Grönland: Trump-Regierung droht mit Militäreinsatz
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Die Trump-Administration hat ihr Interesse am Erwerb Grönlands bekräftigt und dabei deutlich gemacht, dass auch militärische Optionen geprüft werden. Die US-Regierung stuft das rohstoffreiche Gebiet als strategisch bedeutend für die nationale Sicherheit ein, insbesondere angesichts zunehmender Aktivitäten von Russland und China in der Arktis.
Militärische Option liegt auf dem Tisch
Laut einer Stellungnahme des Weißen Hauses ist Präsident Trump entschlossen, Grönland für die USA zu gewinnen. Trump diskutiert mit seinem Team über verschiedene Optionen zur Umsetzung dieses Ziels, wobei auch ein Einsatz des US-Militärs nicht ausgeschlossen wird.
„Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass der Erwerb Grönlands eine sicherheitspolitische Priorität der Vereinigten Staaten ist und entscheidend dafür, unsere Gegner in der Arktisregion abzuschrecken“, erklärte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Dienstag gegenüber verschiedenen Medien.
„Der Präsident und sein Team prüfen eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu verfolgen – und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber dabei auch der Einsatz des US-Militärs jederzeit zur Verfügung.“
Bereits seit dem 19. Jahrhundert gab es in den USA immer wieder Bestrebungen, Grönland zu erwerben. Auch während seiner ersten Amtszeit hatte Trump 2019 den Wunsch geäußert, Grönland zu kaufen. Das Vorhaben war damals international auf Ablehnung gestoßen.
Widerstand aus Europa und dem US-Kongress
Bereits vor der Drohung mit einem Einsatz des US-Militärs hatten sich mehrere europäische Länder demonstrativ hinter Dänemark gestellt. "Grönland gehört seiner Bevölkerung. Es liegt allein bei Dänemark und Grönland, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark.
Gleichzeitig wurde in der Erklärung betont, dass die Sicherheit der Arktis für Europa eine hohe Priorität habe und man diese weiter stärken wolle. "Die Vereinigten Staaten sind ein unverzichtbarer Partner in diesem Bestreben – als NATO-Verbündeter und auf Grundlage des Verteidigungsabkommens von 1951 zwischen dem Königreich Dänemark und den Vereinigten Staaten", hieß es im Statement.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonte, dass ein militärisches Eingreifen der USA das Ende der NATO bedeuten würde. In dem Verteidigungsbündnis hatten sich die USA und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zusammengeschlossen und gegenseitigen Beistand im Falle eines Angriffs zugesichert.
Unterdessen wächst auch innerhalb der USA der Widerstand gegen Trumps Vorgehen. Politiker beider Parteien kritisierten die Drohungen deutlich. Ein US-Senator der Demokraten brachte den Entwurf für eine Resolution gegen ein mögliches Vorgehen ein.
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters könnte sich Trump statt einer Eroberung oder einem Kauf Grönlands auch mit einem Assoziierungsabkommen zufriedengeben. Ein solches Abkommen könnte den Vereinigten Staaten möglicherweise das Recht geben, Grönland wirtschaftlich zu erschließen und Militärbasen auf dem Territorium zu errichten, während das Land offiziell weiter zu Dänemark gehören würde.
Strategische Interessen im Fokus
Hintergrund des erneuten Vorstoßes ist offenbar ein gesteigertes Interesse der USA an den Rohstoffvorkommen Grönlands, insbesondere im Bereich seltener Erden. Laut Medienberichten hat das US-Außenministerium in den vergangenen Monaten eine Analyse zu den potenziellen Ressourcen des Gebiets erstellen lassen. Die Studie kommt jedoch zu dem Schluss, dass keine belastbaren Daten zur Größe der Vorkommen vorliegen und eine Erschließung wegen der bisher nicht vorhandenen Infrastruktur und den klimatischen Bedingungen sehr kostspielig wäre.
Trump begründet seinen Kurs indes vor allem mit geopolitischen Überlegungen. Grönlands Lage zwischen Nordamerika, Europa und Russland sowie die Nähe zu arktischen Handelsrouten machen die Region für die USA strategisch bedeutsam. Zudem verweist die US-Regierung auf eine angeblich unzureichende Präsenz Dänemarks in der Region und ein stark gestiegenes Interesse Russlands und Chinas an der Arktis.
