FABRINET - 10 Mrd. USD Kapazität im Januar … und es reicht schon wieder nicht
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- Fabrinet - WKN: A0Q2S5 - ISIN: KYG3323L1005 - Kurs: 314,700 $ (NYSE)
Der Umsatz stieg um 51 % YoY auf 1,474 Milliarden USD (+ 12 % QoQ). Das siebte Quartal in Folge mit beschleunigtem YoY-Wachstum. Erwartet wurden 1,40 Milliarden USD. Das Non-GAAP EPS kam auf 4,34 USD (erw. 4,19 USD).
| Kennzahl | Q1 FY27 | Q1 FY26 | Q4 FY26 | YoY % | QoQ % |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | $1.474,5M | $978,1M | $1.315,8M | ▲ 50,7 % | ▲ 12,1 % |
| Bruttomarge (Non-GAAP) | 12,1 % | 12,3 % | 12,2 % | -20 bp | -10 bp |
| Operativer Gewinn (Non-GAAP) | $158,5M | $103,6M | $143,4M | ▲ 53,0 % | ▲ 10,6 % |
| Operative Marge (Non-GAAP) | 10,8 % | 10,6 % | 10,9 % | ▲ 20 bp | -10 bp |
| Gewinn (GAAP) | $103,5M | $95,9M | $139,3M | ▲ 7,9 % | ▼ 25,7 % |
| Gewinn (Non-GAAP) | $157,4M | $105,3M | $149,1M | ▲ 49,5 % | ▲ 5,6 % |
| Operating Cashflow | $21,3M | $102,6M | $55,0M | ▼ 79,2 % | ▼ 61,3 % |
| Free Cashflow | -$137,4M | $57,3M | -$36,9M | ||
| EPS (GAAP) | $2,86 | $2,66 | $3,83 | ▲ 7,5 % | ▼ 25,3 % |
| EPS (Non-GAAP) | $4,34 | $2,92 | $4,10 | ▲ 48,6 % | ▲ 5,9 % |
Data Center: + 78 % YoY
Data Center wuchs auf 777 Millionen USD (53 % des Umsatzes). Das sind + 78 % YoY und + 16 % QoQ.
Die Hyperscaler-Direct-Programme und die Merchant-Transceiver laufen jetzt an. Auf Nachfrage bestätigte man, dass es "mehr als einen" Transceiver-OEM-Kunden gibt. In den Zahlen sind diese Programme noch kaum drin, weil der Ramp gerade erst beginnt.
Communications Infrastructure & Automotive/Industrial
Communications Infrastructure kam auf 444 Millionen USD (30 % des Umsatzes), + 35 % YoY und + 8 % QoQ. Im letzten Quartal stand hier nur ein Plus von 1 % QoQ. Jetzt zieht das Segment wieder an.
Automotive, Industrial and Other legte auf 253 Millionen USD zu (17 % des Umsatzes), + 20 % YoY und + 8 % QoQ. Den größten Beitrag lieferte diesmal das Laser-Geschäft. Fabrinet gewinnt hier Kunden, die bisher selbst gefertigt haben.
Komponenten: Weiter knapp
Die Komponenten bleiben über alle Bereiche hinweg knapp. Fabrinet könnte weiterhin mehr liefern, wenn mehr Laser, Chips & Co. verfügbar wären. Das bleibt die bekannte Botschaft für den gesamten Photonics-Sektor. Die Nachfrage ist nicht das Problem, das Angebot an Lasern ist es. Bullisch für die Komponentenhersteller wie AAOI, Coherent, Lumentum, …
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Kapazität: 5,8 → 10 → 16 Milliarden USD
Ende FY26: Umsatzkapazität von 5,8 Milliarden USD. Januar 2027: 10 Milliarden USD.
Building 11: Baubeginn im Januar, Fertigstellung Mitte 2028. Die Kapazität liegt jetzt bei 3 Milliarden USD statt der ursprünglich geplanten 2,1 Milliarden USD.
Gesamtpotenzial am Standort Chonburi inklusive Building 12: 16 Milliarden USD. Im August sprach man noch von 12,5 bis 14 Milliarden USD.
Der Umsatz pro Fläche steigt weiter, weil die Produkte immer komplexer/teurer, aber auch kleiner/kompakter werden.
Das Management sucht bereits jetzt nach weiteren Grundstücken und Gebäuden, weil man glaubt, die Kapazität schon vor der Fertigstellung von Building 11 zu brauchen.
Die aktuelle Run-Rate liegt bei 5,9 Milliarden USD (Q1 mal vier), mit der Q2-Guidance bei 6,5 Milliarden USD. Man baut also deutlich über die aktuelle Nachfrage hinaus. So aggressiv investiert man nur, wenn man die Sichtbarkeit hat.
Margen & Cashflow
Ihr wisst das mittlerweile auch von Celestica, Dell & Co.. Als Auftragsfertiger hat man hauchdünne Margen. Die Bruttomarge (Non-GAAP) lag bei 12,1 % und damit zehn Basispunkte unter dem Vorquartal. Der Grund sind die jährlichen Gehaltserhöhungen, die immer im Q1 greifen. Gegenüber dem Vorjahr kommen Währungseffekte durch den thailändischen Baht dazu (-20 bp). Die operativen Kosten liegen weiter bei nur 1,3 % vom Umsatz, und die EBIT-Marge (Non-GAAP) stieg YoY auf 10,8 %.
Positiv ist, dass das Q1 den Tiefpunkt bei der Bruttomarge markieren soll. Ab dem Q2 erwartet man Verbesserungen durch Effizienz und Hebel.
