Chip-Aktien nach dem Crash: Wo sich jetzt Chancen bieten
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Was für ein Börsentag! Am 5. November 2026 wurden Technologie- und KI-Aktien regelrecht abverkauft. Besonders heftig traf es die Halbleiterbranche: Zahlreiche Chip-Aktien verloren innerhalb weniger Stunden zweistellig. Am heutigen Freitag deutet sich zunächst eine Erholung an, doch die Nervosität bleibt groß. Für Anleger könnte der Rücksetzer interessante Einstiegschancen eröffnen. Allerdings ist nicht jede Aktie nach einem Kurssturz automatisch ein Schnäppchen.
In unserer ersten Goldesel-Sektoranalyse nehmen wir deshalb fünf besonders spannende Unternehmen unter die Lupe: Nvidia, AMD, TSMC, ASML und Micron. Wir schauen uns an, welche Konzerne vom KI-Boom profitieren, wo die Bewertungen nach dem Ausverkauf attraktiv erscheinen und welche Risiken weiterhin lauern.
Halbleiter gegen den Markt
| Zeitraum | Halbleiter (SMH) | S&P 500 (SPY) |
|---|---|---|
| Seit Jahresbeginn | +24,32 % | +7,49 % |
| 1 Jahr | +24,54 % | +8,18 % |
| 3 Jahre | +199,46 % | +68,63 % |
| 5 Jahre | +201,91 % | +56,45 % |
| 10 Jahre | +1.244,53 % | +251,47 % |
Trotz des jüngsten Ausverkaufs haben Halbleiter-Aktien in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Seit Jahresbeginn liegt der VanEck Semiconductor ETF (SMH) noch immer 24,32 % im Plus, während der breite US-Aktienmarkt, gemessen am S&P-500-ETF (SPY), lediglich 7,49 % zugelegt hat. Auch auf Sicht von drei Jahren ist der Unterschied gewaltig: Fast 200 % Kursgewinn stehen knapp 69 % gegenüber.
Noch beeindruckender ist der Blick auf die vergangenen zehn Jahre. Während sich der SPY mehr als verdreifacht hat, ist der SMH auf mehr als das Dreizehnfache seines ursprünglichen Wertes gestiegen. Das zeigt, wie stark Anleger bislang vom Boom der Chipindustrie profitieren konnten. Allerdings sind mit den Kursen auch die Erwartungen gewachsen. Nach einer solchen Entwicklung ist die Frage umso spannender, welche Unternehmen ihre hohen Bewertungen langfristig rechtfertigen können.
Gewinner und Verlierer
Micron führt die Rangliste über zwölf Monate mit +185,60 % an, gefolgt von Kioxia mit +105,10 % und ASE Technology mit +101,50 %. Dass Speicherhersteller weit vorne liegen, passt zur positiven Einschätzung des Speicherkomplexes durch Goldman Sachs. AMD gehört mit +81,60 % ebenfalls zu den stärksten Werten, obwohl der jüngste Ausverkauf auch diese Aktie getroffen hat.
Am anderen Ende stehen Ambarella mit -36,60 % und Rambus mit -33,30 %; auch Broadcom liegt mit -14,20 % im Minus. Von den 40 untersuchten Werten haben 31 über zwölf Monate zugelegt. Die große Spannweite zeigt, dass ein gemeinsamer Branchenrückenwind weder jedes Geschäftsmodell noch jede Aktie gleichermaßen trägt.
Bewertung: Wie teuer ist die Branche?
| Median | Halbleiter | Alle Werte |
|---|---|---|
| KGV | 34,50 | 20,20 |
| Umsatzwachstum p. a. (5 J.) | +9,00 % | +10,70 % |
| Operative Marge | 20,20 % | 17,15 % |
| Zwölf Monate | +28,50 % | +12,30 % |
| Dividendenrendite (Zahler) | 0,85 % | 2,20 % |
Das Median-KGV der Halbleiterwerte liegt bei 34,50, gegenüber 20,20 für alle untersuchten Werte; die Branche wird also weiterhin mit einem Bewertungsaufschlag gehandelt. Beim durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum über fünf Jahre liegt ihr Median mit +9,00 % jedoch unter den +10,70 % des gesamten Vergleichsfelds. Dafür fällt die operative Marge mit 20,20 % höher aus als die 17,15 % aller Werte. Die höhere Profitabilität spricht für einen Aufschlag, reicht allein aber nicht aus, um jede hohe Bewertung zu rechtfertigen.
