Nachricht
15:43 Uhr, 03.04.2025

MÄRKTE USA/Ausverkauf an Wall Street - Trump-Zölle schocken Anleger

Erwähnte Instrumente

DOW JONES--An den US-Börsen geht es zum Start in den Donnerstagshandel rasant abwärts, nachdem US-Präsident Donald Trump am späten Mittwoch die Details seiner Strafzölle bekannt gegeben hat. Diese fielen höher aus als von vielen Beobachtern erwartet. Kurz nach der Startglocke fällt der Dow-Jones-Index um 2,7 Prozent auf 41.070 Punkte. Der S&P-500 verliert 3,2 Prozent und der Nasdaq-Composite 4,4 Prozent.

Die USA werden Einfuhren aus anderen Ländern künftig pauschal mit zusätzlichen Zöllen von 10 Prozent belegen. Für einige Handelspartner sind diese Zölle jedoch noch höher. Auf Importe aus der EU kommen 20 Prozent, auf japanische Waren 24 und auf chinesische 34 Prozent.

Marktteilnehmer befürchten, dass die höheren Zölle die Inflation in die Höhe treiben, die Gewinne der Unternehmen schmälern und die Wirtschaft letztlich in eine Rezession treiben werden. Eine steigende Inflation könnte die US-Notenbank sogar zwingen, die Zinsen zu erhöhen, heißt es.

Dieses Szenario belastet besonders die zinssensitiven Technologiewerte, die im nachbörslichen Handel am Mittwoch schon heftige Verluste verbucht hatten - und dies trotz sinkender Marktzinsen. Nun verbilligen sich etwa Amazon um 6,2 Prozent, Alphabet um 3 Prozent, Meta um 6,2 Prozent und Nvidia um 5,2 Prozent.

Apple fallen um 7,8 Prozent. Der iPhone-Hersteller ist sehr stark von asiatischen Zulieferern abhängig. Die Analysten der Citigroup rechnen vor, dass die kumulierten Zölle auf Einfuhren aus China 54 Prozent betragen würden, die Apple nicht an die Kunden weitergeben könnte. In der Folge würde die Bruttomarge um etwa 9 Prozent schrumpfen.

Auch der Sportartikelhersteller Nike lässt einen Großteil seiner Produkte in Asien fertigen. Die Aktie bricht um 10,6 Prozent ein. Einzelhändler sind ebenfalls betroffen. Der Discounter Dollar Tree (-11,2%) bezieht einen Großteil seines Warenangebots aus China. Gleiches gilt für Gap, Macy's, Walmart und Target, deren Aktien um bis zu 15 Prozent fallen.

Angesichts der sich eintrübenden Aussichten für die Konjunktur und die Aktienbörsen flüchten die Anleger in "sichere Häfen". Der Goldpreis, der über Nacht kräftig zugelegt und ein neues Rekordhoch erreicht hatte, kommt aktuell wieder etwas zurück. Nach wie vor gesucht sind US-Staatsanleihen. Im Gegenzug sinken die Renditen. Im Zehnjahresbereich geht es um 16 Basispunkte abwärts.

Der Dollar gerät derweil auf breiter Front stark unter Druck, besonders gegenüber Fluchtwährungen wie dem Yen. Der Dollarindex fällt um 2 Prozent. Der Welthandel werde überwiegend in der Leitwährung Dollar abgewickelt. Sollte die globale Konjunktur nun erlahmen, werde auch die Nachfrage nach dem Dollar sinken, heißt es im Handel.

Konjunktursorgen lassen den Ölpreis einbrechen. Akteure am Ölmarkt fürchten, dass die Nachfrage als Folge eines Handelskriegs drastisch zurückgehen werde. Zudem haben die Mitglieder der Opec+ Fördermengenerhöhungen angekündigt.

Die Konjunkturdaten des Tages werden vom Zollthema in den Hintergrund gedrängt. Außerdem steht das eigentliche Highlight erst am Freitag mit dem offiziellen Arbeitsmarktbericht für März auf der Agenda. Veröffentlicht wurde am Donnerstag zunächst das Handelsbilanzdefizit aus dem Februar. Es hat sich im Vergleich zum Januar etwas stärker verringert als angenommen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der vergangenen Woche etwas deutlicher zurück als von Volkswirten erwartet. Etwas später folgen die März-Einkaufsmanagerindizes für das nicht-verarbeitende Gewerbe.

=== 
INDEX          zuletzt        +/- %    absolut  +/- % YTD 
DJIA         41.070,27        -2,7%   -1155,05      -1,3% 
S&P-500       5.487,17        -3,2%    -183,80      -4,2% 
NASDAQ Comp  16.832,51        -4,4%    -768,54      -8,9% 
NASDAQ 100   18.836,87        -3,8%    -744,91      -6,8% 
 
 
DEVISEN        zuletzt        +/- %       0:00  Mi, 17:10   % YTD 
EUR/USD         1,1086        +2,4%     1,0828     1,0857   +4,6% 
EUR/JPY       161,8450        +0,5%   161,0315   162,7140   -1,1% 
EUR/CHF         0,9523        -0,3%     0,9551     0,9578   +2,2% 
EUR/GBP         0,8420        +1,1%     0,8331     0,8372   +0,7% 
USD/JPY       145,9980        -1,8%   148,7225   149,8705   -5,5% 
GBP/USD         1,3165        +1,3%     1,3000     1,2968   +3,8% 
USD/CNY         7,1858        -0,6%     7,2270     7,1771   +0,2% 
USD/CNH         7,2952        -0,4%     7,3254     7,2756   -0,5% 
AUS/USD         0,6369        +1,7%     0,6260     0,6301   +1,1% 
Bitcoin/USD  82.328,60        -2,9%  84.829,95  86.392,45   -9,3% 
 
ROHOEL         zuletzt   VT-Schluss      +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex        66,56        70,01      -4,9%      -3,45   +1,6% 
Brent/ICE        69,94        73,37      -4,7%      -3,43   +0,2% 
 
METALLE        zuletzt       Vortag      +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold           3072,26      3134,15      -2,0%     -61,89  +19,4% 
Silber           28,74        31,46      -8,6%      -2,72  +12,6% 
Platin          863,82       911,67      -5,2%     -47,85   +4,1% 
Kupfer            4,87         5,04      -3,3%      -0,17  +20,0% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln/ros

Copyright (c) 2025 Dow Jones & Company, Inc.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Das könnte Dich auch interessieren