MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
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DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++
MONTAG: In Tokio bleibt die Börse wegen des Feiertages "Seijin no Hi" geschlossen.
+++++ TAGESTHEMA +++++
Deutschland wird aus Sicht von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom Mercosur-Abkommen mit Südamerika profitieren. "Exportstarke Nationen wie Deutschland werden besonders profitieren, wenn Europas Ausfuhren in die Mercosur-Region bis 2040 um geschätzte 50 Milliarden Euro ansteigen", sagte Ursula von der Leyen der Bild-Zeitung. Chancen sieht von der Leyen vor allem für die Krisensektoren: "Für Branchen, die in den vergangenen Jahren besonders zu kämpfen hatten, wie der Maschinenbau, die Autoindustrie oder unseren Chemiesektor öffnet sich kurzfristig das Tor zu einem riesigen neuen Absatzmarkt. Sie werden die ersten sein, die von der Offenheit unserer südamerikanischen Partner profitieren." Das werde sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Nach dem Willen der EU-Kommissionspräsidentin soll sich der Freihandel noch auf zwei andere Kontinente ausweiten: "Die Kommission wird in den kommenden Wochen alles daran setzen, auch die laufenden Verhandlungen mit Indien und Australien über die Ziellinie zu bringen. (...)."
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
14:00 DE/Volkswagen AG (VW), Absatzzahlen Konzern 2025
17:45 NL/Airbus SE, Flugzeugauslieferungen und -bestellungen 2025 (18:30 PK)
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Iberdrola 0,253 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- DE
10:30 Sentix-Konjunkturindex Deutschland Januar
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.345,00 -0,2% E-Mini-Future S&P-500 6.960,25 -0,6% E-Mini-Future Nasdaq-100 25.689,25 -1,0% Nikkei-225 (Tokio) 51.939,89 +1,6% Hang-Seng (Hongk.) 26.480,90 +0,9% Shanghai-Comp. 4.154,26 +0,8% Freitag: DAX 25.261,64 +0,5% DAX-Future 25.406,00 +0,6% XDAX 25.275,60 +0,1% MDAX 32.167,17 +0,3% TecDAX 3.820,24 +1,1% SDAX 18.118,57 +1,2% Euro-Stoxx-50 5.997,47 +1,6% Stoxx-50 5.085,28 +1,4% Dow-Jones 49.504,07 +0,5% S&P-500 6.966,28 +0,6% Nasdaq Composite 23.671,35 +0,8%
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Mit einem wenig veränderten Wochenstart an den Aktienmärkten rechnen Händler am Morgen. "Nach fast 1.500 Punkten Plus in der jüngsten Aufwärtswelle wäre ein Konsolidierungstag nichts Ungewöhnliches", so ein Händler zum DAX. Vom Umfeld kommen wenig Impulse: Der Bund-Future tritt auf der Stelle und auch die Ölpreise bewegen sich trotz der angespannten Situation im Iran nur wenig. "Aus technischer Sicht sind DAX und HDAX mittlerweile massiv überkauft", sagt Vermögensverwalter Thomas Altmann von QC Partners. Der HDAX als Index für die 110 größten und liquidesten deutschen Aktien habe 12 Handelstage am Stück zugelegt. Eine noch längere Gewinnserie habe es seit Auflegen des Index im Jahr 1988 nur einmal gegeben: 1997 sei der HDAX 13 Tage am Stück gestiegen.
Rückblick: Fest - Der Euro-Stoxx-50 stieg auf Rekordhoch - getrieben vom Technologie- und Rohstoffsektor, die um 3,5 bzw. 2,0 Prozent zulegten. Auch Ölwerte (+2,5%) zeigten sich fest. Der US-Arbeitsmarktbericht lieferte kaum Impulse. Vielmehr belegte er, dass die US-Wirtschaft nicht mehr der Jobmotor der vergangenen Jahre ist. Es wurde gleichwohl weiterhin damit gerechnet, dass die US-Notenbank im Januar die Leitzinsen bestätigen wird. Rio Tinto (-3%) und Glencore (+9,6%) verhandeln erneut über eine mögliche Fusion, aus der das weltweit größte Bergbau-Unternehmen hervorgehen könnte. Analysten glauben, dass BHP (-1%) einer Fusion nicht tatenlos zusehen werde. Es könnte ein Bieterstreit drohen. Die Geopolitik stand beim Ölpreis im Fokus, der deutlich stieg und den Ölsektor anschob. Stützend im Technologiesektor wirkten die jüngsten Umsatzzahlen von TSMC. Diese waren im Dezember laut Equita mit einem Zuwachs von 20 Prozent weit über der Schätzung von 13 Prozent geblieben.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Etwas fester - Der DAX markierte erneut ein Rekordhoch. Für die Aktie von Volkswagen ging es 2,0 Prozent nach oben, auch weil Jefferies das Kursziel erhöht hatte. Der Konzern dürfte unter den Autoherstellern am ehesten einen verbesserten Ausblick für das operative Geschäft im Jahr 2026 geben und hätte zudem Spielraum für Überraschungen bei strategischen Entscheidungen, so die Analysten. Bei den Werten aus dem Technologiebereich ging es für Infineon um 2,4 Prozent aufwärts, Aixtron legten um 4 Prozent zu und Suss Microtec schlossen 5,5 Prozent im Plus. Zudem hatte Teamviewer vorläufige Geschäftszahlen veröffentlicht. Die Meldung wirkte stabilisierend, da keine weitere operative Verschlechterung sichtbar werde und sich für 1E erstmals ein konstruktives Signal zeige, so die DZ Bank. Der Kurs zog um 4,4 Prozent an.
