GfK: Iran-Krieg drückt deutsches Konsumklima
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Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich spürbar eingetrübt. Der von GfK und NIM ermittelte Konsumklima-Indikator prognostiziert für April im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 3,2 Zähler auf minus 28,0 Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf minus 26,9 Punkte erwartet. Getrieben wird der Abwärtstrend vor allem durch stark sinkende Einkommenserwartungen, da der Krieg am Persischen Golf neue Inflationsängste schürt.
"Mit dem Rückgang auf minus 28 Punkte zeigt sich eine spürbare Eintrübung des Konsumklimas", erklärte Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. "Zwar reagieren die Anschaffungsneigung und die Sparneigung im Moment noch wenig auf die geopolitischen Ereignisse im Iran, aber die Verbraucher erwarten, dass die Inflation durch die gestiegenen Energiepreise wieder anzieht, und die wirtschaftliche Erholung erneut gebremst wird."
Eine aktuelle NIM-Studie belege, dass 60 Prozent der Deutschen davon ausgehen, dass die Preise für Öl, Gas und Benzin dauerhaft hoch bleiben, was auf die Stimmung drücke.
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die seit Beginn des Jahres wieder im Plus lagen, verzeichnen folglich einen starken Einbruch: Der Indikator fiel um 12,6 Zähler und rutscht mit minus 6,3 Punkten wieder in den pessimistischen Bereich ab. Gestiegene Energiepreise und die daraus resultierende Furcht vor einer anziehenden Inflation lassen die Preiserwartungen der Bevölkerung massiv steigen.
Die Anschaffungsneigung bleibt davon noch weitgehend unberührt. Der Indikator verzeichnete nur moderate Verluste und sank leicht auf minus 10,9 Punkte. Spiegelbildlich dazu stabilisierte sich die Sparneigung vorerst auf einem sehr hohen Niveau von 18,5 Zählern.
Dass die Verunsicherung durch den Iran-Krieg jedoch tiefgreifend ist, zeigt eine Begleitstudie: Über 90 Prozent der Befragten, die eine wesentliche Verschlechterung ihrer Einkommenssituation erwarten, gehen zudem davon aus, dass die Welt in den kommenden Jahren infolge des Krieges unsicherer werden wird.
Auch der Blick auf die Gesamtwirtschaft fällt wieder erheblich pessimistischer aus und trägt deutliche Spuren des Iran-Krieges. Die Konjunkturerwartung für die kommenden zwölf Monate gab um 11,2 Zähler nach und liegt nun bei minus 6,9 Punkten.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
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