Kommentar
10:17 Uhr, 10.06.2026

Diese Kryptowährung will sich jetzt gegen Quantencomputer schützen

Die Sorge vor Quantencomputern wächst seit Jahren. Nun stellt eine große Kryptowährung konkrete Maßnahmen vor, um sich gegen die neue Technologie zu wappnen.

Die Sorge vor den Auswirkungen leistungsfähiger Quantencomputer auf Kryptowährungen nimmt zu. Experten warnen seit Jahren davor, dass die Technologie eines Tages die kryptografischen Verfahren aushebeln könnte, auf denen Bitcoin und viele andere Blockchains basieren. Noch ist unklar, wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, doch entsprechende Prognosen werden immer häufiger diskutiert.

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Mit Stellar hat nun ein großes Blockchain-Netzwerk einen konkreten Fahrplan vorgestellt, um sich auf dieses Szenario vorzubereiten. Die Stellar Development Foundation präsentierte ein mehrstufiges Konzept, das die Sicherheit des Netzwerks langfristig gewährleisten und schrittweise auf eine quantensichere Kryptografie umstellen soll.

Wie Stellar sich auf die Quantencomputer-Ära vorbereitet

Nach Angaben der Stiftung bestehen zwei zentrale Risiken. Einerseits könnten Angreifer Signaturen von Validatoren fälschen und damit die Integrität des Netzwerks gefährden. Andererseits könnten leistungsfähige Quantencomputer private Schlüssel aus öffentlichen Schlüsseln ableiten und dadurch auf fremde Wallets zugreifen. Letzteres gilt als die größere Herausforderung.

Stellar sieht sich dabei in einer vergleichsweise günstigen Ausgangslage. Im Netzwerk sind Kontoadressen von den verwendeten Signaturschlüsseln getrennt. Nutzer könnten daher auf neue kryptografische Verfahren wechseln, ohne ihre Adresse oder ihre Guthaben verändern zu müssen. Das würde die Umstellung deutlich vereinfachen.

Der Plan soll in mehreren Schritten umgesetzt werden. Bereits 2026 will Stellar die Verifizierung quantensicherer Signaturen in seine Smart Contract-Infrastruktur integrieren. Ein Jahr später soll jedes Konto die Möglichkeit erhalten, zusätzliche quantensichere Signierer zu hinterlegen. Die vollständige Ablösung der heutigen Kryptografie soll erst erfolgen, wenn die Technologie ausreichend erprobt ist und die Community den Schritt mitträgt.

Laut Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis Ende 2027 geknackt wird, derzeit bei 20 Prozent / Quelle Polymarket

Die Debatte betrifft nicht nur Stellar. Auch bei Bitcoin und Ethereum arbeiten Entwickler bereits an möglichen Lösungen. Hintergrund ist die wachsende Erwartung, dass leistungsfähige Quantencomputer früher verfügbar sein könnten als bislang angenommen.

Eine große Herausforderung bei Stellar stellen jedoch inaktive Konten dar, deren Inhaber nicht mehr erreichbar sind. Für diese Wallets müssen langfristig Lösungen gefunden werden, damit die Vermögenswerte auch nach einer Umstellung auf neue Sicherheitsstandards geschützt bleiben.

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