Nachricht
10:26 Uhr, 08.01.2026

IWH: Insolvenzen 2025 auf höchstem Stand seit zwei Jahrzehnten

DOW JONES--Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland hat nach Aussage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten erreicht. Wie das IWH mitteilte, wurden 17.604 Personen- und Kapitalgesellschaften insolvent, davon 1.519 im Dezember. "Das sind 17 Prozent mehr als im November, 14 Prozent mehr als im Dezember 2024 und 75 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Dezember der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie", heißt es in einer IWH-Mitteilung. Der Gesamtjahreswert sei der höchste seit 2005 gewesen.

Laut IWH-Bericht waren insgesamt etwa 170.000 Arbeitsplätze von Insolvenzen betroffen, ebenfalls ein sehr hoher Wert. Wie bereits 2024 sei auch 2025 der größte einzelne Anteil der betroffenen Arbeitsplätze (62.000) auf das verarbeitende Gewerbe entfallen. "Die aktuell hohen Insolvenzzahlen spiegeln immer deutlicher die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland wider", kommentierte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, die Zahlen.

Als Nachholeffekt nach der Pandemie und der jahrelangen Niedrigzinspolitik ließen sie sich nicht mehr erklären. Müller betonte, dass Insolvenzen ein normaler Bestandteil der Marktwirtschaft seien, weil notwendige Marktbereinigungen darstellten und Raum für zukunftsfähige Unternehmen schafften.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/sha

Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.

Das könnte Dich auch interessieren