Analyse
16:28 Uhr, 15.10.2026

COREWEAVE, IREN, NEBIUS - Dan Ives sieht klare Kaufgelegenheit!

Steigende Anleiherenditen und Schlagzeilen rund um Genehmigungen für Rechenzentren setzen KI-Infrastrukturwerte wie CoreWeave, IREN und Nebius unter Druck. Dan Ives sieht darin keine Warnung, sondern eine klare Kaufgelegenheit.

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  • CoreWeave Inc. - WKN: A413X6 - ISIN: US21873S1087 - Kurs: 61,315 $ (Nasdaq)
  • Nebius Group N.V. - WKN: A1JGSL - ISIN: NL0009805522 - Kurs: 168,215 $ (Nasdaq)
  • IREN Ltd. - WKN: A3C7R6 - ISIN: AU0000185993 - Kurs: 27,170 $ (Nasdaq)

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert weit über 5 %, dazu kommen Diskussionen um Genehmigungen für neue Rechenzentren: Bei Aktien aus dem Bereich KI-Infrastruktur ist zuletzt die Verunsicherung gestiegen. Unter Druck gerieten unter anderem CoreWeave, IREN und Nebius.


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Dan Ives, früher Senior Equity Analyst bei Wedbush und inzwischen bei Yorkville Ives & Co., hält dagegen. Für ihn ist der jüngste Ausverkauf eine "klare Kaufgelegenheit". Die Bedenken rund um steigende Renditen und die Genehmigungsdebatte lässt er als Argument gegen die Aktien nicht gelten.

Ein weiterer Härtetest für die KI-Revolution

Ives bezeichnet den Kursrückgang bei CoreWeave, IREN und Nebius als einen weiteren Härtetest für die KI-Revolution – und es werde nicht der letzte sein. Als Treiber der aktuellen Schwäche sieht er vor allem zwei Faktoren. Mit der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 5 % bewertet der Markt Unternehmen neu, die mehrjährige Infrastrukturprojekte finanzieren, deren Umsätze aber erst später fließen. Für zusätzliche Zurückhaltung bei Investoren sorgt die Rhetorik rund um Strompreise im Zusammenhang mit den Zwischenwahlen (Midterms).

Neu ist dieses Muster nicht. Laut Ives kam es in den vergangenen zwei Jahren etwa alle paar Monate zu ähnlichen Ausverkäufen. Auslöser waren unter anderem DeepSeek, Zölle, die befürchtete "SaaS-Apokalypse" sowie Sorgen, dass die hohen Investitionsausgaben erst einmal verdaut werden müssen. Jedes Mal hätten die anschließenden Nachfragedaten die Anleger aber zurück in die Aktien geholt.


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Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich

An seiner bullischen These hält Ives unverändert fest. Er und sein Team rechnen damit, dass in den kommenden Jahren 800 bis 1.000 Rechenzentren gebaut werden. Die Nachfrage der Hyperscaler und der führenden KI-Labore sei intakt, Rechenleistung bleibe in den wichtigen GPU- und Energiekorridoren weiterhin knapp.

Gestützt wird diese Sicht durch Branchenchecks in Asien in dieser Woche. Demnach nimmt die Dealaktivität in Südkorea und Taiwan Fahrt auf. Die Nachfrage nach Chips übersteigt das verfügbare Angebot laut den Analysten etwa im Verhältnis 13 zu 1.

Zinsen sind eine Finanzierungsfrage

Auch den makroökonomischen Gegenwind ordnet Ives ein. Höhere Zinsen verteuern zwar die Finanzierung der Rechenzentrumsprojekte, an der grundlegenden Nachfrage nach Rechenleistung ändern sie aber nichts. "Zinsen sind eine Finanzierungsfrage, keine Nachfragefrage", so der Analyst.

Ganz ohne Abstriche wird der Ausbau laut Ives allerdings nicht ablaufen. Er schätzt, dass 5 bis 10 % der geplanten Rechenzentrumsprojekte wegen lokaler Widerstände und der Dynamik im Wahljahr letztlich nicht realisiert werden. Am Gesamtbild des Ausbaus dürfte das aber wenig ändern: Unternehmen mit gesicherter Stromversorgung und unterzeichneten Kundenverträgen seien in der Lage, Verzögerungen an anderer Stelle aufzufangen.

Was Ives' Sicht ändern würde

Von den anstehenden Quartalszahlen der Hyperscaler erwartet Ives eher eine Bestätigung des Ausbaupfads als neue Zweifel. Seine Einschätzung würde sich erst durch ein Nachfragesignal ändern, nicht durch ein Zinssignal. Gemeint sind gekürzte Capex-Prognosen der Hyperscaler, stornierte oder nachverhandelte Kapazitätsverträge oder deutlich fallende Mietpreise für GPUs.

Nichts davon zeige sich derzeit in den Daten, eher das Gegenteil. Solange das so bleibt, betrachtet Ives Rücksetzer als "goldene Kaufgelegenheiten" und nicht als Warnsignale. Der KI-Infrastruktur-Trade steht aus seiner Sicht noch am Anfang eines auf rund zehn Jahre angelegten Ausbaus, im Baseball-Jargon erst im dritten Inning. Anleger, die in solchen Phasen zugreifen, würden belohnt, sobald aus der Projektpipeline tatsächlich in Betrieb genommene Kapazität wird.

Fazit: Es gibt Permabären am Markt und dann gibt es Permabullen wie Dan Ives. Die Wahrheit liegt in der Regel dazwischen und diese versuchen wir in unserer Redaktion auch bestmöglich abzubilden. Dass ich im Falle der Neoclouds nicht mit Dan Ives gehe bzw. mir diese Aktien definitiv zu heiß sind, hatte ich in zahlreichen Artikeln und Videos klargemacht. Auch eine Oracle sehe ich mit Blick auf die Bilanz kritisch. Deshalb muss man aber auch nicht gleich den kompletten KI-Infrastrukturtrend in Frage stellen.

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2 Kommentare

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  • ratm
    ratm

    Mit neuer eigener Research-Firma muss man vor allem auffallen, schrille polarisierende Meinungen helfen da. Das dürfte auch bei Herrn Ives gelten, kann mir nicht vorstellen, dass er seiner Mutter raten würde jetzt bei Neo-Clouds all in zu gehen.. ;-)

    16:34 Uhr, 15.10.
  • tschak
    tschak

    Ich weiss, dass NVDA bei CoreW. mit onboard ist. Ich habe aber das Schuldenmonster einfach heute verkauft.
    Auch wenn der bunte Experte (ist kein Vogel), Dan Ives, vom Geschäfts-"Modell" überzeigt sei.
    Mir zu risky; Bin ein gebranntes Kind der Jahre 2000 und 2001...

    16:34 Uhr, 15.10.