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10:03 Uhr, 15.09.2026

„Größer als das Internet“: Trump ruft Nvidia-Chef Jensen Huang live auf der Bühne

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Das Wichtigste in Kürze

  1. 01Der Live-Anruf: Trump rief am 14. September 2026 während Jensen Huangs Bühnenauftritt beim All-In Summit in Los Angeles an; Huang übertrug das rund fünfminütige Gespräch per Lautsprecher vor Publikum.
  2. 02Trumps Kernaussagen: Trump nannte KI-Sicherheitsbedenken einen Schwindel, erklärte, Roboter würden die Macht nicht übernehmen, und bezeichnete KI und Rechenzentren als das Öl der nächsten 20 bis 25 Jahre.
  3. 03Keine neuen Regeln: Nach Trumps Angaben prüft die US-Regierung keine neuen regulatorischen Hürden für KI-Labore, da bestehende Gesetze ausreichen und Beschränkungen den Vorsprung gegenüber China gefährden würden.

Fünf Minuten, die die KI-Debatte verschieben

Beim All-In Summit in Los Angeles wurde am 14. September 2026 eine Moderatorfrage kurz unterbrochen: Das Telefon von Nvidia-CEO Jensen Huang klingelte. Am anderen Ende war Donald Trump. Huang ließ den rund fünfminütigen Anruf über den Lautsprecher laufen, das Publikum hörte live mit. Ein amtierender Präsident, der mitten in einer Branchenkonferenz einem der mächtigsten Tech-Manager der Welt zuruft, das gab es in dieser Form noch nicht.

Der Inhalt des Gesprächs war so ungewöhnlich wie die Form. Trump erklärte KI-Sicherheitsbedenken kurzerhand zum „Hoax“, zum Schwindel. Roboter würden die Macht nicht übernehmen, sagte er. Und dann kam der Satz, der die Debatte um die Zukunft der Technologie in einem neuen Licht erscheinen lässt: KI und Rechenzentren seien „das Öl der nächsten 20 bis 25 Jahre“ und „größer als das Internet“.

Trumps Botschaft: KI-Kritiker spielen China in die Hände

Der Präsident ließ beim Anruf keinen Zweifel daran, wem er die Warnungen vor KI-Risiken zuschreibt. Kritikern des KI- und Rechenzentrumsausbaus unterstellte er, politischen Interessen zu dienen oder China in die Hände zu spielen. Huang, auf der Bühne, stimmte dem zu und erklärte, so etwas dürfe man nicht zulassen.

Nach Trumps Aussagen prüft die US-Regierung derzeit keine neuen regulatorischen Hürden für KI-Labore. Bestehende Gesetze reichten aus, hieß es. Neue Beschränkungen würden den Vorsprung der USA gegenüber China gefährden. Für die Branche ist das eine klare Ansage: Der Ausbau der Rechenzentrums-Kapazitäten, für den Nvidia die Chips liefert, läuft politisch ungebremst weiter.

Der Hintergrund: Amodeis Essay und die Drosselungs-Debatte

Der Anruf kam nicht zufällig. Ausgelöst hatte die Debatte ein Essay von Anthropic-CEO Dario Amodei vom 12. September 2026, in dem er eine Drosselung der Modellentwicklung vorschlug. Unterstützung bekam Amodei von OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk, ebenfalls auf der Bühne des All-In Summit.

Drei der bekanntesten KI-Unternehmer also, die vor den Folgen ihrer eigenen Technologie warnen, und ein Präsident, der in dieser Warnung einen Schwindel sieht. Huang selbst relativierte auf der Konferenz die wissenschaftliche Basis düsterer KI-Zukunftsprognosen, würdigte aber zugleich den früheren Anthropic-Forscher Jacob Coxon für seinen Mut als Whistleblower. Die Lage in der Branche ist damit so polarisiert wie lange nicht.