XETRA-NACHBÖRSE
Im Windschatten der freundlich tendierenden Wall Street haben die Kurse ihre Gewinne noch geringfügig ausgebaut. Nachrichtlich war es erneut sehr ruhig. Baywa zeigten sich am Abend wenig bewegt, nachdem das Unternehmen die sofortige Ablösung des CEO mitgeteilt hatte.
USA - AKTIEN
Freundlich - Die Arbeitsmarktdaten enthielten Licht und Schatten. Der Stellenaufbau blieb hinter den Erwartungen zurück, während die Arbeitslosenquote niedriger als erwartet ausfiel. Andere Konjunkturdaten traten etwas in den Hintergrund. Die Baubeginne gaben im Oktober deutlicher nach. Der Index der Verbraucherstimmung stieg im Januar stärker als erwartet. Insgesamt blieb die mittelfristige Zinssenkungshoffnung intakt. Bei den Einzelwerten machten Intel einen Kurssprung von 10,8 Prozent. US-Präsident Trump hatte gesagt, die Regierung sei stolz auf ihren Einstieg bei Intel. In nur vier Monaten habe die Beteiligung dem Volk mehrere zehn Milliarden Dollar eingebracht. GM fielen um 2,7 Prozent. Der Konzern rechnet im vierten Quartal mit Aufwendungen von 6 Milliarden Dollar aufgrund einer Überprüfung seiner Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge. Aktien aus dem Bereich KI waren gesucht nach besser als erwartet ausgefallenen Umsatzzahlen von TSMC. Applied Materials stiegen um 6,9 Prozent, Lam Research gewannen 8,6 Prozent und Broadcom 3,8 Prozent. Revolution Medicines verteuerten sich um 10,6 Prozent. Hintergrund war ein FT-Bericht, wonach Merck & Co (-0,4%) über einen Kauf verhandelt.
USA - ANLEIHEN
Der Anleihemarkt reagierte kaum auf die Arbeitsmarktdaten. Die Zehnjahresrendite sank um 1 Basispunkt auf 4,17 Prozent.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Fr, 17:03 % YTD EUR/USD 1,1669 +0,3% 1,1632 1,1643 -1,0% EUR/JPY 184,41 +0,3% 183,88 183,78 -0,2% EUR/CHF 0,9312 -0,1% 0,9317 0,9323 +0,2% EUR/GBP 0,8686 +0,0% 0,8683 0,8674 -0,5% USD/JPY 158,04 -0,0% 158,05 157,84 +0,7% GBP/USD 1,3435 +0,3% 1,3398 1,3422 -0,5% USD/CNY 7,0093 -0,1% 7,0093 7,0071 -0,2% USD/CNH 6,9711 -0,1% 6,9764 6,9730 -0,0% AUS/USD 0,6697 +0,2% 0,6686 0,6685 +0,3% Bitcoin/USD 92.000,50 +1,8% 90.413,75 91.350,30 +2,0%
Der Dollar gab nach den Arbeitsmarktdaten seine leichten Gewinne kurzzeitig ab, erholte sich im Anschluss aber wieder. Der Dollar-Index gewann 0,2 Prozent.
Der Dollar neigt am Morgen zur Schwäche. Der Streit um die US-Notenbank belastet den Greenback. Die US-Regierung will nun juristisch gegen die Fed vorgehen. Laut Fed-Chef Jerome Powell geht es um angebliche Falschaussagen vor dem Bankenausschuss des Senats im Zusammenhang mit dem Umbau der Fed-Zentrale. Powell verweist aber auf politischen Druck wegen der Geldpolitik, die US-Präsident Donald Trump für zu straff hält. Der Markt preise eine institutionelle Risikoprämie ein, heißt es bei der Saxo Markets.
+++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 4.582,55 4.509,97 +1,6% 72,58 +4,4% Silber 84,34 79,63 +5,9% 4,71 +11,7% Platin 2.026,79 1.956,28 +3,6% 70,51 +11,5% Kupfer 5,99 5,90 +1,5% 0,09 +3,1% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags (Angaben ohne Gewähr)
Der Goldpreis drehte mit den schwächeren US-Arbeitsmarktdaten ins Plus. Für die Feinunze ging es um 0,5 Prozent auf 4.501 Dollar aufwärts. Das Lohnwachstum beschleunige sich und unterstreiche damit das Narrativ der hartnäckigen Inflation, welches bereits den starken Anstieg der Gold- und Silberpreise im vergangenen Jahr mit angetrieben habe, hieß es.
