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21:17 Uhr, 12.03.2024

MÄRKTE USA/Höhere Inflation belastet nicht - Oracle-Zahlen treiben an

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NEW YORK (Dow Jones) - Trotz höher als erwartet ausgefallener Inflationsdaten ging es an der Wall Street am Dienstag deutlich nach oben. Überzeugende Zahlen von Oracle sorgten vor allem im Technologie-Sektor für kräftige Gewinne. Die Aktie des Software-Konzerns stieg um 11,7 Prozent. Besonders gut kam dabei an, dass Oracle von einer "enormen" KI-Nachfrage berichtete. Das lieferte weitere Nahrung für die jüngste "KI-Rally". Im Fahrwasser ging es auch für die zuletzt gefallene Nvidia-Aktie um 7,2 Prozent nach oben. Der Semiconductor-Subindex im S&P-500 stieg um 4,0 Prozent.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,6 Prozent auf 39.005 Punkte. Der S&P-500 erhöhte sich um 1,1 Prozent und für den Nasdaq-Composite ging es um 1,5 Prozent nach oben. An der Nyse wurden 1.562 (Montag: 1.413) Kursgewinner gezählt und 1.286 (1.397) -verlierer. Unverändert schlossen 62 (98) Titel.

Im Februar sind die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat insgesamt um 0,4 Prozent und in der Kernrate um ebenfalls 0,4 Prozent geklettert. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,4 Prozent bzw. in der Kernrate um 0,3 Prozent vorhergesagt. Auf Jahressicht erhöhten sich die Preise in der Kernrate um 3,8 Prozent. Das war zwar etwas mehr als die von Ökonomen veranschlagten 3,7 Prozent, aber weniger als die im Januar verzeichneten 3,9 Prozent. Die Realeinkommen stagnierten im Februar.

"Angesichts einer etwas höher als erwartet ausgefallenen Inflation halten wir es für ungewiss, ob die Fed die Zinssätze im Juni senkt oder ob sie einen konservativeren Ansatz wählt und bis September wartet", kommentierte Marktstratege Skyler Weinand von Regan Capital. Die Fed habe die Inflation von 9 Prozent "ziemlich schnell verlangsamt, aber der Weg zum 2-Prozentziel könnte länger dauern als erwartet." Fed-Chairman Jerome Powell hatte jüngst gesagt, dass Zinssenkungen nicht mehr weit entfernt seien. Allerdings wolle die Fed mehr Sicherheit, dass die Inflation wieder auf das Ziel von 2 Prozent zurückgehe.

   Anleihen mit Inflation unter Druck 

Die Aussicht auf eine Verschiebung der ersten Zinssenkung stützte die Renditen der US-Staatsanleihen, diese zogen mit sinkenden Notierungen an. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg um 5,7 Basispunkte auf 4,15 Prozent.

Der Dollar legte nach den Inflationsdaten leicht zu. Der Dollar-Index stieg um 0,1 Prozent. Die Daten machen eine baldige Zinssenkung durch die Fed weniger wahrscheinlich. Gerrit Smit, Manager beim Stonehage Fleming Global Best Ideas Fund, ist jedoch der Meinung, dass die Daten nicht viel für die US-Leitzinsen bedeuten werden. Der Anstieg sei in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Energiekosten weniger stark gesunken seien als im Januar. Dagegen sei die Mietinflation weiter zurückgegangen. "Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Inflation in den USA gut unter Kontrolle ist", so der Teilnehmer.

Der Goldpreis gab mit der Aussicht auf länger höhere Zinsen nach. Dazu kam der steigende Dollar. Für die Feinunze ging es um 1,1 Prozent auf 2.157 Dollar nach unten.

Die Ölpreise schlossen nach einem volatilen Handel mit leichten Abgaben. Die Notierungen für Brent und WTI fielen um bis zu 0,2 Prozent. Im Februar hätten Saudi-Arabien und Libyen ihre Fördermengen erhöht, so die Opec unter Verweis auf Sekundärquellen. Von Analystenseite hieß es, Irak und Kasachstan hätten sich weiterhin nicht an die vereinbarten Produktionskürzungen gehalten.

