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16:01 Uhr, 06.01.2026

Meta schiebt Europa-Start smarter Ray-Ban-Brillen wegen US-Nachfrage auf

Von Joshua Kirby

DOW JONES--Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat die Einführung seines neuesten Smartglasses-Modells in Ländern außerhalb der USA aufgeschoben und das mit der hohen Nachfrage amerikanischer Kunden begründet.

Das intelligente Brillenmodell "Ray-Ban Display", das in Zusammenarbeit mit dem französisch-italienischen Brillenkonzern Essilorluxottica entwickelt wurde, sollte ursprünglich Anfang dieses Jahres in Kanada, Frankreich, Großbritannien und Italien in den Verkauf gehen. Aufgrund der hohen Nachfrage und begrenzter Lagerbestände werde sich die Markteinführung jedoch verzögern, schrieb Meta-Kommunikationsmanagerin Lisa Brown Jaloza in einem Blogbeitrag auf der Website des Technologiekonzerns.

"Seit der Markteinführung [des Modells] im vergangenen Herbst haben wir ein überwältigendes Interesse festgestellt, sodass die Wartelisten für das Produkt nun bis weit ins Jahr 2026 reichen", schrieb Brown Jaloza. "Aufgrund dieser beispiellosen Nachfrage und der begrenzten Lagerbestände haben wir beschlossen, unsere geplante internationale Expansion vorübergehend auszusetzen."

Man wolle sich weiterhin darauf konzentrieren, die Aufträge in den USA zu erfüllen, während der Ansatz für die internationale Verfügbarkeit neu bewertet werde.

Essilorluxottica, der Hersteller von Brillenmarken wie Ray-Ban und Oakley, reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass seine Partnerschaft mit Meta den Absatz gesteigert habe. Man erwarte eine weitere Beschleunigung des Umsatzes, da immer mehr Verbraucher Brillen mit integrierter Technologie nutzen würden.

Die Meta Ray-Ban Display wurde im vergangenen Jahr in den USA eingeführt und trieb den Boom bei sogenannten Wearables weiter voran, elektronischen Geräte, die am Körper oder in der Kleidung getragen werden. Das Gerät kann zum Fotografieren und Streamen von Inhalten genutzt werden. Im Gegensatz zu früheren Smartglasses verfügt dieses Modell über ein kleines Display, das der Träger aus dem Augenwinkel sehen kann. Über das Smartphone des Nutzers sind die Brillen zudem mit Funktionen der Künstlichen Intelligenz (KI), wie etwa KI-Assistenten, verknüpft.

Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Meta, sagte beim jüngsten Handelsupdate zu Investoren, dass man die Branche bei KI-Brillen weiterhin anführe.

Die verbesserten KI-Funktionen haben in den letzten Jahren für einen Sprung bei Wearables gesorgt. Google plant, noch in diesem Jahr eine eigene Brille auf den Markt zu bringen, die auf seinem Sprachmodell Gemini basiert. OpenAI, der Eigentümer von ChatGPT, bereitet unterdessen die Einführung einer eigenen Familie von KI-Geräten bis 2027 vor.

Die News Corp, zu der das Wall Street Journal und diese Nachrichtenagentur gehören, hat eine Vereinbarung mit OpenAI zur Lizenzierung ihrer Inhalte geschlossen.

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