Warum die Debatte um Drosselung überhaupt entsteht

Hinter dem Streit steht die Frage, wie schnell KI-Modelle weiterentwickelt werden sollten. Amodeis Essay forderte eine Drosselung der Modellentwicklung aus Sicherheitsgründen, Altman und Musk unterstützten den Vorstoß. Trump und Huang sehen im Gegenzug im schnellen Ausbau von KI und Rechenzentren einen wirtschaftlichen und geopolitischen Vorteil der USA gegenüber China.

Was der Auftritt für Nvidia bedeutet

Die Nachricht mit der größten direkten Wirkung auf Nvidia ist die Verweigerung neuer Regulierung. Das Unternehmen verdient sein Geld mit den Chips, die in den Rechenzentren stecken, die Trump als „das Öl der nächsten 20 bis 25 Jahre“ bezeichnet. Ein politisches Signal gegen Einschränkungen stützt genau das Geschäftsmodell, das Nvidia in den vergangenen Jahren zum wertvollsten Chip-Konzern der Welt gemacht hat.

Auf der anderen Seite wächst der Druck von innen: Wenn Gründer der größten KI-Labore öffentlich vor den Folgen des Ausbaus warnen, könnte das mittel- bis langfristig auch das Tempo der Investitionen beeinflussen. Der Streit ist damit nicht beigelegt, er ist nur schärfer geworden. Interessant ist außerdem, dass sich Huang nicht vollständig auf die Linie des Präsidenten begab, sondern dem Whistleblower Coxon öffentlich Respekt zollte.

Diese Chip-Aktien hängen am selben Draht

Der Streit zwischen Warnern und Ausbau-Befürwortern betrifft nicht nur Nvidia. Wer von den Rechenzentren lebt oder dort liefert, sitzt mit am Tisch:

  • AMD (US0079031078): Der wichtigste Wettbewerber Nvidias im KI-Chip-Markt profitiert vomselben Kapazitätsausbau, solange neue Rechenzentren GPUs unterschiedlicher Hersteller ordern.
  • Intel (US4581401001): Der Konzern versucht ebenfalls, im KI- und Servergeschäft Fuß zu fassen; ein politisch ungehemmter Ausbau vergrößert den Kuchen, um den alle drei US-Chiphersteller kämpfen.
  • Micron (US5951121038): Als Speicherhersteller liefert Micron den HBM-Arbeitsspeicher, ohne den moderne KI-Beschleuniger nicht laufen; mehr Rechenzentrumsbau bedeutet mehr Speichernachfrage.

Entscheidend für alle vier Titel bleibt, ob die Rechenzentrums-Investitionen der Hyperscaler tatsächlich in diesem Tempo weiterfließen. Die politische Weichenstellung von diesem Wochenende spricht erst einmal dafür.

Ein Telefonat, das mehr verrät als es löst

Der Live-Anruf hat die Fronten klar gezeichnet: Das Weiße Haus will den KI-Ausbau ohne neue Hürden, drei der größten KI-Unternehmen fordern zumindest eine Diskussion über Drosselung, und Nvidia-Chef Huang steht als Vermittler zwischen beiden Lagern. Wer am Wochenende dachte, die KI-Risikodebatte würde sich zerreden, erlebte am Montagabend das Gegenteil, sie hat mit dem Anruf aus dem Weißen Haus eine neue, lauterere Ebene erreicht.

Ob Rechenzentren tatsächlich „größer als das Internet“ werden, entscheidet sich nicht auf Konferenzbühnen, sondern an Stromnetzen, Chip-Lieferketten und den Investitionsbudgets der Tech-Konzerne. Für Anleger ist die Botschaft der US-Regierung dennoch eindeutig: Der Ausbau gilt als strategisches Projekt, nicht als Problemfall.

Diese Aktien sind mögliche Profiteure

Aus dem beschriebenen Anlass leiten sich für Anleger vor allem diese Börsentitel ab — mit unterschiedlichem Hebel.

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