KONJUNKTUR IM BLICK/US-Inflationsdaten und Zahlen aus Deutschland
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Einem alten Scherz zufolge sind Prognosen besonders dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Da angesichts des Iran-Kriegs die Aussichten gerade besonders unsicher sind, trifft es sich gut, dass die hier zu verhandelnden Prognosen die Vergangenheit betreffen. Genauer gesagt: Eine Vergangenheit, die vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran lag. Dabei stechen wiederum US-Preisdaten heraus, die der Federal Reserve sagen werden, wie es mit der Inflation im Januar und Februar stand. Achtung: Wegen des Beginns der Sommerzeit in den USA werden alle Daten eine Stunde früher als normalerweise veröffentlicht. Außerdem im Angebot: Zahlen zur deutschen Produktion, zum Auftragseingang und zu den Exporten.
Deutsche Produktion steigt im Januar
Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands dürfte mit einem Zuwachs ins neue Jahr gestartet sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der Output von Industrie, Bau- und Energiewirtschaft im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent gestiegen ist, nachdem sie im Dezember um 1,9 Prozent gesunken war. Die Zahlen werden am Montag (8.00 Uhr) veröffentlicht. Daten zum Umsatz im verarbeitenden Gewerbe, einem Vorlaufindikator der Industrieproduktion, kommen ebenfalls erst am Montag, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Gleiche gilt für die zum Auftragseingang. Als Grund wird der "verspätete Eingang einer Datenkorrektur für Bayern" angegeben.
Deutsche Exporte sinken im Januar
Die deutschen Ausfuhren (Veröffentlichung Dienstag, 8.00 Uhr) dürften im Januar nach einem kräftigen Zuwachs im Dezember gesunken sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass die Exporte gegenüber dem Vormonat um 2,0 Prozent zurückgegangen sind, nachdem sie im Dezember um satte 4,0 Prozent angezogen hatten. An den Folgetagen kommen vor allem US-Daten - und zwar überwiegend um 13.30 Uhr.
US-Verbraucherpreise steigen im Februar mit konstanter Jahresrate
Der Inflationsdruck in den USA dürfte im Februar auf Basis der Verbraucherpreise konstant geblieben sein. Analysten rechnen laut Factset-Konsens damit, dass die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen sind und wie im Vormonat um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen. Für die Kernverbraucherpreise werden Zuwachsraten von 0,2 und 2,5 (2,5) Prozent prognostiziert. Wichtiger aus Sicht der US-Notenbank sind aber die am Freitag anstehenden Preisdaten. Die Daten kommen am Mittwoch (13.30 Uhr).
PCE-Kerninflation sinkt im Januar leicht
Das von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsmaß ist der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben ohne Energie und Nahrungsmittel (Kern-PCE-Deflator). Für diesen erwarten Analysten laut Factset-Konsens einen leicht nachlassenden Inflationsdruck, der gleichwohl deutlich über dem Fed-Inflationsziel von 2 Prozent läge. Nach ihrer Einschätzung ist der Kern-PCE-Deflator um 0,2 Prozent auf Monats- und 2,9 (Dezember: 3,0) Prozent auf Jahressicht gestiegen. Für den gesamten PCE-Deflator werden Raten von 0,3 und 2,8 (2,9) Prozent prognostiziert. Veröffentlicht werden die Zahlen am Freitag (13.30 Uhr) - zusammen mit denen zum Bruttoinlandsprodukt.
US-BIP-Wachstum für 4. Quartal wird nach oben revidiert
Das Wachstum der US-Wirtschaft dürfte im vierten Quartal 2025 etwas stärker gewesen sein als bisher angenommen. Analysten rechnen laut Factset-Konsens für die zweite Veröffentlichung damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 2,0 Prozent gestiegen ist. In erster Veröffentlichung waren nur 1,4 Prozent gemeldet worden, was eine saftige Enttäuschung war - erwartet worden waren 2,5 Prozent, nach 4,4 Prozent im dritten Jahresviertel.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
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