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Kommentar
10:00 Uhr, 11.09.2026

Fed-Entscheidung live: Zinsschock voraus? Warsh vor der härtesten Entscheidung seiner Amtszeit

Fed-Entscheidung live: Hält Warsh still – oder kommt der nächste Zinsschock?

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Selten war die Ausgangslage vor einer Fed-Sitzung so explosiv: Zinsen rauf – oder doch noch einmal stillhalten? Am kommenden Mittwoch, den 16. September, entscheidet die US-Notenbank über ihren weiteren geldpolitischen Kurs. Und was vor wenigen Wochen noch nach einer weiteren Pause aussah, hat sich inzwischen zu einem echten Showdown entwickelt. Der Terminmarkt preist aktuell rund 70 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Gleichzeitig erwartet eine Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen weiterhin, dass die Fed ihre aktuelle Zinsspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert lässt. Die Märkte und die Volkswirte gehen damit mit völlig unterschiedlichen Erwartungen in eine der wichtigsten Fed-Sitzungen des Jahres.

Inflation meldet sich zurück – und der Ölpreis verschärft das Problem

Der wichtigste Grund für die neue Nervosität ist die Inflation. Der US-Produzentenpreisindex stieg im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die höheren Energiepreise schlagen inzwischen durch. Der Krieg im Nahen Osten hat den Ölpreis wieder über die Marke von 100 Dollar getrieben, während sich zugleich steigende Transport-, Flug- und Produktionskosten bemerkbar machen. Damit wächst die Sorge, dass aus dem vermeintlich vorübergehenden Energieschock breiterer Preisdruck entstehen könnte.

Auch die von der Fed bevorzugte Inflationskennzahl liefert bislang kaum Entwarnung. Der PCE-Preisindex lag im Juli 3,7 Prozent über dem Vorjahresniveau, die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei 3,3 Prozent. Damit bleibt die Inflation deutlich vom Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank entfernt. Fed-Chef Kevin Warsh hat zuletzt unmissverständlich klargemacht, dass dieses Ziel für ihn keine unverbindliche Orientierung, sondern eine feste Vorgabe ist – und dass die Fed handeln müsse, wenn die Inflation nicht klar und schnell genug in Richtung zwei Prozent zurückkehrt.

Der Arbeitsmarkt nimmt der Fed ein wichtiges Argument gegen höhere Zinsen

Gleichzeitig zeigt die US-Wirtschaft bislang erstaunliche Widerstandskraft. Im August entstanden 162.000 neue Stellen und damit deutlich mehr als erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb bei niedrigen 4,1 Prozent. Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe liegen mit zuletzt 206.000 weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Von einem Arbeitsmarkt, der dringend niedrigere Zinsen benötigt, kann derzeit kaum gesprochen werden.

Genau diese Kombination bringt Kevin Warsh in eine schwierige Lage: Die Inflation ist zu hoch, der Ölpreis steigt und der Arbeitsmarkt bleibt robust. Eine Zinserhöhung könnte die Glaubwürdigkeit der Fed im Kampf gegen die Inflation stärken. Gleichzeitig haben die Renditen am Anleihemarkt bereits kräftig angezogen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe bewegt sich inzwischen in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von fünf Prozent. Weitere Zinserhöhungen könnten damit den Druck auf Aktien, Immobilien, Unternehmen und Verbraucher nochmals verstärken.

Schon im Juli wollten drei Fed-Mitglieder die Zinsen erhöhen

Dass eine Zinserhöhung keineswegs nur Spekulation der Finanzmärkte ist, zeigte bereits die letzte Fed-Sitzung. Ende Juli hielt das FOMC den Leitzins zwar mit neun zu drei Stimmen unverändert. Doch Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan stimmten bereits damals für eine Anhebung um 25 Basispunkte. Seitdem sind der Arbeitsmarkt stärker und die Inflationsrisiken größer geworden.

Auch Warsh selbst hat den Ton verschärft. Bei seiner viel beachteten Rede in Jackson Hole Ende August bezeichnete er die Inflation als weiterhin zu hoch und erklärte, die Fed müsse sicher sein, dass der zugrunde liegende Preisauftrieb klar und mit ausreichender Geschwindigkeit Richtung Ziel zurückgeht. Gleichzeitig sieht er den Arbeitsmarkt weitgehend bei Vollbeschäftigung. Die Botschaft an die Märkte war damit deutlich: Der Kampf gegen die Inflation rückt wieder in den Vordergrund.