Treiber der Branche
Der KI-Boom bleibt der wichtigste Wachstumsmotor für die Chipindustrie. Und dabei geht es längst nicht mehr nur um die leistungsstarken Prozessoren von Nvidia. Rechenzentren benötigen auch Server-Chips, schnelle Speicherlösungen und speziell entwickelte Halbleiter. Besonders in diesen Bereichen sehen Analysten von Goldman Sachs weiterhin gute Wachstumsaussichten. Schließlich investieren große Technologiekonzerne enorme Summen in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur.
Davon profitieren auch Unternehmen, die selbst keine Chips entwickeln. TSMC fertigt Halbleiter für zahlreiche große Technologiekonzerne, während ASML die hochkomplexen Maschinen liefert, die für die Herstellung besonders moderner Chips benötigt werden. Hinzu kommen weitere Wachstumstreiber wie autonomes Fahren, vernetzte Fahrzeuge und immer leistungsfähigere Elektronik. Die Halbleiterbranche hängt also keineswegs ausschließlich am KI-Boom.
Risiken
So verlockend die Wachstumsaussichten sind, die Chipindustrie hat auch ihre Schattenseiten. Die Branche ist bekannt für ihre starken Schwankungen. Werden in guten Zeiten zu viele Produktionskapazitäten aufgebaut, können die Preise später kräftig fallen. Besonders deutlich zeigt sich das bei Speicherchips: Nach starken Preisanstiegen droht irgendwann eine Gegenbewegung, die den Herstellern schnell auf die Gewinnmargen schlagen kann.
Hinzu kommt die enorme Abhängigkeit von den KI-Investitionen großer Technologiekonzerne. Sollten Microsoft, Amazon, Meta und Co. ihre Ausgaben für Rechenzentren reduzieren, könnten gleich mehrere Bereiche der Halbleiterindustrie darunter leiden. Auch Exportbeschränkungen, insbesondere im Geschäft mit China, bleiben ein Risiko. Und selbst gute Geschäftszahlen schützen nicht unbedingt vor Kursverlusten: Nach der starken Rally der vergangenen Jahre sind bei vielen Chip-Aktien weiterhin hohe Erwartungen eingepreist.
Aktien im Fokus
Nvidia: Das KI-Schwergewicht mit schwacher Kursentwicklung
- Zwölf Monate: -0,30 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -24,90 %
- KGV: 22,80
- Umsatzwachstum pro Jahr (5 Jahre): +67,30 %
- Operative Marge: 60,40 %
- Dividendenrendite: 0,30 %
- Kaufempfehlungen: 95 % der Analysten
An Nvidia führt beim Thema künstliche Intelligenz kaum ein Weg vorbei. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,38 Billionen USD gehört der Chipkonzern zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Seine KI-Beschleuniger stecken in zahlreichen Rechenzentren. Nvidia profitiert dabei nicht nur vom Verkauf der Chips, sondern auch von seinem Software-Ökosystem, das Kunden eng an die eigene Technologie bindet.
Wie gut die Geschäfte laufen, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 schoss der Umsatz um 106 % auf 96,2 Milliarden USD nach oben. Allein das Rechenzentrumsgeschäft steuerte 89 Milliarden USD bei. Ende Oktober kündigte Nvidia gemeinsam mit Oracle zudem einen weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur auf Basis der neuen Vera-Rubin-Plattform an. Die operative Marge liegt bei beeindruckenden 60,40 %.
Trotzdem geriet auch Nvidia unter die Räder. Beim Ausverkauf am 5. November verlor die Aktie rund 9 %. Mit einem KGV von 22,80 erscheint sie inzwischen sogar günstiger bewertet als der Branchenmedian von 34,50. Für langfristige Anleger könnte das interessant sein. Risiken bleiben allerdings die Abhängigkeit von den KI-Investitionen großer Tech-Konzerne und die Exportbeschränkungen für China. Die nächsten Quartalszahlen am 17. November dürften deshalb besonders spannend werden.
