De Guindos: Infaltionsausblick wg Handelsspannungen unsicher
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DJ EZB/De Guindos: Infaltionsausblick wg Handelsspannungen unsicher
Von Hans Bentzien
DOW JONES--EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat trotz des planmäßig verlaufenden Inflationsrückgangs vor Inflationsrisiken gewarnt. "Der Inflationsausblick ist von großer Unsicherheit umgeben, vor allem wegen der zunehmenden Friktionen im Welthandel", sagte er laut veröffentlichtem Redetext in Amsterdam. De Guindos zufolge könnte eine Eskalation der Handelsspannungen zu einer Abwertung des Euro und einem Anstieg der Importkosten führen, während die dringend benötigten Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben die Inflation über die Gesamtnachfrage ansteigen lassen könnten.
"Geopolitische Spannungen könnten aufgrund von Handelsunterbrechungen, steigenden Rohstoffpreisen und Energiekosten ebenfalls zu einer höheren Inflation führen", sagte er. Gleichzeitig könnten aber auch eine geringere Nachfrage nach den Exporten des Euroraums und ein geringeres Wachstum infolge der Auswirkungen höherer Zölle oder geopolitischer Spannungen eine Bedrohung für die Wirtschaft darstellen, die Nachfrage dämpfen und die Inflation nach unten drücken.
"Für die Geldpolitik bedeutet diese Unsicherheit, dass wir bei der Festlegung des angemessenen Kurses äußerst vorsichtig sein müssen. Zwar deuten die meisten Indikatoren darauf hin, dass sich die Inflation in die richtige Richtung bewegt, doch erfordert das Umfeld außergewöhnlicher Unsicherheit, dass wir uns noch stärker an unseren datenabhängigen und von Sitzung zu Sitzung wechselnden Ansatz halten", sagte der EZB-Vizepräsident.
De Guindos bekräftigte die offizielle Linie der Europäischen Zentralbank (EZB(), derzufolge Daten sowie EZB-Projektionen für ein sich abschwächendes Lohnwachstum sprächen, was zu einem allmählichen Rückgang der Dienstleistungsinflation beitrage. Zudem deuteten die meisten Messgrößen der zugrunde liegenden Inflation darauf hin, dass sich die Inflation dauerhaft in der Nähe des Inflationsziels von 2 Prozent einpendeln werde.
Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com
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