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17:39 Uhr, 17.03.2026

Fitch: Vollständige Commerzbank-Übernahme könnte Unicredit-Profil stärken

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DOW JONES--Eine vollständige Übernahme der Commerzbank AG durch die italienische Unicredit könnte nach Einschätzung von Fitch Ratings das Kreditprofil des fusionierten Konzerns langfristig verbessern und die paneuropäische Strategie der Unicredit unterstützen. Die Ratingagentur gibt jedoch zu bedenken, dass die Transaktion aufgrund ihres ungebetenen Charakters sowie des derzeit unsicheren geopolitischen und marktbezogenen Umfelds erhebliche Ausführungsrisiken berge. Das freiwillige Umtauschangebot für alle Commerzbank-Aktien habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ratings der UniCredit (A-/stabil), da das Erreichen einer effektiven Kontrolle unter den Angebotsbedingungen und angesichts der Hürden in Deutschland weiterhin unwahrscheinlich sei.

UniCredit hält bereits direkt rund 26 Prozent an der Commerzbank sowie fast 4 Prozent über Total Return Swaps. Ziel des Angebots soll es sein, die Beteiligung über die Schwelle von 30 Prozent zu hieven, die nach deutschem Recht die Abgabe eines Übernahmeangebots erforderlich macht. Zudem will die Bank die Stakeholder der Commerzbank stärker in Bezug auf eine potenzielle Übernahme einbinden. Das Angebot wird voraussichtlich von Anfang Mai bis Anfang Juni laufen und zuvor muss eine außerordentliche Hauptversammlung der Unicredit die entsprechende Kapitalerhöhung für den Aktientausch genehmigen. UniCredit rechnet mit einem Abschluss der Transaktion im ersten Halbjahr 2027, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

Das Überschreiten der 30-Prozent-Marke könnte laut Fitch Unicredit letztlich die Flexibilität geben, Commerzbank-Aktien über den freien Markt zuzukaufen. Angesichts der Angebotsbedingungen dürfte die Beteiligung der Unicredit nach dem Umtauschzeitraum nur geringfügig über 30 Prozent liegen. Dies würde das Erreichen einer effektiven Kontrolle wahrscheinlich verhindern. Folglich würde die Bank ihre Beteiligung weiterhin nach der Equity-Methode konsolidieren. Aufgrund der Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung des Angebots dürften die Auswirkungen auf das Kapital für Fitch vernachlässigbar sein. Auch schrittweise Erhöhungen des Anteils hätten ohne effektive Kontrolle nur moderate Auswirkungen auf die Erträge.

Nach Ansicht von Fitch steht eine vollständige Übernahme weiterhin vor bedeutenden Hindernissen. Eine Akquisition könnte jedoch langfristig positive Auswirkungen auf das Rating haben, sofern die Ausführungsrisiken und der Restrukturierungsprozess trotz des volatilen kurzfristigen Umfelds gut bewältigt würden und die Kapitalkennzahlen der kombinierten Einheit solide blieben. Eine vollständige Übernahme könnte die Einschätzung von Fitch bezüglich des operativen Umfelds, des Geschäftsprofils und der Asset-Qualität der UniCredit stützen und die Abhängigkeit von Italien erheblich verringern. Sollte die Erlangung der effektiven Kontrolle wahrscheinlicher werden, werde Fitch die Auswirkungen auf das Rating unter Berücksichtigung der endgültigen Bedingungen einer solchen Transaktion und der Folgen für das Kreditprofil der UniCredit bewerten.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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