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Kommentar
14:12 Uhr, 02.07.2026

Durchblick: Ein gutes halbes Jahr

Das erste Halbjahr 2026 verlief an den Börsen überraschend gut.

Europäische und amerikanische Indizes haussierten, ebenso die Schwellenländer. Viele Indizes konnten im Juni 2026 neue Allzeithochs markieren. Angesichts der geopolitischen Entwicklungen der ersten sechs Monate ist das durchaus eine Überraschung.

Eine Ausnahme bildet der deutsche Leitindex. Fast scheint es, als würde die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Herren seiner Performance folgen. Während der EURO STOXX 50® (Price) Index (EUR) um fast 10 % zulegte, konnte sich der DAX® (Performance) Index lediglich mit knapp 2 % behaupten. Ohne die Dividendenkomponente stünde sogar ein Minus zu Buche. Fast ein Alleinstellungsmerkmal.

Klar: Der hohe Ölpreis im zweiten Quartal, Inflationssorgen oder gar Inflationsängste sowie steigende Leitzinsen haben das Stimmungsbild geprägt. Doch diese Rahmenbedingungen galten für alle Märkte. Zudem ist der Ölpreis inzwischen wieder auf sein Ausgangsniveau zurückgekehrt.

Der Kurstreiber in den USA waren Technologiewerte. Diese sind sowohl in europäischen Indizes als auch im DAX unterrepräsentiert. Kein Wunder also.

Doch für den deutschen Leitindex kommt es noch schlimmer. Während die großen europäischen Indizes Mitte und Ende Juni neue Allzeithochs erreichten, datiert das bislang letzte Allzeithoch des DAX aus dem Januar dieses Jahres.

Der Automobilsektor war kein positiver Performancetreiber, ist im DAX jedoch stark vertreten. SAP ist deutlich zurückgekommen, Rheinmetall hat sich im Jahresverlauf nahezu halbiert. Gründe für die schwache Entwicklung gibt es also genügend.

Wesentlich besser lief es in den Schwellenländern. Der MSCI EM Universal Net EUR, auf den wir seit April einen ETF anbieten, legte ebenso wie sein großer Bruder kräftig zu. In lokaler Währung stand ein sattes Plus von über 20 % zu Buche.

Ob das so weitergeht? Allgemein gesprochen sprechen steigende US-Renditen und ein stärkerer US-Dollar eher dagegen. Bei genauerem Blick gibt es „die“ Schwellenländer ohnehin nicht. Vor allem Südkorea und Taiwan sowie – noch genauer – drei große Technologiewerte haben die Kursrallye maßgeblich befeuert. Es bleibt daher spannend, ob sich dieser Trend im zweiten Halbjahr fortsetzt.

Meine Kollegen Sebastian Otter und Christian Stocker haben sich unter anderem über den jüngsten und größten Börsengang aller Zeiten in ihrem aktuellen Video unterhalten: Vom Ölpreis zu IPOs – neue Impulse für die Börsen. Schaut gerne mal rein.

Und was ist mit Gold? Überraschenderweise musste das Edelmetall im ersten Halbjahr Verluste hinnehmen. In US-Dollar steht ein Minus von 7,6 % zu Buche. Und das, nachdem Gold insbesondere im Januar nahezu unaufhaltsam schien. Der Kurs entwickelte sich dabei weitgehend im Gleichlauf mit Bitcoin.

Viel Licht also – trotz einiger Schatten.

Und was wird den Sommer dominieren?

In vier Wochen gibt es von mir dazu ein Update!