Guten Morgen aus der Redaktion: US Banken und ASML - es reicht einfach nicht mehr
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Vier US-Großbanken haben berichtet. Goldman Sachs steigerte die Einnahmen aus dem Aktienhandel um 72 % auf 6,4 Mrd. Dollar. JPMorgan verfehlte mit 5,57 Dollar Gewinn je Aktie den Konsens von 5,90 Dollar. Citigroup meldete einen Gewinnsprung um 40 %, geriet an der Börse aber kräftig unter Druck. Auch Wells Fargo gab nach - kein gutes Signal zum Auftakt in die Berichtssaison. Immerhin:
Asien erholt sich vom gestrigen Ausverkauf. Der DAX startet freundlich in den Tag.
ASML überzeugt grundsätzlich. Der niederländische Chipausrüster meldete heute Morgen 11,66 Mrd. Euro Quartalsumsatz und 57,5 % Bruttomarge. Die Jahresprognose steigt auf 44 bis 45 Mrd. Euro Umsatz. ASML berichtet von einer so hohen Nachfrage, dass die geplanten Produktionskapazitäten für 2027 und 2028 nicht ausreichen dürften. Die hohe Volatilität intraday zeigt aber, dass der KI-Trade mühsamer wird.
US Staatsanleihen zeigen dagegen Rekordzuflüsse. Trotz des monatelangen Kursverfalls greifen Großinvestoren bei US-Staatsanleihen wieder zu. Im dritten Quartal flossen rekordhohe 59,3 Mrd. Dollar in entsprechende Fonds, seit Anfang Oktober weitere knapp 14 Mrd. Dollar. Bei Renditen von über 5 % für zehnjährige Papiere bauen Amundi, BlackRock und andere Vermögensverwalter ihre Positionen aus. Sie halten den Spielraum für weitere Renditeanstiege zunehmend für begrenzt. Bei langfristigen Inflationserwartungen von nur 2,35 % winkt eine reale Verzinsung von fast 3 %! (s. Chart unten).
Die Bank Of America stellt in ihrer Umfrage für Oktober fest: Die durchschnittliche Cashquote liegt bei lediglich 3,9 % und damit unter der kritischen Schwelle von 4 %, ab der die Bank of America ein konträres Verkaufssignal ableitet. Es zeichnet sich zunehmend ab: Stock-Picking und Cash-Management werden immer wichtiger - auch für 2027.
Wer dennoch zweistellige Portfolio-Renditen sucht, wird hier fündig: https://www.bernecker.info/aktionaersbrief
Aus Deutschland: PNE senkt die EBITDA-Prognose für 2026 drastisch von 90 bis 120 auf 60 bis 75 Mio. Euro. Geplante Windparkverkäufe verzögern sich. Evotec meldete nachbörslich 465 Mio. Euro Neunmonatsumsatz und ein bereinigtes EBITDA von minus 42,8 Mio. Euro. Die Jahresprognose bleibt unverändert.
Heute um 14:30 Uhr folgen die amerikanischen Inflationszahlen. Sie werden zum nächsten wichtigen Test für den US-Anleihemarkt.
Volker Schulz
Redaktionsleiter Hans A. Bernecker Börsenbriefe
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