MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
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DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
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+++++ TAGESTHEMA +++++
Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands dürfte im Dezember gesunken sein. Volkswirte erwarten, dass der Output von verarbeitendem Gewerbe, Bau- und Energiewirtschaft gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gesunken ist. Im Oktober hatte die Produktion um 2,0 Prozent zugelegt und im November um 0,8 Prozent. Mit den Dezember-Daten rundet sich nun das Bild für das vierte Quartal, wobei bereits bekannt ist, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) insgesamt um 0,3 Prozent gestiegen ist. Allerdings könnte der Rückgang der Produktion im Dezember noch etwas stärker als in der vergangenen Woche prognostiziert ausfallen: Der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe ist um 1,4 Prozent gesunken. Das deutet auf etwas schwächeres Produktionsergebnis hin.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
BECHTLE (7:30)
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das Gesamtjahr 2025 (Angaben in Millionen Euro, Ergebnis je Aktie und Dividende in Euro, Marge In Prozent):
PROG PROG PROG
GESAMTJAHR Gj25 ggVj Zahl Gj24
Geschäftsvolumen 6.701 -16% 9 7.949
Umsatz 6.472 +3% 10 6.306
Ergebnis vor Steuern 319 -7% 10 345
Ergebnis vor Steuern-Marge 4,9 -- 10 5,5
Ergebnis nach Steuern/Dritten 230 -6% 6 245
Ergebnis je Aktie 1,83 -6% 4 1,95
Dividende je Aktie 0,67 -4% 9 0,70
Weitere Termine:
13:00 US/Philip Morris International Inc, Jahresergebnis
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende Siemens Healthineers 1,00 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- DE
08:00 Handelsbilanz Dezember
Handelsbilanz kalender- und saisonbereinigt
PROGNOSE: k.A.
zuvor: +13,0 Mrd Euro
Exporte
PROGNOSE: +1,0% gg Vm
zuvor: -2,5% gg Vm
Importe
PROGNOSE: -0,2% gg Vm
zuvor: +0,8% gg Vm
08:00 Produktion im produzierenden Gewerbe Dezember
saisonbereinigt
PROGNOSE: -0,2% gg Vm
zuvor: +0,8% gg Vm
- US
16:00 Index Verbraucherstimmung Uni Michigan (1. Umfrage) Februar
PROGNOSE: 55,0
zuvor: 56,4
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 24.567,00 +0,2% E-Mini-Future S&P-500 6.812,25 -0,1% E-Mini-Future Nasdaq-100 24.593,75 -0,2% Nikkei-225 (Tokio) 54.222,88 +0,8% Hang-Seng (Hongk.) 26.661,76 -0,8% Shanghai-Comp. 4.085,43 +0,2% Vortag: INDEX zuletzt +/- % DAX 24.491,06 -0,5% DAX-Future 24.521,00 -0,9% XDAX 24.439,09 -0,2% MDAX 31.434,51 -0,3% TecDAX 3.628,05 +0,4% SDAX 17.878,47 -0,3% Euro-Stoxx-50 5.925,70 -0,7% Stoxx-50 5.071,44 -0,8% Dow-Jones 48.908,72 -1,2% S&P-500 6.798,40 -1,2% Nasdaq Composite 22.540,59 -1,6%
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Weiterhin seitwärts werden Europas Börsen am Freitag erwartet. Wie in den Vortagen dürften sich die Haupt-Indizes relativ ruhig zeigen, während es im Hintergrund bei den Branchen zu deutlichen Kursausschlägen kommt. "Die heftige Sektorrotation sorgt aber dafür, dass sich Gewinner und Verlierer ausgleichen", kommentierte ein Händler. So ging es bei Auto- und Chemiewerten dank besserer Konjunkturaussichten zuletzt nach oben, Telekom- und Nahrungsmittelwerte waren als "sichere Häfen" gegen den Technologie-Crash gesucht. Zinsentscheidung und Aussagen der EZB haben derweil keine größeren Spuren hinterlassen. Mit dem Hinweis auf die Datenabhängigkeit ihrer Entscheidungen hat sich die Zentralbank jeden Spielraum erhalten.
