Guten Morgen aus der Redaktion: Zinsgewitter und KI Biotechs
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Der Anleihemarkt preist seit gestern neue Zinserhöhungen ein. So steigt die zehnjährige US-Rendite um 15 Basispunkte auf 5,11 %. Auslöser sind robuste US-Konjunkturdaten (Flash-PMI) und eine schwache Nachfrage bei der Auktion fünfjähriger Staatsanleihen. Deren Rendite überschreitet erstmals seit 2007 die Marke von 5 %.
Am Terminmarkt sind inzwischen drei weitere Zinsschritte um jeweils 0,25 Prozentpunkte binnen zwölf Monaten eingepreist. Damit würden die Leitzinsen in den USA auf 4,75 bis 5 % steigen. Das geht deutlich über den bislang beschriebenen Zinspfad der Fed hinaus. Der Verkaufsdruck bei Bonds greift auf Europa, Japan und Australien über.
Für Aktien resultiert daraus ein zweischneidiges Schwert. Sichere Anleihen bieten mehr Konkurrenz, Finanzierungen werden teurer. Eine robuste Wirtschaft wird aber die Unternehmensgewinne weiter stützen. Ich rechne mit einem sehr starken dritten und vierten Quartal bei den Earnings. Das könnte ab Anfang Oktober den Aktienmärkten Rückenwind verleihen. Bis dahin bleibt es für den breiten Markt schwierig.
Öl notiert wieder um 102 $ je Barrel und erschwert die Entlastung. Gold tut sich mit Zinssprüngen weiter schwer, bleibt aber strategisch ein "must have".
PS: Die Krebsmedizin steht vor einer Ausweitung ihres Diagnosegeschäfts. Mehr Patienten werden früher untersucht, Tumore genauer analysiert und Behandlungserfolge regelmäßig kontrolliert. Nach Einschätzung des Tempus AI-Vorstands erhält bislang erst etwa die Hälfte der Patienten mit bestimmten fortgeschrittenen oder hochriskanten Krebserkrankungen eine umfassende molekulare Untersuchung.
Dazu kommen neue Anwendungen zur Früherkennung und zur Suche nach kleinsten Tumorresten nach einer Therapie. Das Potenzial reicht somit von zusätzlichen Erstuntersuchungen bis zu wiederkehrenden Tests über viele Jahre. KI kann die Auswertung dieser Informationen verbessern und neue diagnostische Produkte ermöglichen.
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Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe
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