Micron: Speicherhersteller zwischen Wachstum und Zyklusrisiko
- Zwölf Monate: +185,60 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -46,80 %
- KGV: 8,70
- Umsatzwachstum pro Jahr (5 Jahre): +36,70 %
- Operative Marge: 74,60 %
- Dividendenrendite: 0,10 %
- Kaufempfehlungen: 95 % der Analysten
Ohne leistungsfähige Speicherchips läuft auch bei künstlicher Intelligenz wenig. Genau hier kommt Micron ins Spiel. Der US-Konzern gehört zu den größten Herstellern von DRAM- und NAND-Speicherchips. Besonders gefragt ist derzeit High Bandwidth Memory (HBM), der direkt neben KI-Prozessoren eingesetzt wird und riesige Datenmengen besonders schnell bereitstellt. Micron profitiert damit vom Ausbau der Rechenzentren, konkurriert allerdings mit SK Hynix und Samsung um Marktanteile.
Wie stark das Geschäft boomt, zeigen die jüngsten Zahlen. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 schoss der Umsatz von 11,32 auf 54,23 Milliarden USD nach oben. Im Gesamtjahr setzte Micron 133,19 Milliarden USD um, mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern sogar 61,5 Milliarden USD Umsatz. Mit einem KGV von 8,70 sieht die Aktie angesichts dieser Entwicklung zunächst ausgesprochen günstig aus.
Doch an der Börse ist die Stimmung gekippt. Allein am 5. November verlor Micron rund 17,5 %, vom 52-Wochen-Hoch hat sich die Aktie inzwischen fast halbiert. Das könnte eine interessante Einstiegschance sein, allerdings mit erheblichen Risiken. Denn Micron profitiert derzeit von außergewöhnlich hohen Speicherpreisen. Sollten diese wieder deutlich fallen, könnten auch die Gewinne kräftig schrumpfen. Die Aktie ist deshalb vor allem für Anleger spannend, die an einen länger anhaltenden Speicherboom glauben.
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ASML: Der EUV-Schlüsselplayer mit Bewertungsrisiko
- Zwölf Monate: +38,00 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -30,60 %
- KGV: 35,70
- Umsatzwachstum pro Jahr (5 Jahre): +20,30 %
- Operative Marge: 34,60 %
- Dividendenrendite: 0,60 %
- Kaufempfehlungen: 86 % der Analysten
Ohne ASML wären viele der modernsten Chips kaum herstellbar. Der niederländische Konzern besitzt bei der sogenannten EUV-Lithografie eine einzigartige Marktstellung. Seine Maschinen ermöglichen es Chipproduzenten wie TSMC, winzige Strukturen auf Siliziumscheiben zu übertragen. Damit profitiert ASML vom KI-Boom, ohne selbst Chips herstellen zu müssen. Zu seinen wichtigsten Technologiepartnern gehören die deutschen Unternehmen Zeiss und Trumpf.
Auch die Geschäftszahlen können sich sehen lassen. Im dritten Quartal 2026 erzielte ASML einen Rekordumsatz von 11,7 Milliarden EUR und einen Nettogewinn von knapp 5 Milliarden EUR. Die Nachfrage reicht bereits weit in die Zukunft: Einige Kunden interessieren sich laut Unternehmenschef Christophe Fouquet für Maschinenlieferungen in den Jahren 2029 und 2030. Für 2026 erwartet ASML einen Gesamtumsatz von 44 bis 45 Milliarden EUR.
Trotz dieser Aussichten wurde die Aktie beim Ausverkauf am 5. November kräftig abgestraft. Mit einem KGV von 35,70 ist ASML aber weiterhin nicht billig. Dafür bietet der Konzern eine außergewöhnlich starke Marktposition und langfristige Wachstumschancen. Risiken bleiben die hohen Investitionskosten der Chiphersteller und die Exportbeschränkungen für China. Nach dem Rücksetzer könnte ASML für langfristige Anleger dennoch interessant sein.