Durch den Klimawandel dürfte die Bedeutung Grönlands in den kommenden Jahrzehnten stark zunehmen, etwa für neue Schifffahrtsrouten in der im Sommer zunehmend eisfreien Arktis.
Ein Kauf Grönlands könnte die beste Option sein
Ein möglicher Kauf Grönlands durch die USA könnte auch Vorteile für Dänemark und die Bevölkerung Grönlands bedeuten. Grönland ist für den dänischen Staat mit hohen jährlichen Subventionen verbunden, ohne dass Dänemark daraus entsprechende wirtschaftliche Erträge erzielt. Ein Verkauf würde diese dauerhafte finanzielle Belastung beenden und könnte Dänemark gleichzeitig eine einmalige hohe Einnahme verschaffen. Zudem würde Kopenhagen politische Verantwortung für eine abgelegene Region abgeben, deren strategische Bedeutung die eigenen Möglichkeiten längst übersteigt.
Für die Bevölkerung Grönlands könnten sich neue Chancen eröffnen. Grönland ist wirtschaftlich relativ schwach und stark abhängig von Fischfang sowie dänischen Transferzahlungen. Eine stärkere Einbindung in die US-Wirtschaft könnte Investitionen, Arbeitsplätze, Infrastruktur, bessere Ausbildungsmöglichkeiten und eine breitere wirtschaftliche Basis bringen. Denkbar wären auch eine direkte finanzielle Kompensation oder langfristige Transferzahlungen aus Washington, die den Lebensstandard in Grönland spürbar erhöhen. Langfristig könnten Investitionen in den Rohstoffsektor und die Errichtung von US-Militärbasen die Abhängigkeit von Subventionen verringern.
Zusammengefasst ließe sich argumentieren, dass ein solcher Kauf aus ökonomischer und strategischer Sicht für alle Seiten Vorteile bieten könnte: Die USA erhielten neben neue Rohstoffvorkommen auch eine stärkere militärische Präsenz in der Arktis, Dänemark würde finanziell und politisch entlastet, und Grönland könnte wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven erhalten, die über den Status quo hinausgehen.
Ob diese Vorteile tatsächlich eintreten würden, hinge allerdings stark von den konkreten Bedingungen und der Berücksichtigung der Interessen der grönländischen Bevölkerung ab. Angesichts der inakzeptablen Drohungen aus Washington ist es nicht ausgeschlossen, dass in einem Abkommen zum Erwerb Grönlands durch die USA die Bevölkerungen Dänemarks und Grönlands über den Tisch gezogen würden.
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Ist doch eine coole Vorlage für China.
Erst Taiwan den Kauf anbieten, mit der Drohung militärischer Mittel.
Merz würde sagen: Unsere demokratischen Werte …
Oder schafft ein Sondervermögen Mallorca 🥳
Jetzt fällt uns die Blauäugigkeit und Amerikaabhängigkeit der letzten Jahrzehnte auf die Füße. Falls Trump innerpolitisch in dieser Frage nicht u bremsen ist, können wir Europäer einer Annexion nichts entgegensetzen. Weltpolitisch würden die Karten völlig neu gemischt mit unabsehbaren Folgen für unsere Handelsbeziehungen und militärischen Rückhalt.
Die USA werden wohl auch hier als Sieger hervorgehen. Die Strategie eine überzogene Drohkulisse (Schauspiel im Oval Office) aufzubauen hat ja schon bei der Ukraine funktioniert. Die völlig unrealistische Drohung die Ukraine oder gar Europa aufzugeben hat genügt, um sich die Rohstoffe des Landes zu sichern und die Finanzierung des Krieges alleine auf Europa abzuschieben. Und unsere Politiker feiern sich noch als die Koalition der Willigen - Koalition der Übertölpelten wäre viel passender. Auch diesmal wird sich Trump die Rohstoffe sichern und Europa wird die (zukünftig stark ausgebaute) Militärpräsenz der USA auf Grönland bezahlen.