Gold: "Anhaltende Unsicherheit"
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13. März 2026. FRANKFURT (Xetra-Gold). Auch in dieser Woche gibt es genau ein marktbeherrschendes Thema an den Finanzmärkten, nämlich die Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten. Im Großen und Ganzen blicken die Marktteilnehmer dabei primär auf die Entwicklung der Ölpreise: Steigen diese an, dominiert die Risikoaversion, geben sie nach, kehrt vorsichtig Risikofreude an die Märkte zurück.
Ölpreisschock zu Wochenbeginn sorgt für Nervosität
Insbesondere zu Beginn dieser Woche wurden die Nerven aller Marktakteure auf eine harte Probe gestellt, als die Ölpreise zu Handelsbeginn am Montag in Asien rund 25 Prozent zulegten. Im Tagesverlauf gaben sie dann wiederum deutlich nach, und auch am Dienstag setzte sich zunächst die Hoffnung auf eine Deeskalation der Nahostkrise fort. Unzählig sind die Meldungen und Gerüchte, die über die Nachrichtenticker laufen, und die geeignet sind, für schnelle, kurzfristige Marktbewegungen zu sorgen. Stand heute ist nicht absehbar, wie lange der Konflikt auf der derzeitigen Eskalationsstufe bleiben wird. An den Märkten gilt als Faustregel, je länger die Sperrung der Straße von Hormus andauert, die von enormer Bedeutung für den Export von Rohstoffen aus dem Nahen Osten ist, desto gravierender könnten die Folgen für die Entwicklung der globalen Wirtschaft und der Inflation werden.
Steigende Anleiherenditen und starker US-Dollar belasten die Märkte
In dieser Hinsicht gibt gerade der gestrige Mittwoch ein gutes Beispiel ab. Der mangelnde Fortschritt hinsichtlich einer Deeskalation des Nahost-Konflikts sorgte für stark steigende Renditen der Staatsanleihen rund um den Globus und Zugewinne des US-Dollars. Beides dämpfte erneut die Goldpreise, die am Vortag noch angestiegen waren. Aktuell reagieren die Goldpreise nämlich ungewohnt – vielleicht etwas kontra-intuitiv -, indem sie in risikofreudigerem Marktumfeld ansteigen, aber in risikoscheuen Stunden eher nachgeben.
Goldpreis zwischen Stabilität und kurzfristigen Ausschlägen
Notierten die Goldpreise am Donnerstagmorgen vergangener Woche bei 5.165 US-Dollar pro Unze, fielen sie Montagnacht zum Handelsstart auf das bisherige Wochentief bei 5.015, nachdem die Ölpreise die erwähnten 25 Prozent angestiegen waren. Mit dem Rückgang der Ölpreise ging es dann wiederum aufwärts. Am Dienstag erreichten die Notierungen das bisherige Wochenhoch bei 5.238 US-Dollar, bevor sie gestern infolge der steigenden Renditen und des festeren US-Dollars wieder unter die Marke von 5.200 rutschten. Beim Schreiben dieser Zeilen am Donnerstagmorgen wird Gold bei 5.165 gehandelt, also exakt auf dem Niveau der Vorwoche. Im Großen und Ganzen handelt Gold somit in dieser Woche wesentlich stabiler als die meisten anderen Anlageklassen.
Xetra-Gold profitiert vom schwächeren Euro
Der Xetra-Gold-Preis profitierte von dem etwas schwächeren Kurs des Euros: Während der üblichen Handelszeiten ging es von 143,00 Euro pro Gramm am vergangenen Donnerstagmorgen gleichtägig abwärts bis auf 140.50. Zum Wochenschluss wurden jedoch bereits die 143,00 Euro wiedererobert. Am Dienstag wurde Xetra-Gold bei 144,50 gehandelt, bevor es wieder retour auf 143,00 gestern Mittag ging – anscheinend ein magisches Niveau. Heute Morgen startet es bei rund 143,80 Euro in den Handelstag.
Ausblick: Nahostkonflikt bleibt dominant, Notenbanken rücken in den Fokus
Weiterhin bliebt in erster Linie die Entwicklung der Lage im Nahen Osten preisbestimmend. In der kommenden Woche könnte der Blick aber auch zeitweise auf die Vielzahl der bevorstehenden Notenbanksitzungen und deren Reaktion auf die wachsenden Inflationsgefahren abschweifen.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein entspanntes Wochenende und gute Erholung von den volatilen Märkten.
Von Michael Blumenroth, 13. März 2026 © Deutsche Börse AG
