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22:29 Uhr, 05.11.2026

LIVE NATION: Umsatz wächst um 19 Prozent – doch die Marge sinkt

Live Nation steigert den Quartalsumsatz um 19 Prozent auf 10,1 Mrd. USD, doch das margenschwache Konzertgeschäft drückt die bereinigte operative Marge nach unten.

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Die Märkte außerhalb der USA haben den Heimatmarkt in diesem Jahr bei Konzertbesuchern und Sponsoringerlösen überholt. Sie tragen Live Nation zu einem Quartalsumsatz klar über den Erwartungen, während der Sprung beim Gewinn je Aktie größtenteils buchhalterisch bedingt ist und das Ticketgeschäft nicht Schritt hält.

✦ Auf einen Blick

• Live Nation steigert den Umsatz im dritten Quartal um 19 % auf 10,1 Mrd. USD und liegt damit über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 9,60 Mrd. USD.

• Das bereinigte operative Ergebnis wächst um 14 % auf 1,18 Mrd. USD, die bereinigte operative Marge sinkt von 12,2 % auf 11,7 %.

• Das verwässerte GAAP-EPS steigt von 0,73 USD auf 1,69 USD, vor allem weil die Aufzinsung rückkaufbarer Minderheitsanteile von 260 Mio. USD auf 43 Mio. USD sinkt.

• Die Besucherzahl legt international um 29 % zu, in Nordamerika um 13 %.

• Im Segment Ticketing wächst das bereinigte operative Ergebnis um 10 % auf 316 Mio. USD, für das Gesamtjahr erwartet das Management ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich.

Live Nation, Konzertveranstalter und Ticketverkäufer mit eigenen Spielstätten, steigert den Umsatz im dritten Quartal um 19 % gegenüber dem Vorjahr auf 10,1 Mrd. USD. Damit liegt der Konzern gut 5 % über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 9,60 Mrd. USD. Wechselkurse spielen dabei keine Rolle: Auch währungsbereinigt beträgt das Wachstum 19 %. Den Ausschlag gibt die Menge: 61 Mio. Fans besuchen die Konzerte, ebenfalls 19 % mehr als im Vorjahresquartal.

Das operative Ergebnis nach GAAP steigt um 13 % auf 892 Mio. USD. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted Operating Income, AOI), an dem das Management seine Sparten misst, legt um 14 % auf 1,18 Mrd. USD zu. Die bereinigte operative Marge sinkt allerdings von 12,2 % auf 11,7 %, weil das margenschwache Konzertgeschäft am schnellsten wächst. Der verwässerte Gewinn je Aktie steigt auf 1,69 USD nach 0,73 USD im Vorjahresquartal. Dieses GAAP-EPS liegt über dem Konsens von 1,51 USD, der üblicherweise auf bereinigter Basis angegeben wird.

Der Sprung beim Gewinn je Aktie kommt allerdings nur zum kleineren Teil aus dem Geschäft. Der auf die Live-Nation-Aktionäre entfallende Nettogewinn wächst lediglich um 4 % auf 448 Mio. USD. Den Unterschied macht die Aufzinsung rückkaufbarer Minderheitsanteile, die vor der Berechnung des EPS abgezogen wird: Sie schrumpft von 260 Mio. USD auf 43 Mio. USD. Als Maßstab für die operative Stärke eignet sich deshalb das bereinigte operative Ergebnis besser. Wie sehr Sonderposten die GAAP-Zahlen in diesem Jahr verzerren, zeigt die Neunmonatsbilanz: Wegen einer Rückstellung von 450 Mio. USD für behördliche Ermittlungen und Rechtsstreitigkeiten liegt das operative Ergebnis seit Jahresbeginn 25 % unter dem Vorjahr.

Live Nation Entertainment, Inc.: Earnings-Scorecard zum aktuellen Quartalsbericht

Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Live Nation Entertainment, Inc.. (Quelle: Unternehmensangaben)

Das Ausland trägt das Konzertgeschäft

Das Segment Concerts steigert den Umsatz um 20 % auf 8,7 Mrd. USD und das bereinigte operative Ergebnis um 17 % auf 603 Mio. USD. International wächst die Besucherzahl um 29 %, in Nordamerika um 13 %. Auch im Sponsoring verdienen die internationalen Märkte im Quartal inzwischen mehr als Nordamerika. Die Basis des Wachstums wird damit breiter, die Abhängigkeit vom US-Publikum geringer.

