HP INC.: EPS über Prognose – doch die Marge bröckelt
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HP übertrifft im dritten Geschäftsquartal mit dem Gewinn je Aktie die eigene Prognosespanne deutlich und hebt den Ausblick für das Gesamtjahr an. Dennoch verliert die Aktie in einer ersten Reaktion rund 9,6 %, ein Ausschlag, der zeigt, wie sehr die operative Marge im Kerngeschäft unter Druck steht.
Auf einen Blick
- Der Umsatz steigt im dritten Quartal um 12,5 % auf 15,7 Mrd. USD und übertrifft den Analystenkonsens von 14,44 Mrd. USD deutlich.
- Das bereinigte EPS klettert von 0,75 auf 0,83 USD und liegt über der eigenen Prognose von 0,61 bis 0,71 USD sowie über dem Konsens von 0,664 USD.
- Die bereinigte operative Marge sinkt von 7,1 auf 6,5 %, im Segment Personal Systems fällt sie von 5,4 auf 4,6 %.
- HP hebt die Jahresprognose für das bereinigte EPS von 2,90 bis 3,10 USD auf 3,19 bis 3,29 USD an und erhöht auch die Free-Cashflow-Prognose auf 3,0 bis 3,2 Mrd. USD.
- Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 9,6 % tiefer.
HP meldet für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von 15,7 Mrd. USD, ein Plus von 12,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 14,44 Mrd. USD. Währungsbereinigt liegt das Wachstum bei 10,9 %. Das bereinigte verwässerte EPS (Non-GAAP) steigt von 0,75 auf 0,83 USD und liegt damit ebenfalls über dem Analystenkonsens von 0,664 USD sowie über der eigenen Prognosespanne von 0,61 bis 0,71 USD. Das GAAP-EPS fällt dagegen von 0,80 auf 0,71 USD, ein Rückgang um 11,3 %.
Der Unterschied zwischen beiden Kennzahlen erklärt sich vor allem aus einmaligen Steuer- und Rechtsvorteilen im Vorjahresquartal, die die damalige GAAP-Basis künstlich anhoben. Beide EPS-Werte enthalten zudem einen positiven Effekt von 0,11 USD aus Zollrückerstattungen, ein Sondereffekt, der die operative Ertragskraft des Quartals beschönigt: Ohne ihn wäre das bereinigte Wachstum spürbar geringer ausgefallen. Auf operativer Ebene zeigt sich die eigentliche Schwäche des Quartals. Die bereinigte operative Marge sinkt von 7,1 auf 6,5 %, die GAAP-Marge steigt zwar leicht von 5,1 auf 5,7 %, bleibt damit aber auf niedrigem Niveau.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von HP INC. (Quelle: Unternehmensangaben)
Personal Systems wächst, doch die Marge bröckelt
Das Segment Personal Systems liefert mit einem Umsatz von 11,8 Mrd. USD ein Plus von 18 % gegenüber dem Vorjahr, getrieben von einem Anstieg im Commercial-Geschäft um 22 % und im Konsumentengeschäft um 10 %. Bemerkenswert dabei: Die verkaufte Stückzahl sinkt insgesamt um 16 %, das Wachstum kommt also über höhere Preise und einen Mix hin zu teureren Premium- und KI-PCs zustande, nicht über mehr verkaufte Geräte. Die operative Marge des Segments fällt dabei von 5,4 auf 4,6 %, ein Rückgang, der zeigt, dass steigende Bauteil- und Speicherkosten schneller wachsen als die Preissetzungsmacht des Unternehmens.
Das Druckergeschäft entwickelt sich gegenläufig: Der Umsatz sinkt um 2 % auf 3,9 Mrd. USD, während die operative Marge von 17,0 auf 18,1 % steigt. Printing bleibt damit der margenstarke Anker im Portfolio, kann das schwächelnde Volumen im PC-Geschäft aber nicht kompensieren. Insgesamt zeigt sich ein Unternehmen, das über Preise und Produktmix wächst, während die Kostenseite, insbesondere bei Speicherkomponenten, den Ertrag auffrisst.
Der freie Cashflow liegt im Quartal bei 1,6 Mrd. USD, gestützt von einem operativen Cashflow von 1,7 Mrd. USD. HP führt 0,6 Mrd. USD über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück, ein Zeichen dafür, dass die Kapitalrückführung trotz Margendrucks unverändert weiterläuft.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
HP hebt die Prognose für das Gesamtjahr an: Das bereinigte EPS soll nun zwischen 3,19 und 3,29 USD liegen, nach zuvor 2,90 bis 3,10 USD, das GAAP-EPS zwischen 2,52 und 2,62 USD nach vormals 2,15 bis 2,45 USD. Auch der freie Cashflow wird von 2,8 bis 3,0 Mrd. USD auf 3,0 bis 3,2 Mrd. USD angehoben. Beide EPS-Prognosen enthalten für das vierte Quartal einen erwarteten Zollrückerstattungseffekt von 0,08 USD, ein Betrag, der die Qualität der Anhebung relativiert, da er nicht aus dem operativen Geschäft stammt.
Für das vierte Quartal selbst erwartet HP ein bereinigtes EPS zwischen 0,69 und 0,79 USD, gegenüber 0,83 USD im gerade abgelaufenen dritten Quartal wäre das ein Rückgang. Das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal hat sich in den vergangenen Quartalen von 4,2 % über 6,9 % und 9 % auf zuletzt 12,5 % beschleunigt, doch die Guidance für das kommende Quartal signalisiert beim Gewinn je Aktie kein entsprechendes Tempo, was zeigt, dass die operative Marge auch im laufenden Quartal im Fokus bleibt. CFO Karen Parkhill spricht von einem herausfordernden Kostenumfeld, das man durch Preisdisziplin und Effizienzmaßnahmen auszugleichen versuche.
Tagesschlusskurse der HP INC-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 55,30 Mrd. USD | 57,75 Mrd. USD | 57,74 Mrd. USD |
| EPS | 2,65 USD | 3,05 USD | 3,01 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Ein Rekordumsatz und eine zweite Prognoseanhebung in Folge treffen auf eine operative Marge, die sich in die falsche Richtung bewegt, und genau dieses Spannungsverhältnis erklärt die scharfe erste Kursreaktion von rund 9,6 %. Die Stärke liegt im Preis- und Produktmix, vor allem bei Commercial PS und im Druckergeschäft, während sinkende Stückzahlen und steigende Bauteilkosten die Ertragsseite belasten. Auf Basis der Analystenschätzungen bewegt sich das KGV für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 bei rund 10, bei einem für 2027 nahezu stagnierenden erwarteten Gewinnwachstum. Das deutet darauf hin, dass der Markt der Guidance-Anhebung nicht recht traut, solange sie stark von Sondereffekten wie den Zollrückerstattungen getragen wird. Die Investmentstory bleibt damit vorerst eine Frage der Kostenkontrolle, nicht des Umsatzwachstums.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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