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15:50 Uhr, 04.06.2024

MÄRKTE USA/Zwischen Zinssenkungshoffnungen und Konjunktursorgen

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NEW YORK (Dow Jones) - Nachdem schwache Konjunkturdaten in den vergangenen Wochen als Signal für mögliche kommende Zinssenkungen tendenziell begrüßt wurden, scheinen nun Konjunktursorgen die Oberhand zu gewinnen. Nach einem schwach ausgefallenen ISM-Index für die US-Industrie am Vortag bewegen sich die Rentenrenditen zwar weiter nach unten, doch der Aktienmarkt profitiert davon erneut kaum bzw. zum Start am, Dienstag nicht. Der Dow-Jones-Index sinkt um 0,4 Prozent auf 38.423 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßen 0,3 bzw. 0,1 Prozent ein. Am Rentenmarkt fallen die Renditen nach der Talfahrt des Vortages weiter.

Im Handel geht die Frage um, ob die weiche Landung der US-Konjunktur angesichts des hohen Zinsniveaus, an dem sich wegen der hartnäckig hohen Inflation wohl kurzfristig nichts ändern dürfte, tatsächlich gelingt. Die Daten seien definitiv welche gewesen, "die den Optimismus über den aktuellen Zustand der US-Wirtschaft gedämpft haben", urteilt die Deutsche Bank. Immer mehr Stimmen warnen, dass sich die konjunkturellen Warnsignale häufen. In diesem Zusammenhang wird auch auf die aktuell deutlich sinkenden Ölpreise verwiesen.

"Meine größte Sorge für diesen Markt bleibt, dass wir eine unerwartete wirtschaftliche Verlangsamung erleben, denn das ist eines der wenigen Ereignisse, die eine wesentliche Korrektur der Aktien legitimerweise verursachen können", warnt Marktstratege Tom Essaye von Sevens Report. Am Dienstag könnten der im frühen Handel anstehende Auftragseingang der Industrie und die Anzahl offener Stellen (Jolts) neue Hinweise auf die Verfassung der US-Konjunktur liefern.

   Schwacher Euro stützt Dollar 

Der Dollar kann sich nach dem Rücksetzer am Vortag etwas erholen. Der Dollarindex gwinnt 0,1 Prozent Im Handel verweist man auf die Schwäche des Euro, der um 0,3 Prozent nachgibt. Mit der nahezu als sicher geltenden Zinssenkung der EZB am Donnerstag gerate der Euro etwas unter Druck.

Die Erdölpreise fallen auf die tiefsten Stände seit vier Monaten. Konjunktursorgen und pessimistische Preissignale der Opec+, die gerade erst beschlossen hat, die Förderkürzungen beizubehalten, werden als Gründe genannt. Die ING stellt die Förderdisziplin der Mitglieder in Frage. Der feste Dollar belastet den Goldpreis.

   Annexon haussieren 

Am Aktienmarkt spielt die Musik bei Nebenwerten. Gitlab sinken um 1,5 Prozent. Die Softwareentwicklungsplattform meldete ein starkes Umsatzwachstum und erhöhte die Prognose, der vierteljährliche Nettoverlust legte aber zu. Der Kurs des Biopharma-Unternehmens Annexon haussiert um 31,4 Prozent nach Ankündigung einer Telefonkonferenz zu positiven Studienergebnissen zu einem der Flaggschiffe.

Bath & Body Works fallen um 6,2 Prozent. Der Parfümeinzelhändler hat mit einer enttäuschenden Gewinnprognose verschreckt. Unerwartet gute Erstquartalszahlen stützen nicht. HealthEquity erhöhte die Jahresprognose, nachdem die Erstquartalszahlen die Markterwartungen übertroffen haben. Der Kurs klettert um 3,4 Prozent. Lavoro brachen vorbörslich nach einer Gewinnwarnung um 15,8 Prozent ein. Aktuell befindet sich die Aktie in einer Volatilitätsunterbrechung - einen Kurs gibt es noch nicht.

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INDEX                 zuletzt        +/- %     absolut      +/- % YTD 
DJIA                38.422,63        -0,4%     -148,40          +2,0% 
S&P-500              5.270,12        -0,3%      -13,28         +10,5% 
Nasdaq-Comp.        16.803,59        -0,1%      -25,08         +11,9% 
Nasdaq-100          18.577,84        -0,1%      -23,14         +10,4% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite     Bp zu VT  Rendite VT      +/-Bp YTD 
2 Jahre                  4,79         -1,9        4,81           36,9 
5 Jahre                  4,37         -3,1        4,40           37,3 
7 Jahre                  4,36         -3,4        4,40           39,3 
10 Jahre                 4,36         -3,4        4,39           47,7 
30 Jahre                 4,51         -2,8        4,53           53,7 
 
DEVISEN               zuletzt        +/- %    Di, 8:04  Mo, 17:28 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,0867        -0,3%      1,0904         1,0886   -1,6% 
EUR/JPY                168,54        -1,0%      170,19         169,96   +8,3% 
EUR/CHF                0,9704        -0,6%      0,9757         0,9754   +4,6% 
EUR/GBP                0,8509        -0,1%      0,8518         0,8511   -1,9% 
USD/JPY                155,05        -0,7%      156,08         156,12  +10,1% 
GBP/USD                1,2773        -0,2%      1,2802         1,2790   +0,4% 
USD/CNH (Offshore)     7,2494        -0,0%      7,2570         7,2560   +1,8% 
Bitcoin 
BTC/USD             69.435,29        +0,5%   68.863,41      69.131,67  +59,5% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settlem.       +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               73,15        74,22       -1,4%          -1,07   +0,9% 
Brent/ICE               77,05        78,36       -1,7%          -1,31   +1,1% 
GAS                            VT-Settlem.                    +/- EUR 
Dutch TTF               34,75        36,16       -3,9%          -1,41  +12,8% 
 
METALLE               zuletzt       Vortag       +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          2.333,52     2.350,83       -0,7%         -17,32  +13,2% 
Silber (Spot)           29,77        30,78       -3,3%          -1,01  +25,2% 
Platin (Spot)        1.013,25     1.016,50       -0,3%          -3,25   +2,1% 
Kupfer-Future            4,58         4,68       -2,2%          -0,10  +16,8% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/gos

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