Zudem sind neue Programme in der frühen Phase des Lebenszyklus tendenziell margenstärker. Langfristig sieht der CFO steigende Bruttomargen. Der ROIC liegt bei rund 37 %, und das für einen "margenschwachen" Fertiger!
Das GAAP-Ergebnis wurde erneut durch zwei Sondereffekte verzerrt, diesmal allerdings beide negativ. Zum einen gab es einen nicht cash-wirksamen Bewertungsverlust von 21,5 Millionen USD auf die Raytek-Beteiligung. Im Vorquartal stand hier noch ein Buchgewinn von 56,7 Millionen USD. Zum anderen fiel eine Steuerrückstellung an. Deshalb wächst der GAAP-Gewinn nur um 8 % und der Non-GAAP Gewinn um 50 %. Hier wird nichts schöngerechnet, die Bereinigungen sind nachvollziehbar und nicht operativ.
Der Free Cashflow war mit minus 137 Millionen USD deutlich negativ. Das sieht schlimm aus, aber! Antwort wie so oft: Capex und Working Capital! Die Capex stiegen auf 159 Millionen USD. Das Inventar stieg um 178 Millionen USD und die Forderungen um 143 Millionen USD, weil man für die Ramps vorproduziert. Ohne die großen Einmalprojekte sollen die Capex bei 5 % vom Umsatz liegen. Mit Building 11 und weiteren Standorten werden sie in FY27 aber noch einmal steigen.
Bei 757 Millionen USD Cash bleibt die Bilanz kerngesund mit einer Netto-Cash-Position von gut 680 Millionen USD. Zusätzlich hat man im Quartal zu durchschnittlich ca. 380 USD zurückgekauft (29 Millionen USD). Das Rückkaufprogramm wurde um 103 Millionen USD aufgestockt.
NPO, CPO, OCS & Multi-Rail
- NPO (Near-Packaged Optics): Mehrere Programme, erste Umsätze in der zweiten Hälfte von FY27.
- CPO: Ebenfalls mehrere Programme, kommt aber etwas später. Die Chance ist additiv.
- OCS und Multi-Rail: Kapazitäten werden gerade installiert, die Programme starten.
Auf die Frage, ob OCS und NPO jeweils Geschäfte im Volumen von mehreren hundert Millionen bis zu einer Milliarde USD werden könnten, sagte Grady: "That's a fair way to think about it." Beide Themen sind in den Zahlen noch gar nicht drin.
Die Sorge, CPO würde Pluggables kannibalisieren, nannte man zu kurz gedacht. Pluggables würden noch sehr lange bestehen, und NPO und CPO kämen ergänzend hinzu. Ein Beleg ist die Roadmap von Cisco und Nvidia für ultradichte Pluggables (USFP).
Lumentum & Marvell: Konsolidierung als Chance
Am Tag der Earnings wurde bekanntlich der Deal zwischen Lumentum und Marvell announced. Beide sind Kunden von Fabrinet. Fabrinet verwies darauf, dass Konsolidierungen in der Branche Fabrinet historisch immer genützt haben.
Ausblick
Für das Q2 FY27 erwartet Fabrinet einen Umsatz zwischen 1,60 und 1,65 Milliarden USD (erw. 1,48 Milliarden USD). Das wären mindestens + 43 % YoY. Das Non-GAAP EPS soll zwischen 4,77 und 4,92 USD liegen (erw. 4,41 USD). Beides liegt deutlich über dem Konsens.
Auf den ersten Blick sieht das nach einer Verlangsamung von 51 auf 43 % aus. Aber Achtung: Auch für das Q1 waren "nur" + 43 % geguidet, und geliefert wurden + 51 %. Die Guidance ist bei Fabrinet für gewöhnlich konservativ.
Der CEO zumindest ist nach eigener Aussage beim Thema Wachstumsbeschleunigung in FY27 "mindestens so optimistisch, wenn nicht ein bisschen optimistischer" als vor 90 Tagen.
Fazit
Data Center wuchs um + 78 %. Die neuen Transceiver-Programme laufen gerade erst an, und NPO, OCS und Multi-Rail sind in den Zahlen noch gar nicht drin. Dazu kommt ein Kapazitätsplan, der sich bis Januar fast verdoppelt, und trotzdem sucht man schon nach weiteren Flächen.
FCF und Margen bleiben die Beobachtungspunkte bei einem Auftragsfertiger. Das sind aber, wie schon in den Vorquartalen, wachstums- und mixgetriebene Themen und keine strukturellen Probleme.
Entscheidend ist für mich, dass das Management jetzt schon drei Quartale in Folge die Kapazitätsziele angehoben hat (11,5 → 12,5–14 → 16 Milliarden USD).
Damit bleibt die alte Einordnung. Fabrinet ist und bleibt der Fertigungspartner mit dünnen Margen im Vergleich zu Komponentenherstellern wie Lumentum. Die Earnings sind aber erneut ein starkes bullishes Signal für den gesamten Photonics-Sektor. Die Nachfrage reicht „so weit das Auge reicht“, und die Komponenten bleiben ausverkauft!
Weitere Beiträge von mir?
1 Billion USD. So viel wollen neun Technologie- und Halbleiterkonzerne 2026 zusammen investieren. Über diese Zahl wurde in den vergangenen Monaten viel geschrieben, fast immer mit Blick auf die Frage, wer davon profitiert. In den letzten Wochen ging es aber erneut um die Frage: Wer bezahlt das? Die Antwort fiel sehr unterschiedlich aus. Zur Überraschung vieler Doom-Journalisten, ausgerechnet für Anthropic sehr positiv.
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