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Kommentar
08:14 Uhr, 30.09.2026

Guten Morgen aus der Redaktion: Renditen auf Mehrjahreshoch

Die Börsen versuchen zur Wochenmitte eine Gegenbewegung. Im Fokus bleibt jedoch eindeutig der Anleihemarkt. Nach dem jüngsten Renditeschock ziehen die asiatischen Märkte kräftig an, auch Europa und die Wall Street dürften zunächst freundlich eröffnen, während sich die Rendite zehnjähriger US-Treasuries bei hohen 5,23 % stabilisiert. Die 30-jährigen US-Staatsanleihen rentieren inzwischen mit 5,56 % und damit so hoch wie seit 2002 nicht mehr – eine Größenordnung, die Anleihen gegenüber Aktien zunehmend zur ernsten Konkurrenz macht.

Am Geldmarkt wird bereits eine Serie zusätzlicher Zinsschritte der Fed über die kommenden zwölf Monate eingepreist. Brent kostet wieder mehr als 103 Dollar je Barrel, wobei es zumindest einen Hoffnungsschimmer gibt: Die Ölströme aus dem Nahen Osten nähern sich nach Einschätzung von JPMorgan und Goldman Sachs wieder dem Niveau vor dem Krieg – eine Entspannung im US-Iran-Konflikt könnte daher schnell Druck aus Ölpreis und Renditen nehmen.

Heute folgt der nächste Test: Mit dem PCE-Preisindex steht das bevorzugte Inflationsmaß der Fed auf der Agenda, wobei Bloomberg Economics sowohl bei der Gesamt- als auch bei der Kernrate mit einer Beschleunigung rechnet. Mit dem Beginn der Berichtssaison wird sich zeigen, ob die Aktienmärkte mit weiterhin hohem Gewinnwachstum die Bewertungskompression durch die gestiegenen Zinsen ausgleichen können. Wir bleiben grundsätzlich optimistisch für den Markt bis Jahresende, halten die Zinsen jedoch genau im Blick.

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