AMD: Der Server-Chip-Entwickler mit Bewertungsrisiko
- Zwölf Monate: +81,60 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -37,30 %
- KGV: 86,80
- Umsatzwachstum pro Jahr (5 Jahre): +20,90 %
- Operative Marge: 10,70 %
- Kaufempfehlungen: 83 % der Analysten
AMD will Nvidia im lukrativen Geschäft mit KI-Chips Marktanteile abnehmen. Mit seinen Instinct-Beschleunigern greift der Konzern den Marktführer direkt an. Gleichzeitig konkurriert AMD mit seinen EPYC-Prozessoren erfolgreich gegen Intel im Servergeschäft. Schon ein größerer Anteil am milliardenschweren Markt für KI-Rechenzentren könnte die Geschäfte kräftig antreiben.
Wie gut das derzeit funktioniert, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. Im dritten Quartal 2026 steigerte AMD seinen Umsatz um 45 % auf den Rekordwert von 13,4 Milliarden USD. Besonders stark entwickelte sich das Rechenzentrumsgeschäft mit einem Plus von 97 % auf 8,5 Milliarden USD. Der operative Gewinn hat sich mit 2,8 Milliarden USD mehr als verdoppelt. Für das vierte Quartal erwartet AMD bereits rund 17 Milliarden USD Umsatz.
Doch dieses Wachstum hat an der Börse seinen Preis. Mit einem KGV von 86,80 ist AMD deutlich teurer bewertet als viele Konkurrenten. Beim Ausverkauf am 5. November verlor die Aktie rund 17 %. Trotz des Rücksetzers bleibt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Sollten die hohen Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden, könnte der Kurs weiter unter Druck geraten. AMD bietet viel Potenzial, ist nach dem Crash aber noch lange kein Schnäppchen.
TSMC: Der Chipfertiger mit hoher Ertragskraft
- Zwölf Monate: +26,60 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -27,80 %
- KGV: 21,70
- Umsatzwachstum pro Jahr (5 Jahre): +23,30 %
- Operative Marge: 50,80 %
- Dividendenrendite: 1,00 %
- Kaufempfehlungen: 95 % der Analysten
Ob Nvidia, AMD oder Apple: Viele der weltweit wichtigsten Technologiekonzerne lassen ihre Chips von TSMC fertigen. Der taiwanische Konzern entwickelt keine eigenen Prozessoren, sondern produziert im Auftrag seiner Kunden. Besonders bei modernsten Fertigungsverfahren ist TSMC kaum zu ersetzen. Das macht das Unternehmen zu einem der größten Profiteure des KI-Booms, ohne selbst entscheiden zu müssen, welcher Chipentwickler am Ende das Rennen macht.
Wie stark die Nachfrage ist, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. Im dritten Quartal 2026 steigerte TSMC seinen Umsatz um 41 % auf 46,72 Milliarden USD. Die operative Marge erreichte beeindruckende 58,7 %. Für das vierte Quartal stellt der Konzern sogar 52,3 bis 54,3 Milliarden USD Umsatz in Aussicht. Besonders spannend: Die neue 2-Nanometer-Technologie läuft gerade hoch und soll weiteres Wachstum ermöglichen. Für das Gesamtjahr erwartet TSMC inzwischen ein Umsatzplus von rund 44 %.
Trotz dieser Zahlen wurde auch TSMC vom jüngsten Börsencrash erwischt. Dabei erscheint die Aktie mit einem KGV von 21,70 im Branchenvergleich durchaus attraktiv. Ein wesentlicher Risikofaktor bleibt allerdings der Standort Taiwan und die damit verbundenen geopolitischen Spannungen mit China. Hinzu kommen enorme Investitionen: Allein 2026 plant TSMC Ausgaben von 60 bis 64 Milliarden USD. Für langfristige Anleger könnte TSMC dennoch zu den interessantesten Chip-Aktien nach dem Rücksetzer gehören, sofern die starke Nachfrage anhält.
