KFC wirft Pepsi raus und setzt auf Coca-Cola: Was das für die Aktien bedeutet
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Das Wichtigste in Kürze
- 01Coca-Cola gewinnt US-Geschäft: KFC stellt sein Getränkeangebot ab Januar 2027 um. Bis zum Frühjahr sollen sämtliche US-Restaurants versorgt sein.
- 02PepsiCo verliert Traditionspartner: Die Verbindung reicht bis zur Übernahme von KFC durch PepsiCo im Jahr 1986 zurück. Andere Partnerschaften bleiben bestehen.
- 03Yum! Brands setzt auf Erneuerung: Die KFC-Mutter verbindet den Wechsel mit ihrer Comeback-Strategie. Finanzielle Vertragsdetails wurden nicht veröffentlicht.
KFC wechselt zu Coca-Cola – und beendet damit in den USA eine jahrzehntelange Verbindung zu PepsiCo. Die am 15. Oktober angekündigte Partnerschaft betrifft laut Reuters rund 3.700 Restaurants. Für Anleger treffen drei Interessen aufeinander: Coca-Cola gewinnt einen Absatzkanal, PepsiCo muss einen wichtigen Kundenverlust verkraften und die KFC-Mutter Yum! Brands will ihr Restaurantgeschäft beleben.
KFC wechselt zu Coca-Cola: Mehr als ein Platz auf der Getränkekarte
Eine Restaurantpartnerschaft schafft regelmäßig wiederkehrende Absatzmöglichkeiten. Anders als im Supermarkt, wo verschiedene Marken nebeneinanderstehen, prägt der ausgewählte Lieferant das Getränkeangebot einer Kette. Coca-Cola erhält damit zusätzliche Präsenz bei Mahlzeiten, Familienbestellungen und spontanen Restaurantbesuchen.
Die Unternehmen wollen außerdem neue Kombinationen aus Speisen und Getränken entwickeln. Für Coca-Cola könnte die Vereinbarung dadurch über den Verkauf der klassischen Cola hinausreichen. Ob daraus ein bedeutender Gewinnbeitrag entsteht, hängt allerdings von Absatzmengen und Lieferkonditionen ab.
in gewonnener Großkunde ist deshalb ein positives Vertriebssignal, aber noch kein Beleg für besonders profitables Wachstum. Ohne veröffentlichte Vertragsdetails lässt sich der zusätzliche Ergebnisbeitrag nicht seriös berechnen.
PepsiCo verliert KFC in den USA – nicht das gesamte Yum!-Geschäft
Der Wechsel ist auch historisch bemerkenswert: PepsiCo kaufte KFC 1986 und gliederte sein Restaurantgeschäft 1997 wieder aus. Die Getränkebeziehung überdauerte diesen Schritt um Jahrzehnte. Nun verliert PepsiCo einen etablierten Absatzkanal.
Wichtig ist die geografische Grenze: Nach Angaben eines PepsiCo-Sprechers gegenüber Reuters wurden Vereinbarungen mit Taco Bell und KFC International gerade erneuert. Für Taco Bell nennt der Sprecher eine Laufzeit von zehn Jahren. Ein vollständiger Bruch mit Yum! Brands lässt sich daraus also nicht ableiten.
Für PepsiCo-Aktionäre zählt nun, ob sich der verlorene Absatz durch andere Kunden ausgleichen lässt. Der Konzern muss dabei nicht nur Volumen ersetzen, sondern auch auf die Profitabilität neuer Vereinbarungen achten.
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Der Getränkepreis ist nicht der Umsatz des Lieferanten
Was ein Gast für einen Softdrink bezahlt, fließt zunächst an den Restaurantbetreiber. Der Getränkelieferant verdient an seinen vereinbarten Lieferungen. Die Zahl der Restaurants mit dem Verkaufspreis eines Getränks zu multiplizieren, ergibt deshalb keine belastbare Umsatzschätzung für Coca-Cola oder PepsiCo.
Yum! Brands braucht mehr Gäste, nicht nur andere Getränke
Für die KFC-Mutter ist die entscheidende Frage, ob das neue Angebot zusätzliche Besuche und Bestellungen auslöst. KFC-US-Chefin Catherine Tan-Gillespie bezeichnet die Partnerschaft als weiteren Schritt, um Restaurants und Speisenangebot zu stärken und die Marke für heutige Kunden relevanter zu machen.
Dahinter steht ein nachvollziehbarer Ansatz: Attraktive Getränke können einen zusätzlichen Kaufanlass schaffen oder den Bestellwert erhöhen. Ein Markenwechsel allein garantiert jedoch weder mehr Gäste noch höhere Gewinne. Auch Produktqualität, Preise und Service müssen überzeugen.
Für Anleger wären deshalb vor allem die Entwicklung der Kundenfrequenz und der Umsätze bestehender US-Restaurants interessant. Selbst eine Verbesserung nach der Umstellung ließe sich allerdings nicht automatisch Coca-Cola zuschreiben: Der Getränkewechsel ist nur ein Teil der breiteren Erneuerung von KFC.
Meine Meinung dazu:
Für mich geht Coca-Cola aus dieser Nachricht als klarer Gewinner im Vertrieb hervor. Bei PepsiCo wiegt der Verlust eines solchen Traditionspartners schwer, rechtfertigt ohne Vertragszahlen aber noch keine dramatischen Gewinnprognosen. Dass andere Vereinbarungen bestehen bleiben, relativiert den Rückschlag. Am meisten muss für mich KFC selbst beweisen: Eine andere Cola im Becher wird das Comeback nicht allein tragen. Entscheidend ist, ob die Kette wieder mehr Gründe für einen Besuch liefert. – Matthias von Mitschke
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