Rückblick: Leichter - Keine Veränderungen der Leitzinsen, keine Veränderung in der Kommunikation - dies war die Botschaft der EZB. Die Akzente setzte aber die Berichtssaison. Aus dem Bankensektor legten BBVA sowie BNP Paribas Geschäftszahlen vor, der Branchenindex notierte 3,3 Prozent im Minus. BNP Paribas (+1,1%) habe positiv überrascht, der Gewinn 5 Prozent über dem Konsens gelegen, so Jefferies. BBVA stürzten dagegen um 8,8 Prozent ab. Die Geschäftszahlen entsprachen zwar den Erwartungen. Die Zahlen für die Türkei und Südamerika hätten die Schätzungen aber verfehlt, merkten Marktakteure an. Vestas fielen um 8,7 Prozent, nachdem der Windturbinenhersteller einen durchwachsenen Geschäftsbericht vorgelegt hatte. Das Unternehmen meldete für das Schlussquartal ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern unter Konsens. Für den Wettbewerber Nordex ging es um 2,6 Prozent nach unten. Die von Volvo Car (-23,6%) verfehlten Umsatz- und Gewinnziele bedeuteten, dass die Konsensschätzungen um 10 bis 15 Prozent gesenkt werden könnten, urteilte die UBS. Der Sektor der Automobilhersteller gehörte mit minus 2,7 Prozent zu den Verlierern.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Leichter - Die Stimmung hat sich leicht eingetrübt, der Rücksetzer wurde kaum für Käufe genutzt. Mit einem Minus von 6,5 Prozent stellten Rheinmetall den DAX-Tagesverlierer. Der Rüstungskonzern hatte mit dem Pre-Close-Call nicht überzeugt, wie Berenberg anmerkte. Nach durchwachsenen Geschäftszahlen gaben Siemens Healthineers 0,5 Prozent nach. Der Umsatz liege im ersten Quartal einen Tick unter den Konsensschätzungen. Als sehr vernünftig wurde an der Börse der sofortige Beginn des Aktienrückkaufs bei SAP gewertet, die Aktie gewann gegen den Trend knapp 2 Prozent. Qiagen (-0,6%) legte bessere Quartalszahlen vor und der Ausblick für das Gesamtjahr entsprach den Erwartungen. Rational haussierten nach Geschäftszahlen um 13,5 Prozent. Die Zahlen lägen deutlich über den Schätzungen. Die deutschen Automobilhersteller litten unter den Geschäftszahlen von Volvo Cars. VW (-3,7%), BMW (-2,3%) wie auch Mercedes-Benz (-3,2%) wurden gleich mitverkauft. Nordex wurden derweil von den enttäuschenden Quartalszahlen von Wettbewerber Vestas belastet - der Kurs schloss 2,6 Prozent im Minus. Bei Heidelberger Druckmaschinen missfiel der Auftragseingang, die Aktie wurde mit einem Minus von 14 Prozent abgestraft.
XETRA-NACHBÖRSE
Laut einem Händler von Lang & Schwarz wurden Bayer 3,5 Prozent fester getaxt. Hintergrund waren erfolgreiche Studienergebnisse.
USA - AKTIEN
Schwach - Die Verunsicherung mit Blick auf die Softwarebranche dauert an, der Branchenindex im S&P-500 gab weitere 1,7 Prozent ab. Auslöser war das KI-Unternehmen Anthropic, das ein Zusatzmodell für seinen Chatbot Claude vorgestellt hatte, das auch juristische Aufgaben übernehmen kann. Am Markt sah man dadurch das Geschäftsmodell der Anbieter von Software-as-a-Service gefährdet. Vor diesem Hintergrund wurde die Absicht von Alphabet, die Investitionen 2026 zu verdoppeln, kritisch hinterfragt, zumal der Markt von deutlich niedrigeren Ausgaben ausgegangen war. Daher stand der gesamte Technologiesektor unter Druck. Nach zuletzt schwachen ADP-Daten sendete der Arbeitsmarkt erneut Zeichen der Schwäche. Die wöchentlichen Daten fielen schwächer als veranschlagt aus. Zudem sank die Zahl der offenen Stellen im Dezember auf das tiefste Niveau seit 2020. Alphabet hatte mit den Viertquartalszahlen die Markterwartungen übertroffen. Kritisch sahen Anleger aber die Investitionspläne - die Aktie fiel daher um 0,5 Prozent. Qualcomm stürzten um 8,5 Prozent ab. Der Chiphersteller hatte zwar besser abgeschnitten als erwartet, mit der Umsatzprognose jedoch die Konsenserwartung verfehlt. Nvidia (-1,4%) hatte Vertreter der US-Regierung gewarnt, dass die kürzlich veröffentlichten Vorschriften für Chip-Exporte nach China zu streng seien und zu Lasten der Nachfrage gehen könnten.
