EZB macht Euro-Liquidität für Zentralbanken besser verfügbar
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) macht Euro-Liquidität für Zentralbanken leichter verfügbar. Wie die EZB am Samstag mitteilte, können Zentralbanken ab dem dritten Quartal dieses Jahres über die Eurosystem-Repo-Fazilität für Zentralbanken (EUREP) ständig Euro-Liquidität gegen Sicherheiten erhalten. Neu ist, dass sie es ständig tun können, dass diese Transaktionen anonym bleiben, dass die Liquidität nicht mehr nur den Banken des jeweiligen Landes zur Verfügung gestellt werden darf und dass Zentralbanken weltweit zugelassen sind. "Zentralbanken außerhalb des Euroraums können sich nun auf einen kontinuierlichen Zugang zu Liquidität in Euro verlassen, nicht mehr nur auf temporäre Linien", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde laut veröffentlichtem Redetext in einer Veranstaltung der Münchener Sicherheitskonferenz.
Lagarde zufolge verfolgt die EZB mit dieser Initiative mehrere Ziele: Da Länder entschlossener Instrumente der Industriepolitik einsetzten, geopolitische Spannungen zunähmen und Lieferketten gestört seien, dürfte Stress an den Finanzmärkten häufiger auftreten. "Wir müssen eine Situation vermeiden, in der dieser Stress Notverkäufe von auf Euro lautenden Wertpapieren auf den globalen Refinanzierungsmärkten auslöst, was die Transmission unserer Geldpolitik behindern könnte", sagte sie. Außerdem werde so die internationale Rolle des Euro gestärkt.
Zugang haben alle Zentralbanken, sofern sie nicht insbesondere aufgrund von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder internationalen Sanktionen ausgeschlossen sind. EUREP ergänzt die Swap-Linien der EZB, die unverändert bleiben. Die Preise der Fazilität sind nach Angaben der EZB so gestaltet, dass diese kurzfristigen Kredite nur unter ungünstigen Marktbedingungen attraktiv sind. Zentralbanken außerhalb des Euroraums können bis zu 50 Milliarden Euro gegen marktfähige, auf Euro lautende Vermögenswerte aufnehmen.
Als Sicherheiten werden Wertpapiere akzeptiert, die von Zentralregierungen oder Gebietskörperschaften aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), vom Eurosystem anerkannten Agenturen (sofern sie die quantitativen Kriterien erfüllen) oder vom Eurosystem anerkannten supranationalen Einheiten begeben wurden. Im Rahmen des neuen EUREP-Rahmenwerks wird die EZB künftig keine Informationen mehr darüber veröffentlichen, welche Zentralbanken ihre Repo-Linien in Anspruch genommen haben. Stattdessen wird sie Einzelheiten über die wöchentlichen Gesamtabrufe von Euro-Liquidität über alle Repo-Linien hinweg bekannt geben.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab
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