Euroraum-PMI im Dezember niedriger als zuvor angenommen
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Aktivität in der Privatwirtschaft des Euroraums ist im Dezember etwas weniger stark als bisher angenommen gestiegen. Der von S&P Global erhobene Einkaufsmanagerindex (OMI) für die Produktion im verarbeitenden und nicht-verarbeitenden Gewerbe sank in zweiter Veröffentlichung auf 51,5 (November: 52,8) Punkte. Das war der niedrigste Stand seit drei Monaten. In erster Veröffentlichung waren 51,9 gemeldet worden. Der Dienstleistungs-PMI sank in zweiter Veröffentlichung auf 52,4 (53,6) Punkte. Vorläufig waren 52,6 ermittelt worden.
Deutschlands aggregierter PMI ging auf 51,3 (52,4) Punkte zurück, Frankreichs auf 50,0 (50,4) und Italiens auf 50,3 (53,8) Punkte.
Der fünfte Auftragszuwachs in Folge fiel diesmal schwächer aus als in den beiden Vormonaten. Im verarbeitenden Gewerbe sanken die Neuaufträge mit beschleunigter Rate, bei den Serviceanbietern schwächte sich die Zuwachsrate ab. Die Exporte sanken so kräftig wie seit März 2025 nicht mehr. Da die Auftragsbestände wegen des nachlassenden Nachfragedrucks in beiden Sektoren abgebaut wurden, sanken sie auch insgesamt stärker als in den beiden Vormonaten.
Schwacher Stellenaufbau - Industrie belastet
Der Stellenaufbau beschleunigte sich gegenüber November hingegen leicht, er blieb jedoch insgesamt äußerst dürftig, da die Beschäftigtenzahlen im verarbeitenden Gewerbe abermals sanken. Der Anstieg der Einkaufspreise beschleunigte sich in beiden Sektoren und erreichte insgesamt ein Neunmonatshoch. Die Verkaufspreise wurden hingegen - wie im November - mit der zweitniedrigsten Rate seit Oktober 2024 angehoben.
Aufgrund der gesunkenen Zuversicht unter den Serviceunternehmen fielen die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist insgesamt etwas weniger optimistisch aus als im November. Im verarbeitenden Gewerbe war der Optimismus hingegen so groß wie seit nahezu vier Jahren nicht mehr.
"Der Composite PMI lag in den letzten drei Monaten des Jahres im Durchschnitt auf einem sichtbar höheren Niveau als im dritten Quartal. Das BIP-Wachstum dürfte sich vor diesem Hintergrund beschleunigt haben", schreibt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, in einem Kommentar. Der entscheidende Impuls komme dabei vom Dienstleistungssektor, während das verarbeitende Gewerbe bremse. 2026 sollte der Dienstleistungssektor auf moderatem Wachstumskurs bleiben. Das verarbeitende Gewerbe dürfte von der höheren Nachfrage nach Rüstungsgütern und nach Baumaschinen profitieren, die unter anderem zur Realisierung der Infrastrukturprojekte in Deutschland benötigt würden.
"Im Ergebnis sollte erneut ein Wirtschaftswachstum von deutlich über 1 Prozent möglich sein, was jedoch nicht sonderlich beeindruckend ist", hält De la Rubia fest.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
DJG/hab/sha
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