   Pfizer mit Abgaben - Southwest sacken ab 

Pfizer reduzierten sich um 1,3 Prozent, nachdem der Pharmakonzern überzeugende Ergebnisse einer Studie zum Blutkrebsmittel Adcetris veröffentlicht hat. Allerdings hatte die Aktie am Montag um über 4 Prozent zugelegt.

Boeing verloren weitere 4,3 Prozent. Bei der Untersuchung des Produktionsprozesses für die 737-MAX durch die US-Luftfahrtbehörde FAA habe der Konzern 33 von 89 Tests nicht bestanden, berichtete die "New York Times". Southwest fielen um 14,9 Prozent. Wegen Lieferverzögerungen bei Boeing muss die Fluggesellschaft voraussichtlich ihre Prognose korrigieren.

Alaska Air (+3,3%) stellt für das laufende erste Quartal zwar einen Verlust in Aussicht, doch wird dieser voraussichtlich nur halb so hoch ausfallen wie von Analysten befürchtet. Die Fluggesellschaft verzeichnet nach eigenen Angaben eine rege Nachfrage und profitiert davon, dass sie ihre Flugzeuge des Typs Boeing 737-Max-9 wieder in Betrieb nehmen konnte, nachdem diese im Januar wegen eines Zwischenfalls mit einem herausgerissenen Seitenpanel vorübergehend stillgelegt worden waren.

Der Einzelhandelskonzern Kohl's (-6,7%) hat im vierten Quartal mehr verdient als erwartet, der Ausblick liest sich aber sehr verhalten.

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INDEX           zuletzt  +/- %  absolut  +/- % YTD 
DJIA          39.005,49  +0,6%   235,83      +3,5% 
S&P-500        5.175,27  +1,1%    57,33      +8,5% 
Nasdaq-Comp.  16.265,64  +1,5%   246,36      +8,4% 
Nasdaq-100    18.219,12  +1,5%   267,42      +8,3% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite     Bp zu VT    Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre                  4,59         +4,1          4,55       17,4 
5 Jahre                  4,15         +6,9          4,08       15,3 
7 Jahre                  4,16         +6,7          4,10       19,4 
10 Jahre                 4,15         +5,7          4,10       27,5 
30 Jahre                 4,31         +4,9          4,26       34,1 
 
DEVISEN               zuletzt        +/- %  Di, 7:35 Uhr  Mo, 17:17   % YTD 
EUR/USD                1,0926        +0,0%        1,0937     1,0927   -1,1% 
EUR/JPY                161,36        +0,5%        161,22     160,55   +3,7% 
EUR/CHF                0,9587        -0,0%        0,9592     0,9596   +3,3% 
EUR/GBP                0,8540        +0,2%        0,8533     0,8532   -1,6% 
USD/JPY                147,67        +0,5%        147,41     146,93   +4,8% 
GBP/USD                1,2794        -0,1%        1,2819     1,2808   +0,6% 
USD/CNH (Offshore)     7,1875        +0,1%        7,1813     7,1837   +0,9% 
Bitcoin 
BTC/USD             71.338,36        -1,6%     71.616,54  72.399,66  +63,8% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settlem.         +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               77,80        77,93         -0,2%      -0,13   +7,5% 
Brent/ICE               82,10        82,21         -0,1%      -0,11   +6,9% 
GAS                            VT-Settlem.                  +/- EUR 
Dutch TTF                24,9        24,76         +0,6%      +0,15  -17,0% 
 
METALLE               zuletzt       Vortag         +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          2.156,90     2.181,35         -1,1%     -24,46   +4,6% 
Silber (Spot)           24,14        24,48         -1,4%      -0,34   +1,5% 
Platin (Spot)          924,45       938,49         -1,5%     -14,04   -6,8% 
Kupfer-Future            3,93         3,93         +0,1%      +0,00   +0,6% 
 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
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Kontakt zum Autor: maerkt.de@dowjones.com

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