USA - ANLEIHEN
Die Notierungen der US-Anleihen zeigten sich fester. Die Zehnjahresrendite verlor mit den schwachen Arbeitsmarktdaten 8 Basispunkte auf 4,20 Prozent.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Do, 17:59 Uhr % YTD EUR/USD 1,1800 +0,2% 1,1782 1,1801 +0,5% EUR/JPY 185,08 +0,0% 185,01 185,16 +0,5% EUR/CHF 0,9161 -0,1% 0,9166 0,9173 -1,4% EUR/GBP 0,8692 -0,1% 0,8703 0,8713 -0,9% USD/JPY 156,85 -0,1% 157,04 156,90 +0,0% GBP/USD 1,3575 +0,3% 1,3537 1,3545 +1,3% USD/CNY 6,9594 +0,0% 6,9589 6,9530 -1,0% USD/CNH 6,9385 +0,0% 6,9382 6,9345 -0,6% AUS/USD 0,6959 +0,4% 0,6929 0,6969 +4,9% Bitcoin/USD 65.733,95 +2,8% 63.926,40 67.879,55 -18,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
February 06, 2026 01:31 ET (06:31 GMT)
Der Euro zog zunächst leicht an, kam dann aber wieder zurück. Die EZB hatte ihren Leitzins wie erwartet bestätigt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde spielte die jüngste Aufwertung der Gemeinschaftswährung zwar herunter und stützte damit die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich. Allerdings könnte die EZB ihren Leitzins nach Einschätzung von ING-Europa-Chefvolkswirt Carsten Brzeski wegen des starken Euro doch noch senken. Der Dollar-Index erholte sich von den Tagestiefs und zeigte sich zuletzt 0,3 Prozent fester. Gestützt wurde der Greenback auch von falkenhaften Aussagen von Atlanta-Fed-Präsident Raphael Bostic.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.854,04 4.774,29 +1,7% 79,75 +14,9% Silber 73,53 70,90 +3,7% 2,63 +23,7% Platin 1.682,72 1.690,39 -0,5% -7,67 +8,2% Kupfer 5,78 5,82 -0,7% -0,04 +2,4% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Bei Gold (-2,8%) wurden Gewinne mitgenommen - der Markt blieb äußerst volatil.
ÖL
ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 64,21 63,29 +1,5% 0,92 +11,8% Brent/ICE 68,47 67,55 +1,4% 0,92 +12,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Erdöl verbilligte sich um rund 2,9 Prozent. Belastet wurde Rohöl von den nun doch geplanten Gesprächen zwischen dem Iran und den USA am Freitag im Oman. Damit sanken Angebotssorgen.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
FED
Die meisten Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve scheinen entschlossen zu sein, die Leitzinsen in naher Zukunft stabil zu halten. Dazu gehört auch der Präsident der Atlanta Fed, Raphael Bostic. "Für mich ist die Inflation schon zu lange zu hoch", sagte Bostic während einer Veranstaltung an der School of Business der Clark Atlanta University. "Es ist wichtig, dass unsere Politik eine moderat restriktive Haltung beibehält. Denn dies ist eine Position, welche die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir die Inflation wieder auf unser 2-Prozentziel zurückführen."
BAYER
Der Gerinnungshemmer Asundexian von Bayer reduziert das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls substanziell, und zwar um 26 Prozent. Das ist das Ergebnis der zulassungsrelevanten Studie Oceanic Stroke mit mehr als 12.300 Teilnehmern, deren Details der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern bei der International Stroke Conference 2026 in New Orleans vorstellte. Damit stehen die Chancen gut, dass das Mittel, ein sogenannter FXIa-Hemmer, für Bayer doch noch zu einem Verkaufserfolg wird.
VOLKSWAGEN
hat sich mit der US-Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) auf Lohnerhöhungen für Beschäftigte in seinem Montagewerk im US-Bundesstaat Tennessee geeinigt. Mehr als 3.000 nach Arbeitsstunden bezahlte Mitarbeiter sollen im Rahmen einer neuen vorläufigen Vereinbarung insgesamt rund 20 Prozent mehr Lohn über vier Jahre erhalten, wie die Gewerkschaft mitteilte.
SOCIETE GENERALE
hat nach einem höheren Nettogewinn im vierten Quartal ihr Profitabilitätsziel für dieses Jahr angehoben. Die Bank prognostiziert höhere Einnahmen und niedrigere Kosten. Im vierten Quartal wies die Societe Generale einen Nettogewinn von 1,42 Milliarden Euro aus nach 1,04 Milliarden Euro im Vorjahr. Dies führte zu einer Rendite auf das materielle Eigenkapital von 9,5 Prozent. Analysten hatten einen Nettogewinn von 1,17 Milliarden Euro prognostiziert.
NEWS CORP
übertraf mit seinen Umsätzen die Erwartungen der Analysten. Die Einnahmen im zweiten Quartal, das am 31. Dezember endete, legten um 5,5 Prozent auf 2,36 Milliarden US-Dollar zu und übertrafen die Erwartungen der Analysten leicht. Das Segmentergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um 9 Prozent auf 521 Millionen US-Dollar. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank um 21 Prozent auf 242 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren Gewinne aus einem Verkauf von Vermögenswerten enthalten. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn sank um 10 Prozent auf 193 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie betrug 40 Cent, während die von FactSet befragten Analysten einen bereinigten Gewinn von 37 Cent pro Aktie erwartet hatten.
TOYOTA MOTOR
Koji Sato tritt als Vorstandsvorsitzender von Toyota Motor zurück. Der weltgrößte Autobauer meldet zugleich einen Rückgang des Quartalsnettogewinns. Neuer CEO wird der bisherige Finanzvorstand Kenta Kon. Toyota verzeichnete in den drei Monaten bis Ende Dezember einen Nettogewinn von 1,257 Billionen Yen, was 8 Milliarden US-Dollar entspricht. Dies ist ein Rückgang von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten laut einer Umfrage des Datenanbieters Quick mit 917,08 Milliarden Yen gerechnet.
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