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22:15 Uhr, 06.10.2026

CONSTELLATION BRANDS: Warum kommt vom Umsatzplus so wenig beim Gewinn an?

Beim Bier liefert Constellation 5,5 % mehr Kisten an Großhändler aus, deren Verkäufe an den Handel aber um 0,6 % sinken: Die Jahresprognose bleibt trotzdem unverändert.

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Constellation Brands übertrifft bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen, liefert im Biergeschäft aber deutlich mehr an die Großhändler aus, als diese an den Handel weiterverkaufen. Die unveränderte bereinigte Jahresprognose zeigt: Auch das Management rechnet nicht mit einem anhaltenden Schub.

✦ Auf einen Blick

• Der Nettoumsatz steigt um 6 % auf 2,63 Mrd. USD und liegt 3,7 % über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 2,54 Mrd. USD.

• Das bereinigte EPS steigt von 3,63 auf 3,74 USD, der Konsens lag bei 3,55 USD.

• Im Biergeschäft wachsen die Auslieferungen um 5,5 %, während die Abverkäufe der Großhändler an den Handel um 0,6 % sinken.

• Die Marge des Biersegments fällt von 40,6 % auf 39,0 %.

• Die Prognose für das bereinigte EPS von 11,20 bis 11,90 USD bleibt unverändert, für den organischen Umsatz nennt das Unternehmen eine Spanne von minus 1 % bis plus 1 %.

Constellation Brands verdient sein Geld vor allem mit Importbier in den USA und vertreibt daneben Wein und Spirituosen. Im zweiten Geschäftsquartal steigt der Nettoumsatz um 6 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,63 Mrd. USD. Damit liegt der Konzern 3,7 % über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 2,54 Mrd. USD. Im Vorquartal war der Umsatz noch um 3,3 % geschrumpft.

Das bereinigte EPS (Comparable EPS) steigt von 3,63 auf 3,74 USD und übertrifft die durchschnittliche Analystenschätzung von 3,55 USD. Nach GAAP legt das EPS sogar um 25 % auf 3,32 USD zu. Allerdings hatte im Vorjahresquartal eine Steuerbelastung von 192,1 Mio. USD aus Wertberichtigungen auf Steueransprüche das Ergebnis gedrückt. Operativ sieht es nach GAAP schwächer aus: Das operative Ergebnis sinkt um 8 % auf 805 Mio. USD, belastet durch Wertminderungen und damit verbundene Aufwendungen von 49,8 Mio. USD.

Maßgeblich bleibt die bereinigte Betrachtung, doch auch sie fällt verhalten aus. Das bereinigte operative Ergebnis wächst nur um 1 % auf 897 Mio. USD, während die Marge von 35,7 % auf 34,1 % sinkt. Da der bereinigte Nettogewinn bei 637 Mio. USD stagniert, stammt das EPS-Plus allein aus Aktienrückkäufen: Sie drücken die Zahl der verwässerten Aktien von 175,9 auf 170,6 Mio. Constellation setzt also spürbar mehr um, verdient aber kaum mehr.

Constellation Brands: Earnings-Scorecard zum aktuellen Quartalsbericht

Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von Constellation Brands. (Quelle: Unternehmensangaben)

Im Biergeschäft klafft eine Lücke

Das Biersegment steigert den Umsatz um 5 % auf 2,47 Mrd. USD, weil 5,5 % mehr Kisten an die Großhändler gehen. Deren Abverkäufe an den Handel (Depletions) sinken dagegen um 0,6 %. Dabei verliert Modelo Especial rund 2 % und Corona Extra rund 5 %, während Pacifico um rund 19 % zulegt. Die Differenz landet rechnerisch in den Lagern der Großhändler und dürfte in späteren Quartalen bei den Auslieferungen fehlen. Gleichzeitig fällt die Segmentmarge von 40,6 % auf 39,0 %, weil mehr Geld in Marketing und Vertrieb fließt.

Der CEO wertet die wachsenden Marktanteile als erste Früchte der höheren Investitionen. Tatsächlich gewinnen die Biermarken in den erfassten US-Kanälen mehr Anteile als jeder andere Anbieter. Dennoch bleiben die eigenen Abverkäufe unter dem Vorjahresniveau, während die Marketingoffensive sichtbar Marge kostet. Das kleine Wein- und Spirituosengeschäft wächst um 17 % und schreibt nach dem Vorjahresverlust wieder schwarze Zahlen, bewegt beim Konzernergebnis aber wenig.

Ausblick

Trotz der übertroffenen Quartalserwartungen bleibt die bereinigte Jahresprognose unverändert. Das ist bemerkenswert: Für das bereinigte EPS bestätigt Constellation die Spanne von 11,20 bis 11,90 USD. Deren Mitte liegt unter den 11,82 USD des Vorjahres, obwohl das bereinigte EPS im ersten Halbjahr um 5 % auf 7,16 USD steigt. Damit ist für das zweite Halbjahr ein Gewinnrückgang eingeplant. Die durchschnittliche Analystenschätzung von 11,71 USD liegt in der oberen Hälfte der Spanne.

Beim Umsatz zeigt sich dieselbe Zurückhaltung. Zwar beschleunigt sich die Wachstumsrate im Quartal von minus 3,3 % auf plus 6 %. Die organische Jahresspanne von minus 1 % bis plus 1 % schreibt dieses Tempo aber nicht fort: Nach einem organischen Plus von 4 % im ersten Halbjahr bedeutet sie für das zweite einen Rückgang. Für das Biersegment peilt das Management eine Marge von 37 % bis 38 % an, also weniger als die im Halbjahr erreichten 39,0 %. Die aktualisierte GAAP-Prognose von 11,85 bis 12,55 USD liegt vor allem wegen Steuereffekten über der bereinigten Spanne und sagt wenig über das operative Geschäft aus.

Constellation Brands (STZ) – Kursverlauf 1 Jahr

Tagesschlusskurse der Constellation Brands-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2026 2027e 2028e
Umsatz 9,14 Mrd. USD 9,09 Mrd. USD 9,25 Mrd. USD
EPS 11,81 USD 11,71 USD 12,25 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2026 bereinigt (Summe der Quartale)

Fazit: Die Marktanteilsgewinne kosten Marge und gehen mit einer Lücke zwischen Auslieferungen und Abverkäufen einher. Für Constellation Brands sprechen der klar übertroffene Konsens und der im Halbjahr um 4 % auf 1,1 Mrd. USD gestiegene Free Cashflow. Dagegen stehen ein stagnierender bereinigter Nettogewinn und eine Prognose, die für das zweite Halbjahr weniger Umsatz und Gewinn vorsieht. Auf Basis der Analystenschätzungen liegt das KGV bei 9,8 für das laufende und 9,4 für das kommende Geschäftsjahr, bei erwarteten 5 % Gewinnwachstum. In der Abwägung ergibt sich für die Aktie eine neutrale Tendenz. Das Umsatzplus von 6 % kommt bislang vor allem in den Lagern der Großhändler an, noch nicht beim Endkunden.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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