Analyse
14:50 Uhr, 15.01.2026

GOLDMAN SACHS - Dow-Jones-Schwergewicht liefert Zahlen

Wiederholt sich bei Goldman Sachs heute das Schauspiel, das wir bereits bei anderen Bankaktien in dieser Woche gesehen haben? Starke Zahlen, die aber verkauft werden? Vorbörslich ist der Wert nach gutem Start gen Süden abgedreht.

Erwähnte Instrumente

  • The Goldman Sachs Group Inc. - WKN: 920332 - ISIN: US38141G1040 - Kurs: 932,670 $ (NYSE)

Goldman Sachs meldet für das vierte Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg. Treiber waren ein florierendes Investmentbanking, starke Handelsumsätze in einem volatilen Markt und ein Einmaleffekt aus dem Ausstieg aus dem Apple-Kreditkartengeschäft.

Im vierten Quartal stieg der auf die Stammaktionäre entfallende Gewinn von 3,92 Mrd. USD auf 4,38 Mrd. USD, das Ergebnis je Aktie legte von 11,95 USD auf 14,01 USD zu. Rückenwind kam dabei gleich aus mehreren Richtungen:

Die Aktienhändler von GS profitierten von hoher Volatilität und einer breiten Rally am US-Markt, angetrieben von Spekulationen über den weiteren Zinspfad der Fed und die Fantasie rund um KI-Werte. Die Equity-Erlöse kletterten auf ein Rekordniveau von 4,31 Mrd. USD nach 3,45 Mrd. USD im Vorjahresquartal. Im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) legten die Erlöse um 12,5 % auf 3,11 Mrd. USD zu. Auch hier spielte das Marktumfeld Goldman in die Karten.

Zusätzlich positiv wirkte der Rückzug aus dem gemeinschaftlichen Kreditkartengeschäft mit Apple. Goldman hatte sich mit JPMorgan Chase auf eine Übernahme der Partnerschaft geeinigt und erwartet aus dem Ausstieg einen Ergebniseffekt von rund 0,46 USD je Aktie. Zudem wurden im Zuge der Transaktion 2,48 Mrd. USD an Risikovorsorge für Kreditkartenkredite frei, Morningstar schätzt den Gewinnbeitrag aus dem Deal auf 145 Mio. USD.


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M&A-Jahr läuft auf Hochtouren

Das klassische Investmentbanking lieferte im abgelaufenen Quartal kräftig zu. Die Gebühreneinnahmen stiegen im Jahresvergleich um 25 % auf 2,58 Mrd. USD.

Goldman profitierte von einem sehr starken M&A-Jahr 2025. Zu den prominenten Transaktionen, bei denen die Bank beratend tätig war, zählen der 56,5 Mrd. USD schwere Leveraged Buyout von Electronic Arts sowie Alphabets Übernahme des Cloud-Security-Anbieters Wiz für 32 Mrd. USD.

Mit einem betreuten Transaktionsvolumen von 1,48 Bio. USD und Gebühren von 4,6 Mrd. USD sicherte sich Goldman erneut die Spitzenposition im globalen M&A-Ranking. Insgesamt stiegen die weltweiten M&A-Volumina 2025 laut Dealogic auf 5,1 Bio. USD, ein Plus von 42 % gegenüber 2024.

Top-Dealmakern zufolge dürfte der M&A-Boom anhalten, da hohe KI-Investitionen zusätzliche Tech-Transaktionen anstoßen. Konkret stehen Mega-IPOs von SpaceX, Anthropic oder OpenAI in den Startlöchern. Für die klassische Advisory-Maschine von Goldman wäre das ein weiterer Rückenwindfaktor.

Wealth Management wächst weiter

Parallel zum kapitalmarktnahen Geschäft baut Goldman die planbareren Ertragsquellen im Vermögens- und Asset Management aus. Im vierten Quartal erzielte die Bank mit Managementgebühren einen Rekordwert von 3,09 Mrd. USD. Die Assets under Supervision wuchsen binnen Jahresfrist von 3,14 Bio. USD auf 3,61 Bio. USD. Damit zahlt sich der strategische Shift hin zu wiederkehrenden, weniger volatilen Fee-Einnahmen zunehmend aus.

Im Dezember hatte Goldman zudem die Übernahme von Innovator Capital Management angekündigt, einem aktiven ETF-Anbieter, der im Rahmen eines 2-Mrd.-USD-Deals integriert werden soll. Die Transaktion stärkt Goldmans Position im boomenden Markt für strukturierte und aktive ETF-Lösungen.

CEO David Solomon kommentiert: "Wir verzeichnen weiterhin ein hohes Maß an Kundenbindung in allen Geschäftsbereichen und erwarten für 2026 eine Beschleunigung dieses Trends, die einen positiven Kreislauf in unserem gesamten Unternehmen auslösen wird. Obwohl sich vielversprechende Möglichkeiten bieten, Kapital in unseren Geschäftsbereichen einzusetzen und an die Aktionäre zurückzuführen, liegt unser Fokus weiterhin uneingeschränkt auf der Aufrechterhaltung eines disziplinierten Risikomanagements und hoher Standards."

Für den Markt scheint es dennoch zu wenig zu sein. Die Aktie ist nach positiver Erstreaktion ins Minus abgedreht.

Fazit: Reicht es noch bis zur 1.000-USD-Marke bei der Goldman-Sachs-Aktie? Vorbörslich sieht es nicht danach aus. Die Bewertung ist auch nach dem Lauf nicht vollends abgehoben. Dass GS das Sahnejahr 2025 mit einem Gewinnanstieg von 27 % 2026 wird toppen können, davon gehe ich aber nicht aus. Korrekturen abwarten!

Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 58,45 62,59 65,63
Ergebnis je Aktie in USD 48,83 55,91 63,73
Gewinnwachstum 14,50% 13,99%
KGV 19 17 15
KUV 5,0 4,7 4,5
PEG 1,2 1,0
Dividende je Aktie in USD 14,03 16,71 18,78
Dividendenrendite 1,50% 1,79% 2,01%
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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