Inflationsrate auf Fünfjahrestief
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
Inflation auf Fünfjahrestief
Die Inflation im Euroraum hat zu Jahresbeginn deutlich an Tempo verloren. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Januar im Schnitt um 1,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat, wie Eurostat in Luxemburg in einer ersten Schätzung meldete. Damit erreicht die Teuerung den niedrigsten Stand im Währungsraum seit April 2021. Treiber der Entspannung ist vor allem der nachlassende Preisdruck in großen Mitgliedsländern. In Frankreich fiel die Inflationsrate zu Jahresbeginn auf 0,4 %, in Italien lag sie bei 1,0 %. Deutschland hebt sich davon ab: Hier stiegen die Verbraucherpreise zuletzt weiterhin um 2,1 % und dämpfen damit den Rückgang auf Ebene der Währungsunion.
Optimismus kehrt zurück
Die Stimmung im deutschen Maschinenbau hellt sich zu Jahresbeginn auf. Der VDMA berichtet, dass in seiner Januar-Umfrage erstmals seit dem Frühjahr 2024 wieder mehr Unternehmen den Ausblick positiv statt negativ bewerten. Für das laufende Jahr rechnen 57 % mit einer nominalen Umsatzsteigerung, 29 % halten Stagnation für realistisch, weniger als 15 % erwarten sinkende Erlöse. Die Prognose bleibt: real soll die Produktion um 1 % wachsen. Gleichzeitig sind die Aufträge noch kein Selbstläufer: Im Dezember lag der Auftragseingang 5 % unter Vorjahr. Für 2025 meldet der Verband insgesamt eine Stagnation auf Vorjahresniveau, während das vierte Quartal mit +3 % einen Hoffnungsschimmer setzte. Unterm Strich überwiegt vorsichtiger Optimismus – doch die Aufträge bleiben ein Härtetest.
Heute im Fokus
Um 8:00 Uhr erwarten wir die Zahlen zu den Auftragseingängen der Industrie für Dezember 2025. Wir gehen von einem Minus von 2,5 % aus, nachdem der November 2025 mit +5,6 % überraschend stark ausfiel. Inhaltlich dürfte der Rückgang im Dezember daher weniger als neue Schockmeldung zu lesen sein, sondern als „Payback“ nach einem Großauftragsmonat – vor dem Hintergrund einer Industrie, die strukturell weiter Gegenwind hat: Schwache Exportdynamik und zunehmender Wettbewerbsdruck aus China bleiben Belastungsfaktoren. Am Nachmittag richtet sich der Blick der Anleger auf den nächsten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank. Die Notenbank dürfte den Einlagenzins bei 2 % belassen – gestützt von zuletzt freundlicheren Konjunktursignalen in der Eurozone und einer Gesamtinflation, die bereits leicht unter die Zielmarke von 2 % gerutscht ist. EZB-Chefökonom Philip Lane sprach in diesem Zusammenhang von einem „Goldilocks-Szenario“: genug Wachstum ohne neuen Inflationsdruck. Auch am Terminmarkt spiegelt sich diese Gelassenheit wider: Für 2026 werden derzeit keine nennenswerten Leitzinsänderungen eingepreist. Gesprächsstoff liefert jedoch der Euro, der gegenüber dem US-Dollar zuletzt aufgewertet hat – ein Thema, das im EZB-Rat kaum ausgeblendet werden dürfte. Österreichs Notenbankchef Martin Kocher ließ zuletzt durchblicken, dass die Währungshüter bei anhaltender Euro-Stärke eine Zinssenkung zumindest in Erwägung ziehen könnten.
Wichtige HinweiseDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24-28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihre Anlageberaterin oder -berater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. HerausgeberLandesbank Baden-Württemberg Am Hauptbahnhof 2 70173 Stuttgart |
