MOSAIC: Schwefel-Krise frisst die Phosphat-Marge auf
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke
Mosaic kämpft mit einem Rohstoffproblem, das sich hartnäckig hält: Schwefel ist knapp und teuer, und das trifft das Phosphat-Geschäft so hart, dass selbst höhere Düngerpreise den Schaden nicht wettmachen. Das bereinigte Ergebnis übertrifft den Konsens zwar knapp, doch die Qualität des Quartals verdient einen zweiten Blick.
Der Konzernumsatz liegt im zweiten Quartal 2026 bei 2,82 Mrd. USD, verglichen mit 3,01 Mrd. USD im Vorjahresquartal und damit unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 3,10 Mrd. USD. Das bereinigte EBITDA beträgt 407 Mio. USD nach 566 Mio. USD im Vorjahr. Das bereinigte verwässerte EPS kommt auf 0,13 USD und liegt damit knapp über dem Konsens von 0,12 USD. Auf GAAP-Basis weist Mosaic einen Nettoverlust von 273 Mio. USD aus, was einem verwässerten Verlust je Aktie von 0,86 USD entspricht. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 3,1 % höher.
Die Diskrepanz zwischen bereinigtem und GAAP-Ergebnis ist dabei erheblich: Sonderbelastungen von insgesamt 351 Mio. USD vor Steuern drücken das GAAP-Ergebnis tief ins Minus. Den größten Posten macht eine Mark-to-Market-Abwertung der Maaden-Beteiligung um 162 Mio. USD aus, hinzu kommen 69 Mio. USD nicht zahlungswirksame Projektabschreibungen und 49 Mio. USD Währungsverluste. Das bereinigte EPS von 0,13 USD zeichnet damit das sauberere Bild des operativen Geschäfts, doch auch dieses zeigt Distanz zum Vorjahr: Vor zwölf Monaten stand hier noch ein bereinigtes Ergebnis von 0,51 USD je Aktie.
Potash hält die Stellung, Phosphat und Brasilien bremsen
Das Kali-Segment (Potash) erweist sich als stabiler Anker. Das bereinigte EBITDA hält sich mit 278 Mio. USD exakt auf Vorjahresniveau, obwohl die Verkaufsmengen von 2,3 auf 2,0 Mio. Tonnen zurückgehen. Höhere MOP-Preise von 275 USD je Tonne, nach 261 USD im Vorjahr, kompensieren das Volumen weitgehend. Dass die Produktionskosten je Tonne von 75 auf 84 USD gestiegen sind, trübt das Bild leicht, ist aber vor allem auf Wartungsarbeiten in Esterhazy zurückzuführen. Das Segment läuft, auch wenn es nicht wächst.
Anders das Phosphat-Segment: Das bereinigte EBITDA bricht von 217 Mio. USD auf 128 Mio. USD ein. Schwefel kostete im Quartal durchschnittlich 522 USD je Long-Tonne, Ammoniak 621 USD je Tonne. Zusammen mit niedrigeren Auslastungsraten infolge der im Mai eingeleiteten Produktionsdrosselung ergibt sich eine Bruttomarge je Tonne von minus 4 USD. Höhere DAP-Preise von 773 USD je Tonne, nach 668 USD im Vorjahr, mildern den Schaden, reichen aber nicht aus. Mosaic Fertilizantes in Brasilien leidet unter denselben Rohstoffproblemen, verschärft durch schwache Inlandsnachfrage: Das bereinigte EBITDA fällt von 159 Mio. USD auf 60 Mio. USD.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die Guidance für das Gesamtjahr 2026 enthält eine weitere Kürzung der Investitionsausgaben auf nun 1,20 Mrd. USD, nach zuvor 1,25 Mrd. USD. Es ist bereits die zweite Kürzung in Folge, was den Willen zur Liquiditätssicherung unterstreicht, zugleich aber zeigt, wie wenig Spielraum das Unternehmen derzeit hat. Die Kali-Produktionsprognose von rund 9 Mio. Tonnen für 2026 bleibt unverändert.
Für das dritte Quartal erwartet Mosaic im Phosphat-Segment Verkaufsmengen von nur 1,1 bis 1,4 Mio. Tonnen, da Anfang Juli weitere Produktionsstilllegungen umgesetzt wurden: Die Anlage Faustina ist vollständig abgeschaltet, Bartow läuft nur noch mit 40 % Auslastung. Gleichzeitig wurden Schwefelverträge für das dritte Quartal zu 705 USD je Long-Tonne abgeschlossen, was die Kosten im vierten Quartal belasten wird. Das Mosaic-Fertilizantes-Segment erwartet im dritten Quartal ein bereinigtes EBITDA unterhalb des zweiten Quartals. Die Wortwahl des Managements lässt dabei keinen Zweifel: Eine schnelle Normalisierung der Rohstoffmärkte wird nicht erwartet, der Zeitpunkt bleibt offen. Der Free Cashflow lag im Quartal bei minus 153 Mio. USD, was für sich genommen kein Drama ist, aber laut Prognose erst durch sinkende Investitionen und einen Lagerabbau in Brasilien im zweiten Halbjahr wieder ins Positive drehen soll.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 12,05 Mrd. USD | 12,63 Mrd. USD | 12,72 Mrd. USD |
| EPS | 1,70 USD | 0,69 USD | 1,81 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Der Schwefel-Engpass ist das prägende Thema dieses Quartals und noch längst nicht ausgestanden. Das bereinigte EPS übertrifft den Konsens knapp, der Umsatz verfehlt ihn, und das Phosphat-Segment arbeitet mit negativer Bruttomarge je Tonne. Auf der Habenseite stehen ein stabiles Kali-Geschäft, steigende Düngerpreise und ein Management, das konsequent Kosten und Investitionen kürzt. Die Guidance für das dritte Quartal signalisiert jedoch weiteren Gegenwind, und die Schwefelverträge zu 705 USD je Long-Tonne werden erst im vierten Quartal voll durchschlagen. Bei einem KGV von rund 12,5 ist die Bewertung niedrig, doch solange die Rohstoffkosten nicht nachgeben, fehlt der Aktie ein klarer Kurstreiber.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|

