Kommentar
18:00 Uhr, 18.02.2026

CryptoQuant-CEO warnt: Satoshi Nakamotos Bitcoin sind in Gefahr

Ein Post des CryptoQuant-CEOs entfacht eine neue Grundsatzdebatte über Bitcoins Sicherheit im Quanten-Zeitalter. Schwebt Satoshis Erbe in Gefahr?

Erwähnte Instrumente

Der Gründer und CEO der On-Chain-Analysefirma CryptoQuant, Ki Young Ju, hat eine der heikelsten Debatten im Bitcoin-Ökosystem neu angefacht. Was passiert, wenn Quantencomputer eines Tages private Schlüssel aus öffentlichen Schlüsseln ableiten können und damit alte Bitcoin-Adressen angreifbar werden? Sein Vorschlag ist bewusst provokant: Um einen “Quantum-Run” auf alte Bitcoin-Bestände zu verhindern, könne ein Protokoll-Upgrade am Ende darauf hinauslaufen, Satoshis rund eine Million BTC und weitere Bestände in alten Adresstypen so einzustellen, dass sie nicht mehr ausgegeben werden können.

Was genau behauptet der CryptoQuant-CEO?

In seinem Post auf X skizziert Ki Young Ju das Dilemma so: Bitcoin sei heute sicher, weil klassische Computer die zugrundeliegende Kryptografie praktisch nicht brechen können. Quantencomputer würden diese Annahme perspektivisch kippen. Unter bestimmten Bedingungen könnte ein Angreifer aus einem on-chain sichtbaren Public Key den Private Key berechnen und Coins bewegen. Der entscheidende Punkt: Sobald ein Public Key einmal auf der Blockchain sichtbar wird, bleibt diese Exponierung dauerhaft bestehen.

Ki Young Ju spricht von rund 6,89 Millionen BTC, die (potenziell) angreifbar seien. Diese Zahl ist in der Community umstritten und hängt stark davon ab, wie man “verwundbar” definiert (Public-Key-exponierte Outputs, Address-Reuse, Timing-Angriffe beim Spend, etc.).

Potenziell angreifbare Bitcoin-Bestände nach Public-Key-Exponierung | Quelle: CryptoQuant

CoinShares hat das jüngst quantitativ eingeordnet und kommt zu deutlich konservativeren, aber greifbaren Größenordnungen: Demnach liegen etwa 1,6 bis 1,7 Millionen BTC (rund acht Prozent des Supply) in besonders alten Pay-to-Public-Key-Strukturen, bei denen Public Keys offenliegen und nur ein kleiner Teil davon wäre in Wallet-Größen, die wirklich marktbewegend bei einem Angriff wären.

Warum betrifft das ausgerechnet Satoshi?

Satoshis früh geminte Coins sind (wie viele sehr alte Bestände) häufig mit Output-Typen verbunden, bei denen Public Keys früher oder einfacher sichtbar werden. Genau dort setzt das Quantum-Argument an: Nicht “Bitcoin als Ganzes” wäre sofort offen, sondern ein Teil der UTXOs, bei denen Public Keys bereits langfristig exponiert sind.

Der eigentliche Sprengstoff: Nicht Technik, sondern Konsens

Ki Young Ju legt den Fokus weniger auf das “Wann” eines Q-Day, sondern auf die Governance. Selbst wenn es technische Lösungen gibt, dauert soziale Einigung bei der Entwicklung der Bitcoin-Infrastruktur oft Jahre.

Als Beispiel nennt er implizit die historischen Grabenkämpfe um Blocksize und SegWit, als sich die Community über Jahre nicht einig wurde. Sein Punkt: Wenn Quantencomputer schneller voranschreiten als der politische Prozess, könnte das Risiko von chaotischen Übergängen oder Forks wachsen.

Gibt es überhaupt einen realistischen Upgrade-Pfad?

Grundsätzlich ja. Post-Quantum-Kryptografie ist kein Science-Fiction-Thema mehr. Das US National Institute of Standards and Technology hat Standards für post-quantum sichere Verfahren veröffentlicht. Die praktische Herausforderung bei Bitcoin wäre allerdings enorm.

Ein Post-Quantum-Upgrade wäre ein mehrjähriger Migrationsprozess für die gesamte Bitcoin-Infrastruktur – von Wallet-Software bis Custody. Coins in exponierten Alt-Outputs müssten im Idealfall rechtzeitig bewegt werden oder es braucht Protokollregeln, die Abflüsse durch “Quantendiebstahl” verhindern. Genau an diesem Punkt landet Ki Young Ju bei der unbequemen Idee, alte, inaktive Bestände praktisch einzufrieren.

Was bedeutet das für Bitcoin-Anleger?

Kurzfristig ist das kein “Crash-Trigger”, sondern vor allem ein Debatten- und Narrativ-Thema. Dennoch ist es relevant, weil es mehrere Ebenen berührt: Erstens Sentiment und Volatilität – Satoshis Coins sind ein Mythos und schon die Diskussion über eine mögliche Sperre alter Bestände kann kurzfristige Marktreaktionen auslösen.

Zweitens die institutionelle Perspektive – institutionelle Investoren achten zunehmend auf langfristige Technologierisiken; ein glaubwürdiger Plan, wie Bitcoin sich bei Bedarf kryptografisch weiterentwickeln kann, würde Vertrauen schaffen, ein offener Governance-Streit könnte es belasten. Drittens der technologische Wettbewerb – die Frage, wie gut ein Netzwerk auf “Post-Quantum”-Kryptografie vorbereitet ist, könnte mittelfristig zu einem Differenzierungsmerkmal werden.

Der CryptoQuant-CEO präsentiert keine neue technische Entdeckung, stößt aber eine Debatte an, die Bitcoin mit zunehmendem Fortschritt in der Entwicklung von Quantencomputern nicht ewig vertagen kann. Wie viel Eingriff in bestehende Eigentumsrechte wäre die Community bereit zu akzeptieren, um einen potenziellen Quantum-Angriff abzufedern? Ob sich jemals eine Mehrheit dafür findet, sehr alte Bestände (inklusive Satoshis Bitcoin) per Konsensregel zu sperren, sodass sie nicht mehr ausgegeben werden können, ist offen.

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