eben jene Aktien, die einen erheblichen Teil der Kursgewinne des globalen Aktienmarktes in den vergangenen Jahren geliefert haben. Der Ansatz hier ist weder automatisch ein Vor- noch ein Nachteil.
"Min TE" bringt zusätzliche Filter ins Spiel
Der ETF folgt nicht dem einfachen MSCI World ex USA, sondern dem MSCI World ex USA Select Filtered Min TE Index.
"Min TE" steht für "Minimum Tracking Error". Der Indexanbieter versucht, die Struktur des MSCI World ex USA trotz zusätzlicher Nachhaltigkeitsregeln (ESG und Klima) möglichst eng nachzubilden. Tracking Error bezeichnet dabei die Schwankung der Renditedifferenz zwischen zwei Indizes beziehungsweise zwischen Fonds und Referenzindex.
Zunächst kommen Ausschlusskriterien zum Einsatz. Die Select-Filtered-Min-TE-Methodik entfernt unter anderem Unternehmen, die bestimmte Schwellenwerte bei kontroversen Themen wie Waffen, fossiler Förderung, Kohleverstromung oder Tabakproduktion überschreiten.
Zusätzlich verlangt MSCI für den konkreten Ex-USA-Index eine um mindestens 20 % niedrigere gewichtete Emissionsintensität gegenüber dem Ausgangsuniversum. Auch beim durchschnittlichen ESG-Score setzt MSCI eine Mindestanforderung.
Nach diesen Filtern optimiert MSCI die Gewichtungen so, dass die Unterschiede zum klassischen MSCI World ex USA begrenzt bleiben. Das Ergebnis ist tatsächlich relativ nah am Ausgangsindex. Der gefilterte Index enthält 673 Aktien, der normale MSCI World ex USA 755. Das erwartete KGV liegt mit 15,7 ebenfalls nur geringfügig über den 15,5 des ungefilterten Index.
Die Nachhaltigkeitsregeln sind somit relevant (bei der BNP Paribas gehören sie als Kriterium dazu), sie verwandeln das Portfolio aber nicht in einen konzentrierten Themenindex.
BNP bildet den Index physisch ab
Der ETF setzt auf physische Replikation. BNP kann dafür entweder die Aktien des Referenzindex vollständig erwerben oder eine Auswahl nutzen, mit der sich dessen Wertentwicklung möglichst genau nachbilden lässt ("Sampling"). Laut Anlageziel soll der Tracking Error des Fonds gegenüber seinem Referenzindex unter 1 % bleiben.
Die Erträge werden thesauriert und damit im Fonds wieder angelegt. Mit einer TER (Total Expense Ratio) von 0,08 % pro Jahr gehört die Anteilsklasse zu den preisgünstigen Möglichkeiten, Industrieländer außerhalb der USA abzubilden.
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Produkt | BNP Paribas Easy MSCI World ex USA Min TE UCITS ETF EUR Capitalisation |
| ISIN / WKN | LU3351069201 / A42CN1 |
| Referenzindex | MSCI World ex USA Select Filtered Min TE Index |
| Laufende Produktkosten | 0,08 % p.a. |
| Replikation | Physisch |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend |
| Indexpositionen | 673 |
| Größtes Land | Japan, 20,7 % |
| Größter Sektor | Finanzwerte, 29,9 % |
| Währungsabsicherung | Keine |
EUR im Namen schützt nicht vor Wechselkursverlusten
Die Bezeichnung "EUR Capitalisation" kann leicht zu einem Missverständnis führen. Sie bedeutet nicht, dass BNP die Fremdwährungen des Portfolios gegenüber dem EUR absichert.
Ein erheblicher Teil der Aktien notiert beispielsweise in JPY, GBP, CAD oder CHF. Veränderungen dieser Wechselkurse wirken sich deshalb auf die Rendite eines Anlegers aus, der in EUR rechnet. Die Anteilsklasse ist nicht währungsgesichert und das ist auch ganz vernünftig so, denn Absicherung kostet Geld, und letztlich gibt es nicht nur ein Währungsrisiko, sondern auch eine Währungschance.
Beim klassischen MSCI World dominiert aufgrund des großen US-Anteils das USD-Engagement. Beim Ex-USA-ETF verteilt sich das Währungsrisiko stärker auf mehrere Industrieländer mit deren Währungen.
Fazit: Ein Baustein gegen hohe USA-Gewichtung
Wer bereits über einen S&P-500-ETF, US-Einzelaktien oder einen klassischen MSCI World stark in den USA investiert ist, kann mit diesem ETF den Anteil anderer Industrieländer erhöhen, ohne weitere US-Aktien hinzuzunehmen.
Als alleiniger Ersatz für einen globalen Aktien-ETF hat das Konzept dagegen eine offensichtliche Lücke, denn der mit Abstand größte Aktienmarkt der Welt fehlt komplett. Ende August kam der MSCI USA auf eine Marktkapitalisierung von rund 64,5 Bio. USD. Der MSCI World ex USA erreichte rund 25,5 Bio. USD.
Der Bewertungsabschlag der Aktien außerhalb der USA ist erheblich, garantiert aber natürlich keine höhere Rendite. Wer angesichts des US-Megabooms ein schlechtes Gefühl hat, ist hier richtig. Ein sinnvoller Baustein in einem diversifizierten Depot.

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