Analyse

GERRESHEIMER - Langeweiler-Aktie wieder mit Bewegung

Übernahmefantasie treibt die Aktie von Gerresheimer heute nach oben. Doch reicht das schon für eine mittelfristige Trendwende bei dem MDAX-Titel?

Erwähnte Instrumente

  • Gerresheimer AG - WKN: A0LD6E - ISIN: DE000A0LD6E6 - Kurs: 72,900 € (XETRA)

Für große Kurssprünge ist die Aktie von Gerresheimer eher nicht bekannt. Seit Jahren pendelt das Papier um die Marke von 65 EUR seitwärts. Im Zuge des Ausverkaufs im März wurden zwischenzeitlich wieder Kurse um 53,50 EUR und damit im Bereich der Tiefs der vergangenen Jahre markiert. Davon hat sich die Aktie wieder deutlich erholt. Heute springt der MDAX-Titel sogar zweistellig nach oben.

Legt Bain Capital nach?

Übernahmegerüchte treiben den Kurs. Laut eines Artikels von Bloomberg sei eine Übernahme des Spezialverpackungsspezialisten ein Thema. So habe der US-Finanzinvestor Bain Capital vor einigen Wochen eine Übernahmeofferte vorgelegt, so Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Gerresheimer selbst hätte aber höhere Preisvorstellungen gehabt, ein Deal sei daher nicht zustande gekommen. Auch hätten die zunehmenden Turbulenzen auf den Kreditmärkten einen Deal erschwert.

Gerresheimer gilt schon längere Zeit als Übernahmekandidat bzw. mit Blick auf die unterschiedlichen Sparten Plastics & Devices (Produkte zur Verabreichung von Medikamenten) und Primary Packaging Glass (Primärverpackungen aus Glas) als Aufspaltungskandidat. Inwieweit Bain Capital das Übernahmeangebot in den kommenden Wochen aufbessern wird bzw. andere Investoren sich einschalten werden, ist unklar.

Fundamental ist die Gerresheimer-Aktie durch die Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre wieder vernünftig bewertet. KGVs von 19 und 15 können sich sehen lassen. Bis Mitte des Jahrzehnts könnte sich der Gewinn je Aktie in Richtung 7,50 EUR verbessern.

Charttechnischer Deckel voraus

Aus charttechnischer Sicht besteht kurzfristig noch etwas Spielraum. Bei 74,80 EUR liegt aber eine horizontale Hürde im Chart, die es in sich hat. Wiederum darüber haben sich im Wochenchart die beiden EMAs50 und 200 bärisch geschnitten und verläuft auch eine Abwärtstrendlinie seit dem Juli 2021. Dort durchzukommen dürfte schwierig werden, wird aber im Endeffekt mit Blick auf eine mögliche Übernahme vom finalen Preis festhängen.

Auf der Unterseite wirken 62,20 bis 62,00 EUR als Support. Langfristig wichtig ist die Zone 53,47 bis 51,10 EUR.

Fazit: Das Interesse an Gerresheimer durch Bain Capital kann ich nachvollziehen. Gerresheimer ist fundamental solide aufgestellt, war bei Kursen um 100 EUR aber recht teuer. Inzwischen hat sich die Bewertung normalisiert. Beginnend bei 74,80 EUR liegen gestaffelt aber einige Hürden im Chart, die die Aktie aus charttechnischer Sicht erst einmal nehmen muss.

Jahr 2021 2022e* 2023e*
Umsatz in Mrd. EUR 1,50 1,68 1,80
Ergebnis je Aktie in EUR 2,67 3,71 4,83
KGV 27 19 15
Dividende je Aktie in EUR 1,25 1,34 1,56
Dividendenrendite 1,73 % 1,85 % 2,16 %
*e = erwartet
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  • Aktientango
    Aktientango

    Könnte der Anstieg bzw. die Ablehnung der ersten Übernahmeofferte auch mit der Meldung vom 13.6 "Gerresheimer und MedTech-Start-up Adamant Health streben Revolution in der Parkinson-Behandlung an" zusammenhängen?

    14:48 Uhr, 15.06.

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Über den Experten

Bastian Galuschka
Bastian Galuschka
Stv. Chefredakteur

Bastian Galuschka ist seit über 20 Jahren an der Börse aktiv. Er entdeckte bereits zu Schulzeiten seine Leidenschaft für die Börse. Über fünf Jahre lang war der Diplom-Volkswirt als Redakteur bei einem bekannten Anlegermagazin tätig und verantwortete dort den Bereich Charttechnik. Seit März 2013 verstärkt er die Redaktion der stock3 AG. Bastian Galuschka kombiniert bei seinen Analysen gerne Fundamentaldaten mit charttechnischen Aspekten. Gerade im Smallcapbereich hat sich der Analyst über viele Jahre ein fundiertes Wissen aufgebaut. Seit Juni 2016 ist Galuschka Stellvertretender Chefredakteur von stock3.

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