Kommentar
12:42 Uhr, 10.01.2026

DeFi unter Beschuss: TV-Kampagne drängt US-Senatoren zum Eingriff ins Krypto-Gesetz

Eine Anti-DeFi-Gruppe ruft US-Fernsehzuschauer zur politischen Einflussnahme auf und kritisiert zentrale Punkte der geplanten Krypto-Regulierung.

  • In den USA hat eine Anti-DeFi-Organisation eine Werbekampagne gestartet, die sich gezielt gegen dezentrale Finanzanwendungen im Rahmen der geplanten Krypto-Marktregulierung richtet.
  • Wie aus am gestrigen 9. Januar veröffentlichten Screenshots hervorgeht, schaltete die Gruppe “Investors For Transparency” mehrere Anzeigen auf Fox News. Darin werden Zuschauer aufgefordert, ihre Senatoren telefonisch zu kontaktieren und sich für eine Verabschiedung des CLARITY Act ohne bestimmte DeFi-Bestimmungen einzusetzen.
  • In den Anzeigen heißt es unter anderem: “Tell Your Senator: Pass Crypto Legislation Without DeFi Provisions”. Ergänzt wird der Aufruf durch den Slogan “Don’t Let DeFi Stall Innovation” sowie eine Hotline-Nummer zur direkten Kontaktaufnahme mit den Abgeordneten. Die Kampagne richtet sich gegen Regelungen, die nach Ansicht von Interessenvertretern der Bankenbranche Risiken für das traditionelle Finanzsystem bergen könnten.

A new advocacy group, ‘Investors For Transparency,’ is running prime-time ads on @FoxNews, urging viewers to oppose DeFi provisions in the upcoming crypto market structure bill just a week before senators are due to cast votes on it in relevant committees next week. The treatment… pic.twitter.com/jsZ3GcDuVX

— Eleanor Terrett (@EleanorTerrett) January 10, 2026

  • Im Zentrum der Kritik stehen Bestimmungen, die es Stablecoin-Emittenten erlauben würden, verzinste Produkte anzubieten. Bankenvertreter warnen davor, dass solche Angebote faktisch bankähnlichen Einlagen gleichkommen könnten. Das US-Finanzministerium schätzte im April, dass bei einer breiten Nutzung von Stablecoins bis zu 6,6 Billionen US-Dollar an Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abfließen könnten.
  • Die Werbeoffensive fällt zeitlich mit der Ankündigung des Senatsausschusses für Bankenfragen zusammen, der eine offizielle Beratung des CLARITY Act angesetzt hat.
  • Innerhalb der Krypto-Branche stoßen die Anzeigen auf deutliche Kritik. Uniswap-Labs-Chef Hayden Adams bezeichnete die Kampagne als “ironisch und wenig überraschend” und verwies darauf, dass die Organisation ihre Finanzierungsquellen nicht offenlege.

A group named “investors for transparency” are running public ads + lobbying to kill defi, the most transparent financial system on earth

Ironic but unsurprising their site does not disclose who funds them

Deserves a Prometheum style deep dive by the crypto industry https://t.co/qP0QpXUvDy

— Hayden Adams 🦄 (@haydenzadams) January 10, 2026

  • Mit dem CLARITY Act steht ein Gesetzentwurf zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte im Kongress zur Abstimmung, dessen Verabschiedung bereits im Januar erfolgen dürfte. Während die Gesetzgebung als politisches Signal und Meilenstein für die Krypto-Industrie gewertet wird, bremst der erfahrene Trader Peter Brandt jedoch Erwartungen an mögliche Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs.

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