Kommentar
09:58 Uhr, 11.02.2026

Finger weg von GERRESHEIMER

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Eigentlich sollten die Zahlen zum Jahres- und Konzernabschluss 2025 am 26. Februar veröffentlicht werden. Doch: GERRESHEIMER hat aufgrund interner Hinweise in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weitere Untersuchungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt. Da die Untersuchungen derzeit noch andauern, besteht ein höherer zeitlicher Bedarf für die Erstellung und Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 einschließlich der Korrektur der Vorjahreszahlen. Ein neuer Veröffentlichungstermin ist noch nicht absehbar. Offenbar haben nach den bisherigen Erkenntnissen einzelne Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen. Die daraus resultierenden Korrekturen im Konzernabschluss betreffen im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Für das Geschäftsjahr 2024 geht GERRESHEIMER auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse der Untersuchungen aktuell von einem zusätzlichen Korrekturbedarf aus. Dieser beträgt voraussichtlich rund 17 Mio. Euro bei den Umsatzerlösen und voraussichtlich rund 19 Mio. Euro beim bereinigten EBITDA, darunter rund 4 Mio. Euro Ergebniseffekt aus der Bewertung von Vorräten. Inklusive der bereits angekündigten Korrekturen von Umsätzen aus Bill-and-Hold-Vereinbarungen ergibt sich damit für die Zahlen des Geschäftsjahres 2024 aktuell ein Korrekturbedarf von voraussichtlich rund 35 Mio. Euro bei den Umsatzerlösen und voraussichtlich rund 24 Mio. Euro beim bereinigten EBITDA. Das wiederum hat Auswirkungen auf die im Oktober 2025 aktualisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2025. Nach derzeitigem Stand wird der Umsatzrückgang 2025 voraussichtlich am oberen Ende der Prognosespanne von -4 bis -2 % oder leicht besser ausfallen. Die bereinigte EBITDA-Marge wird im Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich zwischen 16,5 und 17,5 % liegen (zuvor 18,5 bis 19 %). Der bereinigte Gewinn je Aktie wird voraussichtlich im hohen zweistelligen Prozentbereich zurückgehen und kann auch negativ werden. Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen erwartet GERRESHEIMER im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2025 nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von rund 220 bis 240 Mio. Euro. Unter anderem handelt es sich hierbei um Wertminderungen der Vermögenswerte des Werkes GERRESHEIMER Moulded Glass Chicago Inc. in den USA, das als eine der Maßnahmen der Transformationsinitiative zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen wird. Das hört sich alles nicht so prickelnd an. Die Aktie geht daher auch in den Keller.

Catharina Nitsch aus Ihrer Bernecker Redaktion / www.bernecker.info

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