Konzernchef Michael Rapino erklärt die Nachfrage so: "In einer Welt endloser Bildschirme und KI-generierter Inhalte lässt sich eines nicht nachbilden: dabei zu sein." Ein aufschlussreiches Detail liefern die großen US-Amphitheater: Dort steigen Upgrade-Käufe und VIP-Erlös je Ticket zweistellig, zugleich verkauft sich das günstige Value-Menü mehr als doppelt so oft. Auch Konzertgänger schauen also aufs Geld, ohne deshalb zu Hause zu bleiben.

Das Ticketgeschäft hält nicht Schritt

Im Segment Ticketing wächst der Umsatz nur um 9 % auf 870 Mio. USD, das bereinigte operative Ergebnis um 10 % auf 316 Mio. USD. Der Wert der weiterverkauften Tickets stagniert: Im Sport legt er zu, bei Konzerten wird weniger weiterverkauft, was zum Vorgehen gegen Schwarzhändler passt. Für das Gesamtjahr stellt das Management in dieser Sparte ein Ergebnisplus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Ausgerechnet ein hochprofitables Standbein wächst damit langsamer als der Konzern und trägt zum Druck auf die Konzernmarge bei.

Live Nation Entertainment, Inc.: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Das Umsatzwachstum beschleunigt sich deutlich: Nach 9,4 % im zweiten Quartal sind es nun 19 %. Das Management rechnet damit, dass sich dieser Schwung fortsetzt. Bis Ende Oktober sind für 2026 rund 170 Mio. Tickets verkauft, 13 % mehr als im Vorjahr und schon mehr als im gesamten Jahr 2025. Für das Gesamtjahr erwartet Live Nation knapp 180 Mio. Besucher. Concerts und Sponsoring sollen ihr bereinigtes operatives Ergebnis zweistellig steigern. Für 2027 liegt der Wert der im Erstverkauf abgesetzten Tickets bereits zweistellig über dem Vorjahresstand zum gleichen Zeitpunkt. Rapino stellt sogar zweistelliges Wachstum über Jahre in Aussicht.

Die vorab vereinnahmten Erlöse für künftige Veranstaltungen steigen allerdings um 8 % auf 3,8 Mrd. USD und damit deutlich langsamer als der Umsatz. Zudem fällt der Rückenwind durch Wechselkurse für das Gesamtjahr um rund 20 Mio. USD geringer aus als zur Jahresmitte erwartet. Ein Tempo von 19 % ist also nicht automatisch der neue Normalfall.

Finanziell steht der Ausbau dennoch auf solidem Fundament: Der bereinigte Free Cashflow steigt nach neun Monaten um 25 % auf 1,6 Mrd. USD. Für neue Spielstätten und Investitionen sind in diesem Jahr knapp 1,1 Mrd. USD vorgesehen.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 25,20 Mrd. USD 28,12 Mrd. USD 30,78 Mrd. USD
EPS -0,24 USD -0,37 USD 1,83 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)

Fazit: Live Nation zeigt mit 19 % mehr Besuchern und einem Umsatz gut 5 % über den Erwartungen operative Stärke, vor allem getragen vom Auslandsgeschäft. Allerdings sinkt die bereinigte operative Marge von 12,2 % auf 11,7 %, das Ticketgeschäft wächst langsamer und der Sprung beim Gewinn je Aktie beruht vor allem auf der geringeren Aufzinsung von Minderheitsanteilen. Die eher aufwärtsgerichtete Tendenz der Aktie stützt sich auf den zweistellig wachsenden Vorverkauf für 2027. Das KGV sinkt von 708,2 auf Basis der Analystenschätzung für 2026 auf 97,0 auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027: Der Markt bezahlt das Wachstum von bereinigtem operativem Ergebnis und Cashflow, nicht den ausgewiesenen Gewinn.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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