Der Goldpreis zieht weiter. Getrieben wird er einerseits von den Spannungen im und um den Iran. Daneben treibt der Streit um die US-Notenbank den Preis.
ÖL
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 59,28 59,12 +0,3% 0,16 +2,3% Brent/ICE 63,46 63,34 +0,2% 0,12 +3,5%
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
January 12, 2026 01:31 ET (06:31 GMT)
Die Ölpreise setzten ihre steigende Vortagesentwicklung fort. Das Barrel der US-Sorte WTI verteuerte sich um 2,4 Prozent auf 59,12 Dollar. Stützend wirkte die Warnung von Präsident Trump, dass die USA den Iran "sehr hart" treffen würden, sollte die Regierung dort Proteste gewaltsam unterdrücken. Positiv wirkte auch ein Gesetzesvorhaben des US-Kongresses, das harte Maßnahmen gegen Käufer von sanktioniertem russischem Öl ermöglichte.
+++++ MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR +++++
US-GELDPOLITIK
Der Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank Fed spitzt sich weiter zu. Nun haben Staatsanwälte gegen Jerome Powell wegen seiner Aussage im vergangenen Sommer über das Renovierungsprojekt des Zentralbankgebäudes Ermittlungen aufgenommen, sagten Regierungsbeamte, die Kenntnis von der Angelegenheit haben. Er habe am Freitag einen Ermittlungsbescheid zugestellt bekommen, wo mit einer strafrechtlichen Anklage im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats gedroht werde, sagte der Fed-Chef. Gegenstand der Untersuchungen ist die milliardenschwere Renovierung der Notenbank, die Trump bereits im Vorfeld wegen ausufernder Kosten kritisiert hatte.
ÖLMARKT
US-Präsident Trump hat Führungskräfte von fast zwei Dutzend Ölkonzernen gedrängt, sich in Venezuela zu engagieren und eines der größten Ölvorkommen der Welt anzubohren. Die Führungskräfte der größten Unternehmen, die derzeit nicht in dem Land tätig sind, hielten sich bei der Unterredung am Freitag jedoch mit Zusagen schneller Investitionen zurück.
MERCEDES-BENZ
Der Premiumautohersteller passt seine Strategie beim autonomen Fahren an. Mercedes-Benz stellt Pläne für autonome Assistenzsysteme, die das freihändige Fahren ermöglichen, vorerst zurück. So soll in der überarbeiteten Oberklassenlimousine S-Klasse das Fahren auf dem sogenannten Level 3, bei dem der Mensch am Steuer Filme schauen kann, nicht mehr verfügbar sein, heißt es aus Konzernkreisen. Die neue S-Klasse wird Ende Januar vorgestellt. Stattdessen will sich der Konzern zunächst verstärkt auf automatisierte Fahrerassistenten konzentrieren, bei denen der Fahrer jederzeit aufmerksam bleiben muss. (Handelsblatt)
VW
Volkswagen will mit der neuen Markengruppen-Struktur in der Produktion bis zum Jahr 2030 eine Milliarde Euro sparen. Das erfuhr die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche aus Konzernkreisen. Die Pläne von Brand-Group-Core-Chef Thomas Schäfer sehen vor, 600 Millionen Euro beim Personal und 400 Millionen in der Fertigung selbst einzusparen, etwa durch die gemeinsame Nutzung von Plattformen, hieß es. Die Maßnahmen sind Teil der Performance-Programme der Marken. In der Brand Group Core sind die Volumenhersteller VW Pkw, Seat/Cupra, Skoda und VW Nutzfahrzeuge gebündelt. Die neue Struktur sieht vor, dass die Werke regional gemanagt werden statt von den Marken. Begonnen hat der Umbau bereits in Spanien und Portugal. (Automobilwoche)
WIRECARD
Für den früheren Wirecard-Vorstandschef Markus Braun zeichnet sich eine Verurteilung zu einer Haftstrafe von mehr als zehn Jahren ab. Das geht aus einem Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) München hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Mit der Entscheidung vom 4. Dezember wies das OLG eine Beschwerde Brauns gegen seine Untersuchungshaft ab. Demnach habe sich der Tatverdacht nach mehr als 230 Hauptverhandlungsterminen weiter verdichtet. Das Urteil könnte im Laufe des zweiten Quartals gesprochen werden. (Handelsblatt)
BAYWA
Nach nur zehn Monaten im Amt wird der Vorstandsvorsitzende der Baywa AG, Frank Hiller, abgelöst. Der Aufsichtsrat und Frank Hiller hätten sich darauf verständigt, dass er mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausscheide, teilte der Konzern am Freitagnachmittag mit. Die Restrukturierung ist laut Baywa "im Plan und wird unvermindert fortgesetzt".
NOVARTIS
investiert in den USA und errichtet die vierte US-Produktionsstätte für Radioligandentherapie (RLT) in Winter Park im Bundesstaat Florida. Die Anlage sei Teil der im April 2025 angekündigten US-Investition des Unternehmens in Höhe von 23 Milliarden US-Dollar, erklärte der Pharma-Konzern. Die neue Anlage soll bis 2029 in Betrieb genommen werden.
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros/flf
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