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13:47 Uhr, 22.07.2026

GE VERNOVA: 5 Mrd. USD Free Cashflow in einem Quartal

Umsatz und Margen legen deutlich zu, die Jahresprognose wird angehoben: Nur Wind bleibt mit wachsenden Verlusten der Bremsklotz im Konzern.

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GE Vernova liefert im zweiten Quartal 2026 Zahlen, die kaum Raum für Kritik lassen: Umsatz über Konsens, Margen deutlich ausgeweitet, Guidance angehoben und ein Free Cashflow, der in drei Monaten mehr einbringt als im gesamten Geschäftsjahr 2025.

Der Konzernumsatz steigt um 22 % gegenüber dem Vorjahr auf 11,1 Mrd. USD und übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 10,78 Mrd. USD spürbar. Organisch, also bereinigt um Akquisitionen, Desinvestitionen und Währungseffekte, beträgt das Wachstum 12 %. Das verwässerte GAAP-EPS klettert von 1,86 auf 2,47 USD; da der Analystenkonsens von 3,17 USD üblicherweise auf Non-GAAP-Basis gefasst ist, sind beide Größen nicht direkt vergleichbar.

Das bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) steigt um 62 % auf 1,25 Mrd. USD. Die bereinigte EBITDA-Marge verbessert sich von 8,5 auf 11,3 %, was einem Anstieg von 280 Basispunkten entspricht; die bereinigte organische EBITDA-Marge legt sogar um 340 Basispunkte zu, von 7,8 auf 11,2 %. Besonders auffällig ist der Free Cashflow von 5,1 Mrd. USD, der den Free Cashflow des gesamten Jahres 2025 in einem einzigen Quartal übertrifft. Das zeigt, wie stark sich die operative Hebelwirkung bei steigendem Volumen und günstigerer Preisgestaltung entfaltet.

Power und Electrification tragen die Last

Das Segment Power meldet Aufträge von 16,7 Mrd. USD, ein organisches Plus von 134 %, getrieben von Gas-Power-Ausrüstung. Der Umsatz wächst um 14 % auf 5,5 Mrd. USD, die Segment-EBITDA-Marge steigt von 16,4 auf 18,8 %. Allein im Quartal wurden 20 GW neue Gasausrüstungsverträge unterzeichnet, der Auftragsbestand für Gasausrüstung wächst von 44 auf 53 GW, die Slot-Reservierungsvereinbarungen von 56 auf 63 GW. Das ist kein zyklischer Schub, sondern ein strukturell wachsendes Orderbuch, das Sichtbarkeit weit über das laufende Jahr hinaus gibt.

Electrification liefert das dynamischste Bild: Der Umsatz springt um 68 % auf 3,6 Mrd. USD, organisch um 29 %. Dabei ist zu beachten, dass die Akquisition von Prolec GE rund 860 Mio. USD zum Umsatz beisteuert und das GAAP-Wachstum damit deutlich über dem organischen liegt. Die Segment-EBITDA-Marge verbessert sich organisch um 700 Basispunkte auf 19,1 %. Rechenzentrumsaufträge belaufen sich im bisherigen Jahresverlauf auf über 5 Mrd. USD, mehr als das Doppelte des gesamten Jahres 2025. Das unterstreicht, wie stark GE Vernova von der KI-getriebenen Stromnachfrage profitiert.

Wind bleibt das strukturelle Sorgenkind

Das Segment Wind ist das klare Gegengewicht. Der Umsatz fällt um 10 % auf 2,0 Mrd. USD, die Segment-EBITDA-Verluste weiten sich von minus 165 Mio. USD auf minus 275 Mio. USD aus. Ursache sind geringere Onshore-Wind-Auslieferungen infolge schwacher Aufträge in der ersten Jahreshälfte 2025 sowie höhere Projektkosten bei Offshore Wind. Das Management hält an einer Verlustprognose von rund 400 Mio. USD für das Gesamtjahr fest, was bedeutet: Im zweiten Halbjahr wird sich die Lage nicht wesentlich verbessern. Wind ist derzeit ein Belastungsfaktor, der die starken Margen aus Power und Electrification spürbar drückt.

GE Vernova: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Dennoch hebt GE Vernova die Jahresprognose erneut an. Die Umsatzspanne steigt von 44,5 bis 45,5 Mrd. USD auf nun 45,5 bis 46,5 Mrd. USD, die Free-Cashflow-Prognose springt von 6,5 bis 7,5 Mrd. USD auf 11,5 bis 12,5 Mrd. USD, was eine außerordentlich starke Revision ist. Die Guidance für die bereinigte EBITDA-Marge von 12 bis 14 % bleibt unverändert. Für das Segment Power wird organisches Umsatzwachstum von 18 % bis 20 % erwartet, angehoben von zuvor 16 % bis 18 %. Die neue Umsatzspanne liegt über dem bisherigen Analystenkonsens von 45,43 Mrd. USD für das Gesamtjahr. Das Management formuliert die Botschaft selbstbewusst: Ein Backlog von 176 Mrd. USD und ein Gas-Power-Auftragsbestand, der bis Jahresende auf mindestens 125 GW wachsen soll, geben der Guidance eine solide Grundlage. Die Kapazitätserweiterung auf 20 GW Gasturbinen-Output im dritten Quartal 2026 und das angestrebte Ziel von 30 GW bis 2030 zeigen, dass GE Vernova die Nachfrage nicht als vorübergehend betrachtet, sondern strukturell darauf reagiert.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 38,07 Mrd. USD 45,43 Mrd. USD 51,99 Mrd. USD
EPS 17,69 USD 29,68 USD 24,62 USD

*e = erwartet,

Fazit: GE Vernova liefert ein Quartal, das in fast jeder Dimension überzeugt: Umsatz über Konsens, Margenausweitung in den Kernsegmenten, ein Free Cashflow, der alle Erwartungen übertrifft, und eine Guidance-Anhebung, die keine Kosmetik ist. Das einzige belegte Gegengewicht ist das Segment Wind, das weiter Verluste schreibt und im zweiten Halbjahr keine Trendwende verspricht. Wer die Equity-Story auf Power und Electrification aufbaut, findet hier starke Bestätigung; wer auf eine Wende im Windgeschäft wartet, muss weiter Geduld aufbringen. Bei einem trailing KGV von 57 ist bei der GE-Vernova-Aktie viel Wachstum eingepreist, aber das Orderbuch von 176 Mrd. USD liefert zumindest die Sichtbarkeit, die ein solches Bewertungsniveau verlangt.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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