Jetzt kommt auch noch der neue Dot Plot

Damit nicht genug: Die September-Sitzung ist besonders wichtig, weil die Fed diesmal ihre neuen Wirtschafts- und Zinsprojektionen veröffentlicht. Neben den Erwartungen für Wachstum, Arbeitslosigkeit und Inflation steht vor allem der sogenannte Dot Plot im Fokus. Er zeigt, welches Zinsniveau die einzelnen Fed-Mitglieder in den kommenden Jahren für angemessen halten.

Schon im Juni lag die mittlere Projektion für den Leitzins Ende 2026 bei 3,8 Prozent – oberhalb des aktuellen Mittelpunkts der Fed-Zinsspanne. Gleichzeitig erwartete die Fed damals für 2026 eine PCE-Inflationsrate von 3,6 Prozent und eine Kerninflation von 3,3 Prozent. Entscheidend wird nun sein, ob die neuen Projektionen nochmals nach oben verschoben werden. Ein höherer Zinspfad im Dot Plot könnte die Botschaft senden, dass eine einzelne Zinserhöhung erst der Anfang einer neuen Straffungsphase ist.

Der letzte große Joker vor der Entscheidung: die Verbraucherpreise

Bevor die Fed am Mittwoch entscheidet, steht allerdings noch eine entscheidende Zahl aus. Am heutigen Freitag werden die US-Verbraucherpreise für August veröffentlicht. Erwartet wird ein kräftigerer Anstieg der Gesamtinflation, unter anderem wegen höherer Benzinpreise. Nach dem starken Arbeitsmarktbericht und dem erhöhten Produzentenpreisindex könnte ein überraschend hoher CPI die Argumente für eine Zinserhöhung nochmals deutlich verstärken. Fällt die Inflation dagegen überraschend schwach aus, könnte sich das Bild innerhalb weniger Minuten wieder drehen.

Für Anleger und Trader entsteht damit eine außergewöhnliche Konstellation: Inflationsschock, Ölpreis über 100 Dollar, robuste Konjunktur, steigende Anleiherenditen und eine Fed, die intern bereits über höhere Zinsen streitet. Schon kleine Abweichungen im Zinsentscheid, im Dot Plot oder in den Aussagen von Kevin Warsh könnten deshalb heftige Bewegungen bei Nasdaq, S&P 500, Dow Jones, US-Dollar, Gold und am Anleihemarkt auslösen.

Fed-Entscheidung und Pressekonferenz live

Genau diese entscheidenden Stunden begleiten wir in unserem Livetrading-Webinar zur Fed-Zinsentscheidung. Ab 20:00 Uhr analysieren wir den Zinsentscheid, die neuen Wirtschaftsprojektionen und den Dot Plot unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung. Ab 20:30 Uhr verfolgen wir die Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh und ordnen seine Aussagen in Echtzeit ein.

Das erwartet Sie im Webinar:

  • Zinserhöhung oder Pause? Einordnung des Fed-Entscheids
  • Analyse des neuen Dot Plots und der Wirtschaftsprognosen
  • Was Inflation, Ölpreis und Arbeitsmarkt für den weiteren Zinskurs bedeuten
  • Live-Reaktion von Nasdaq, S&P 500 und Dow Jones
  • Auswirkungen auf US-Dollar, Anleihen und Gold
  • Konkrete Szenarien für Anleger und aktive Trader
  • Livetrading rund um eines der wichtigsten Markt-Events des Jahres

Hebt die Fed tatsächlich erstmals seit Jahren wieder die Zinsen an? Oder überrascht Kevin Warsh die Märkte mit einer weiteren Pause? Entscheidend wird möglicherweise nicht einmal der Zinsschritt selbst sein. Noch wichtiger könnte die Antwort auf die Frage werden, was danach kommt: Bleibt es bei einer einmaligen Reaktion auf den Inflationsschub – oder beginnt eine neue Phase steigender US-Zinsen?

Am Mittwochabend dürfte darauf die erste Antwort kommen.

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Mittwoch, 16.09.26, 19:50 Uhr


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Dieser Artikel ist die persönliche Meinung des Autors. Er dient lediglich als Information. Diese Analysen dürfen nicht als Anlage- oder Vermögensberatung interpretiert werden. Eine Investitionsentscheidung bezüglich irgendwelcher Wertpapiere oder sonstiger Finanzinstrumente benötigt das Hintergrundwissen Ihrer persönlichen Situation, welche der Autor nicht kennt. Dieser Inhalt veraltet und wird nach Veröffentlichung nicht aktualisiert.

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