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10:00 Uhr, 26.03.2026

De Guindos: Krieg könnte Probleme für hoch verschuldete Akteuren bringen

Von Hans Bentzien

DOW JONES--Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, hat vor den Risiken für die Finanzstabilität durch den Nahost-Krieg gewarnt. "Er droht die Marktstimmung in einer Zeit hoher Vermögensbewertungen zu kippen. Dies könnte zu einer drastischen Neubewertung von Risiken für hochverschuldete Kreditnehmer und Staaten führen. Darüber hinaus könnte sich der Stress im Nichtbanken-Finanzsektor verstärken", sagte er laut veröffentlichtem Redetext bei einer Konferenz der Eesti Pank. Zwar erwarteten die Märkte weitgehend, dass der Krieg relativ kurzlebig sein werde, doch könnte dieser Konflikt angesichts der bereits erhöhten globalen Unsicherheit das Aufbrechen vernetzter Schwachstellen auslösen. Zudem könnte er systemischen Stress verursachen.

De Guindos zufolge haben die EU-Marktinfrastrukturen die Margin-Anforderungen trotz der Volatilität bisher effektiv bewältigt. "Dies schließt zentrale Gegenparteien ein, deren Dienstleistungen auf die Energiemärkte ausgerichtet sind", erläuterte er.

Mit Blick auf die Auswirkungen des Kriegs auf die Geldpolitik der EZB bekräftige De Guindos die jüngsten Aussagen des EZB-Rats. "Die mittelfristigen Auswirkungen des Krieges werden davon abhängen, wie sehr sich der Konflikt ausbreitet und wie lange er andauert", sagte er. Sie hingen auch von der Intensität und Dauer des Energieschocks ab. Ebenso entscheidend sei dessen Übertragung auf die Verbraucherpreise und die Wirtschaft durch indirekte Effekte und Zweitrundeneffekte.

Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com

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