Watchlist: Halbleiter-Aktien im Überblick
| Aktie | 12 Monate | Abstand zum Hoch | KGV | Dividende | Kaufempfehlungen |
|---|---|---|---|---|---|
| NVIDIA Corporation | -0,3 % | -24,9 % | 22,80 | 0,30 % | 95 % |
| Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited | +26,6 % | -27,8 % | 21,70 | 1,00 % | 95 % |
| Broadcom Inc. | -14,2 % | -39,6 % | 36,20 | 0,90 % | 96 % |
| Micron Technology, Inc. | +185,6 % | -46,8 % | 8,70 | 0,10 % | 95 % |
| Advanced Micro Devices, Inc. | +81,6 % | -37,3 % | 86,80 | – | 83 % |
| SK hynix Inc. | +46,9 % | -56,5 % | 4,50 | 0,10 % | k. A. |
| ASML Holding N.V. | +38,0 % | -30,6 % | 35,70 | 0,60 % | 86 % |
| Intel Corp. | +40,9 % | -62,7 % | k. A. | – | 36 % |
| Texas Instruments Incorporated | +79,2 % | -14,8 % | 36,00 | 2,10 % | 61 % |
| Applied Materials, Inc. | +43,0 % | -56,1 % | 27,40 | 0,60 % | 88 % |
| Lam Research Corporation | +19,4 % | -57,1 % | 27,40 | 0,60 % | 86 % |
| Arm Holdings plc American Depositary Shares | +12,7 % | -62,2 % | 191,60 | – | 65 % |
| Analog Devices, Inc. | +62,9 % | -17,5 % | 42,60 | 1,20 % | 91 % |
| KLA Corporation | +12,0 % | -57,0 % | 32,30 | 0,60 % | 71 % |
| QUALCOMM Incorporated | -5,4 % | -37,3 % | 12,20 | 2,30 % | 33 % |
Fazit
Der heftige Ausverkauf hat einige der interessantesten Halbleiter-Aktien wieder stärker in den Fokus gerückt. Mein Favorit ist derzeit TSMC. Der Konzern profitiert vom KI-Boom, ohne vom Erfolg eines einzelnen Chipentwicklers abhängig zu sein. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, wie stark das Geschäft läuft. Gleichzeitig erscheint die Bewertung mit einem KGV von rund 22 angesichts des hohen Wachstums und der starken Gewinnmargen attraktiv. Das geopolitische Risiko rund um Taiwan sollten Anleger allerdings nicht unterschätzen.
Auch Nvidia und ASML würde ich nach dem Rücksetzer genauer anschauen. Nvidia überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Profitabilität und der führenden Position bei KI-Beschleunigern. ASML besitzt mit seinen EUV-Maschinen eine technologische Sonderstellung, die kaum ein Konkurrent angreifen kann. Beide Unternehmen sind für mich langfristig besonders interessant, wobei ASML mit einem KGV von rund 36 weiterhin einen deutlichen Qualitätsaufschlag kostet.
Vorsichtiger wäre ich aktuell bei AMD und Micron. AMD wächst zwar kräftig, doch bei einem KGV von fast 87 ist bereits sehr viel Optimismus eingepreist. Da bleibt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Micron sieht mit einem KGV unter 9 dagegen ausgesprochen günstig aus. Hier liegt das Risiko woanders: Der Konzern profitiert derzeit von außergewöhnlich hohen Speicherpreisen und Gewinnen. Sollten diese wieder sinken, könnte sich das vermeintliche Schnäppchen als deutlich teurer erweisen.
Der Crash vom 5. November könnte damit bei einzelnen Chip-Aktien interessante Einstiegschancen geschaffen haben. Einfach blind den gesamten Sektor nachzukaufen, wäre mir allerdings zu riskant. Ich würde vor allem auf Unternehmen mit starken Marktpositionen, hohen Margen und einer Bewertung setzen, die auch bei etwas schwächerem Wachstum noch vertretbar erscheint. TSMC, Nvidia und ASML erfüllen diese Kriterien aus meiner Sicht derzeit am überzeugendsten.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse in ASML investiert.
Hinweis: Dieser Artikel dient nur der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kurse, Kennzahlen und Analystenschätzungen können sich jederzeit ändern. Investitionen in Aktien sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust.
