EZB-Präsidentin Christine Lagarde tritt vorzeitig zurück
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EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird von ihrem Posten vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit zurücktreteten.
Lagarde habe den EZB-Rat und den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, heute informiert, dass sie am 7. Februar 2027 zurücktreten werde, teilte die EZB überraschend gegen 11:00 Uhr MEZ am Donnerstag mit. Gründe für den vorzeitigen Abschied Lagardes nennt die Mitteilung der Notenbank nicht.
Über die Nachfolge entscheidet der Europäische Rat, also das Gremium der Staats- und Regierungschefs der EU. Die Ernennung erfolge nach dem Nominierungsverfahren, das Artikel 283 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union vorsieht, betont die EZB.
"Der EZB-Rat dankte Präsidentin Lagarde herzlich und spendete ihr lang anhaltende Standing Ovations", heißt es abschließend in der Mitteilung der EZB.
Nachfolgeregelung durch Macron und Merz
Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt Lagardes gibt es bereits seit Längerem. Am 18. Februar 2026 hatte die Financial Times berichtet, Lagarde wolle vor der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 gehen. Dem Bericht zufolge wollte sie dem scheidenden Präsidenten Emmanuel Macron ermöglichen, gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz ihre Nachfolge maßgeblich mitzubestimmen. Hintergrund waren Befürchtungen, ein möglicher Wahlsieg des rechtsextremen Rassemblement National bei der anstehenden Präsidentschaftswahl in Frankreich könnte eine Einigung erschweren.
Eine eigene Präsidentschaftskandidatur, über die teilweise ebenfalls spekuliert wurde, bewertete Lagarde dagegen in einem am 30. September veröffentlichten Interview mit La Croix ablehnend. Zugleich schloss sie einen Abschied von der EZB einige Monate vor dem regulären Amtsende ausdrücklich nicht mehr aus.
Spekulationen über einen Wechsel zum Weltwirtschaftsforum (WEF) hatte Lagarde im Juni 2025 mit der Aussage beantwortet, sie sei entschlossen, bis zum Ende ihrer Amtszeit als EZB-Präsidentin im Amt zu bleiben.
Am 15. Oktober 2026 berichtete Reuters unter Berufung auf informierte Personen, der WEF-Stiftungsrat könnte Lagarde bereits bei seiner Sitzung am 2. November zur nächsten Vorsitzenden wählen. Nach dem Rückzug von Gründer Klaus Schwab 2025 hatten Larry Fink und André Hoffmann gemeinsam den Vorsitz übernommen. Eine endgültige Entscheidung über Lagardes Berufung war laut dem damaligen Bericht noch nicht gefallen.
Heute um 14:15 Uhr steht der nächste EZB-Zinsentscheid an, um 14:45 Uhr beginnt die Pressekonferenz mit der scheidenden EZB-Präsidentin.
Fazit: Lagardes vorzeitiger Abschied ermöglicht eine Neubesetzung der EZB-Spitze noch vor der französischen Präsidentschaftswahl. Ob politische Überlegungen oder ein möglicher Wechsel zum WEF für ihren Rücktritt ausschlaggebend sind, bleibt offen. Beides könnte aber eine Rolle spielen.

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