Analyse

Dieser Smallcap steht vor einem Big-Picture-Kaufsignal

Nach einer deutlichen Ergebnisverbesserung im vergangenen Jahr steht dieses Unternehmen vor einer Neubewertung. Eine klar zu erkennende langfristige Bodenformation liefert auch charttechnische Argumente für einen Einstieg.

Erwähnte Instrumente

  • 3U Holding AG - WKN: 516790 - ISIN: DE0005167902 - Kurs: 1,115 € (XETRA)

Die Aktie dieser Beteiligungsgesellschaft nimmt nach langer Auszeit wieder Fahrt auf. Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 fielen gut aus, für 2018 wird weiteres Wachstum angepeilt. Das Salz in der Suppe stellt eine Cloud-Beteiligung dar. Mit einem neuen Zehn-Jahres-Hoch und dem Abschluss einer langfristigen Bodenbildung könnte das Chartbild kaum explosiver ausfallen.

Die 3U Holding ist, wie der Name schon verrät, eine Beteiligungsgesellschaft mit dem Fokus auf die drei Segmente Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK), Sanitäts-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) sowie Erneuerbare Energien. Mit einem Umsatzanteil von knapp 45 % war das Segment SHK das wichtigste im dritten Quartal 2017, allerdings das unprofitabelste. Der Bereich Erneuerbare Energien kam auf einen Umsatzanteil von gut 30 %, stand aber fast vollständig für das Quartalsergebnis.

Auf Kurs

Nach den vor einigen Tagen bekannt gegebenen vorläufigen Zahlen für das Jahr 2017 steigerte 3U den Umsatz um 7 % auf 46,9 Mio. EUR. Das EBITDA kletterte deutlich um 43 % auf 6,7 Mio. EUR, das Konzernergebnis sprang gar um zwei Drittel auf 1,1 Mio. EUR. Zurückzuführen ist das positive Ergebnis vor allen Dingen auf den Bereich Erneuerbare Energien und hier auf einen Beteiligungsverkauf des Windparks Schlenzer. Interessant: Im laufenden Jahr rechnet das Management mit einem weiteren Verkauf eines Windparks und damit mit erneut anziehenden Umsätzen und Gewinnen. Die offizielle Prognose für 2018 beläuft sich auf einen Umsatz zwischen 46 und 50 Mio. EUR, ein EBITDA zwischen 6,5 und 8,5 Mio. EUR und ein Konzernergebnis zwischen 1,0 und 2,0 Mio. EUR. Nimmt man die goldene Mitte dieser Spanne von 1,5 Mio. EUR, würde das einem weiteren Ergebnissprung von rund 36 % entsprechen.

Probleme bereitet 3U das traditionelle ITK-Geschäft. Dort hat das Unternehmen mit schrumpfenden Umsätzen zu kämpfen. Allerdings könnten Untersegmente wie der Cloudbereich für neue Fantasie sorgen. Denn 3U verfügt mit der Beteiligung weclapp (Beteiligungsquote 75 %) über ein interessantes Asset. Das von weclapp entwickelte ERP-System, also ein System zur Ressourcenplanung von Unternehmen, wurde sowohl in den Jahren 2016 als auch 2017 auf der IT & Business-Messe Stuttgart zum ERP-System des Jahres gekürt. Sollte 3U es also gelingen, dieses Asset ebenfalls zu monetarisieren, würden Zusatzeinnahmen winken, die in der aktuellen Prognose noch gar nicht enthalten sind.

Langfristig wird die Frage sein, inwieweit es 3U nachhaltig gelingen kann, das eher schwächelnde Telefonie-Geschäft durch andere neue Wachstumsfelder zu kompensieren.

SRC Research rechnet für 2018 und 2019 mit folgenden Ergebnissen:

Jahr 2017  2018e* 2019e*
Umsatz in Mio. EUR 46,9  48,6  53,2 
Ergebnis je Aktie in EUR 0,03  0,04  0,06 
KGV 37  28  18 
Dividende je Aktie in EUR 0,02  0,03  0,04 
Dividendenrendite 1,82 % 2,73 % 3,64 %
*e = erwartet

Die mir vorliegenden Konsensschätzungen der Analysten liegen laut Factset noch einmal höher. Anbei diese Übersicht:

Jahr 2017  2018e* 2019e*
Umsatz in Mio. EUR 46,90  51,3  55,2 
Ergebnis je Aktie in EUR 0,03  0,06  0,09 
KGV 37  18  12 
Dividende je Aktie in EUR 0,02  0,04  0,05 
Dividendenrendite 1,82 % 3,64 % 4,55 %
*e = erwartet

Verglichen mit der auch offiziellen Prognose des Unternehmens erscheint der Konsens zu hoch, was auch auf veraltete Daten zurückzuführen sein könnte. Realistisch ist daher eher die Prognose von SRC Research, wobei Optimisten einen Umsatz von 50 Mio. EUR und ein Ergebnis je Aktie von 0,05 EUR für 2018 anpeilen könnten, was für die Aktie in einem KUV von 0,8, einem KGV von 22 und einer Dividendenrendite von rund 3 % münden würde.

Charttechnisch hat sich die Situation bei der 3U-Aktie in den vergangenen Wochen deutlich verbessert. Ein erster wichtiger Schritt war der Anstieg über das Mehrjahreshoch bei 0,983 EUR. Mit Kursen von 1,14 EUR wurde in der Spitze das Hoch aus dem Jahr 2007 erreicht. Schaffen es die Käufer nun nach einer Verschnaufpause auch, diese Hürde hinter sich zu lassen, wäre der Weg bis an das Hoch aus dem Jahr 2005 bei 1,48 EUR frei. Wiederum darüber existieren erst wieder um 2,10 EUR Fibonacci-Widerstände. Über 2,10 EUR lassen sich keine nennenswerten Hindernisse mehr im Chart bis an das Allzeithoch bei 3,34 EUR ausmachen. Der große Aufwärtstrend ist intakt, solange das Zwischentief bei 0,70 EUR verteidigt wird. Wer Stopps etwas enger setzen möchte, kann Absicherungen auch um 0,92 EUR vornehmen.

Wie bei vielen Smallcaps gilt: Der Handel bei 3U ist eher illiquide. Kaufaufträge sollten daher streng limitiert werden. Es bietet sich bei Interesse auch an, in Tranchen zu kaufen.

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Über den Experten

Bastian Galuschka
Bastian Galuschka
Stv. Chefredakteur

Bastian Galuschka ist seit über 20 Jahren an der Börse aktiv. Er entdeckte bereits zu Schulzeiten seine Leidenschaft für die Börse. Über fünf Jahre lang war der Diplom-Volkswirt als Redakteur bei einem bekannten Anlegermagazin tätig und verantwortete dort den Bereich Charttechnik. Seit März 2013 verstärkt er die Redaktion der stock3 AG. Bastian Galuschka kombiniert bei seinen Analysen gerne Fundamentaldaten mit charttechnischen Aspekten. Gerade im Smallcapbereich hat sich der Analyst über viele Jahre ein fundiertes Wissen aufgebaut. Seit Juni 2016 ist Galuschka Stellvertretender Chefredakteur von stock3.

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