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11:05 Uhr, 17.02.2026

IAB: Ukrainische Flüchtlinge schnell in Arbeitsmarkt integriert

DOW JONES--Ukrainische Flüchtlinge haben sich nach Erkenntnissen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) relativ schnell in den deutschen Arbeitsmarkt integriert. "Rund dreieinhalb Jahre nach dem Zuzug sind rund 50 Prozent der ukrainischen Geflüchteten beschäftigt. Damit verläuft die Arbeitsmarktintegration deutlich schneller als bei früheren Fluchtkohorten", heißt es in einer IAB-Mitteilung. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung war nach Aussage des IAB der frühe Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Integrations- und Sprachkursen sowie arbeitsmarktpolitischer Beratung und Förderung.

Flüchtlinge, die ab Juni 2022 nach Deutschland kamen und unmittelbar in das SGB-II-System eingebunden waren, fanden demnach schneller eine erste Beschäftigung und nahmen früher an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil als Personen, die in den ersten Kriegsmonaten vor der Integration in die Förderstruktur der Jobcenter einreisten. Dieser Vorsprung halte auch im weiteren Erwerbsverlauf an. "Der frühe und systematische Zugang zu Jobcentern und Förderangeboten beschleunigt den Einstieg in Beschäftigung deutlich", so IAB-Forscher Philipp Jaschke. "Die seit Juni 2022 Zugezogenen profitieren besonders davon - ein deutlicher Hinweis auf die zentrale Rolle institutioneller Rahmenbedingungen für die Integration."

Einkommen entwickeln sich ebenfalls positiv

Auch die Einkommensentwicklung fällt vergleichsweise positiv aus. Vollzeitbeschäftigte Ukrainer erreichen nach knapp drei Jahren etwa 72 Prozent des Medianverdienstes aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland - ein Niveau, das bei früheren Fluchtmigrationen erst nach deutlich längerer Zeit erreicht wurde. Gleichzeitig bleibt der Niedriglohnanteil hoch, und viele Haushalte beziehen weiterhin ergänzende Leistungen: Rund 40 Prozent der Beschäftigten sind nach fast drei Jahren zusätzlich auf das Bürgergeld angewiesen.

Die Anteile der Personen, die im Beobachtungszeitraum mindestens einmal eine Beschäftigung aufgenommen haben, liegen deutlich über den aktuellen Beschäftigungsquoten - insbesondere bei Männern. Dies deutet auf weniger stabile Erwerbsverläufe hin, bei denen Beschäftigungen nicht durchgehend aufrechterhalten werden.

Unterschiede zeigen sich zudem in der Arbeitsmarktintegration zwischen Frauen und Männern. Etwa die Hälfte der geflüchteten Frauen lebt laut IAB mit minderjährigen Kindern zusammen, häufig ohne Partner im Haushalt. Entsprechend treten Frauen langsamer in den Arbeitsmarkt ein als Männer: Dreieinhalb Jahre nach dem Zuzug haben 64 Prozent der Männer, aber nur 55 Prozent der Frauen ihren ersten Job aufgenommen.

Künftig sollen seit April 2025 eingereiste und neu einreisende ukrainische Flüchtlinge nicht mehr automatisch in den Rechtskreis des SGB II einmünden, sondern Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. "Durch den Rechtskreiswechsel für neu eingereiste ukrainische Geflüchtete könnte arbeitsmarktpolitische Förderung erst später und weniger koordiniert einsetzen, so dass die Arbeitsmarktintegration langsamer verlaufen könnte", so Yuliya Kosyakova, Leiterin des IAB-Forschungsbereichs "Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung". Einschränkungen beim frühzeitigen Zugang zu Integrations- und Sprachkursen könnten diesen Effekt zusätzlich verstärken, da Sprachförderung ein zentraler Faktor für schnelle und stabile Arbeitsmarktübergänge ist.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

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